Freie Tribüne
- Journal
- Freie Tribüne
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 2-3 (21.1.1921)
- Date
- 1921-01-21
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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SEITE 2 NR. 2-3 itffett und ihnen die Frage vorgefegt: wie man die Preis» abbauen könnte. " Nun miffime man sich1 an die Beerplatte, die seinerzeit Wien und Umgebung unsicher machte. Was würde rrtan dazu sagen, wenn der Polizeipräsident voll Wien Vertreter*der Beerpfalte zu sieft gefadfcn und mit ihnen hieratschfagt hatte, wie man Wien vor dem Treiben dieser Platte schützen könne. Was soll man von einer Regierung Walten, die Vertreter der Bauern und Industrie, die taglich das Volk bewuchern, zu sich lädt und sich darüber beratscftTagien läßt, wie man das Volk vor dem Wucher der Industrie und der Bauern schützen könne. Da« Ergebnis einer solchen Beratung ist ja von vorneherein nicht zweifelhaft; deren Zweck sonnenklar. Und so bleibt es unerklärlich warum die Arbeitervertreter sich an dieser widerlichen, unsittlichen Komödie beteiligt hatten. Warum sie der famosen Rcßfenmg Statistendienst geleistet haben. Traurig ist es auch, daß es allem Anscheine nach der Regierung gelungen ist, durch die Enquete einfcAi BHtzaibTeiter für die Unzufriedenheit der Massen zu •chaffen. ia sogar den Anschein ihres eigenen „ernsten, guten" Willens vorzutäuschen. Denn wie anders, ist'die Haftung der Konsumentenvertreter. die sich mit allen möglichen Dingen, wie Anschluß, Streik u. dgl., nur nicht mit den Fragen eines sofortigen Preisabbaues beschäftigten, zu erklären? Die mit der Volksnot wuchernden haben es glänzend verstanden, nach dem altbewährten: haltet den " Dieb — die Aufmerksamkeit der Konsumentenvertreter von sich auf die Straße — vom sogenannten legitimen Handel auf den Schleichhandel abzulenken. Auch die Arbeitervertretew ter gingen ihnen auf den Leim. Und so war keiner da!, der die vergnügten Herren gefragt hätte: ver hrteste Herren vom legitimen Handel, wie viel darf man eigentlich Euerer Meinung nach an einem Bedarfsgegenstand verdienen, ohne Preistreiber zu s in. Jawohl, diese Frage dürfte den Herren nicht erapart bleiben, ansonsten jedes noch so drakonische Gesetz gegen Preistreiberei lediglich Augefn aus wisch erei ist. Die Herren müßten kl'ipp und klar sagen: wieviel ttian verdienen darf, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Wo blieben Werner. Ruzicka und Eldersch? Warum hatten sie — die Berufenen — nicht offen den Herren, die in den Köpfen aller Arbeitenden hämmernde Fra^j vorgelegt: wie kommt es, ihr Herren, daß wir —die Arbeitenden und Schaffenden — dem Hunger i der Kälte und den Krankheiten preisgegeben sjm] l]ncl ihr — Nichtstuer zu gleicher Zeit — giic*genährt, fein gekleidet und bei bester Gesundheit seid; warum zu unserer^Sättigung aus, während Euer arbeitsloses Einkommen für den tollsten Luxus ausreicht? Wohl haben die Arbeitervertreter die Fragen verschwiegen. Die Wirklichkeit aber — die deu tschösterreichische grausame Wirklichkeit — bat sie gestallt und wird auch die Antwort verlangen. Ein Denkmal. iSpartakus hat wieder sein blutiges Haupt erhoben, Spartakus zieht mordend und sengend durch die deutschen Lamdie, die deutsche, ja die ganze westeuropäische Kultur ist in Gefaihr! Das waren die Willkommensgrüße, mit denen der Chorus 'der gesamten europäischen bürgerlichen PressenkanaiUe den heldenhaften Jänneraufstaml des deutschen Proletariats begrüßte. Und welch bestialisches Tnumphejeschrei, welch blutrünstiaes Radiegeheu'l, als das deutsche Proletariat, dank dem' off eilen Verrate der Scheid ernänner und Noske und dem versteckten — seiner „verhandelnden" unabhängigen Führer, trotz heldenhaftesten Kampfes und ungezählter Opfer zurückgeschlagen wurde! Wie viele schmutzige Gruselmärchen wurden da' wider besseres Wissen und Vernunft dem Ausbeutertum als spartikistfeche Greueltaten aulgetischt und so eine verrohte und tierische Soldateska systematisch zu jenen bestialischen Greueln aufgehetzt, deren Opfer unter Tausenden1 Genannten und Ungenannten Liebknecht und Luxemburg geworden sind! •Man konnte sich nicht genug tan an Verleumdung und Besudelung. Und — zur Schande sei es gesagt — so manches sich sozialistisch nennende Blatt hat sich vom Blutrausch der bürgerlichen Hyäne betäuben lassen und hat mehr oder weniger verschämt in diesen Chorus miteingestimmt. " Ais eines ihrer treffendsten und schmutzigsten Mittel hat sich das Bürgertum — im Kampfe gegen den Sozialismus — bislang noch immer der Verleumdung und Lüge bedient. Und unter diesen war die Verleumdung und Besudhing der prominenten, wahren Führer das Beliebteste. So taten sie es immer, und so ließen sie sich auch diesmal durch keinerlei TScheu vor wahrern Heldentum und aufrechtem, erschütterndem Menschentum Deirren. K /Wir müssen darum das schlichte Bändchen: „Rosa Luxemburgs Briefe aus dem Gefängnis", das die kommunistische Jugendinternationale heraus gegeben hat, mit zwiefacher Freude "begrüßen. Vermittelt es uns ja nicht nur einen tiefen und erfrischenden Kunstgenuß, was in unserer expressionistisch-dekadenten Literaturperiode als ein hinreichendes Verdienst gewertet werden muß, sondern es läßt uns — und darauf kommt es dem Sozialisten hauptsächlich an — Rosa Luxemburg als Menschen werten, wie sie gelebt, gedacht und gelitten hat. Es ist, um ein Wort der Herausgeber zu gebrauchen, ein „Denkmal, das die Tote sich selbst errichtet hat" Und dieses Denkmal wird aufrecht ragen durch die Jahrhunderte und alten edlen Geistern der kommenden Generationen als ein Symbol der Reinheit, Güte und edlen Menschlichkeit erscheinen/ /. Wie lächerlich und kläglich fällt aller Schmutz, und Verleumdung vor solch schlichter Größe auf jenes Journal]'.tengelichter zurück, das um schnöden Mammon oder aus uameinem Kiassehinsrinkt auch das Reinste mit seinem giftigen Tintengejier bespeit! Rosa Luxemburg hat die länflst« Zeit dos Kria©as m Die Besteuerung der Arbeitskraft. Der Fehlglaube der Sozialdemokratie. Unter der Patronanz aller in diesem Staate maßgebenden Faktoren der klerikalen Agrarier, des reaktionären Bürgertums und der im Irrglauben an den bürgerliehen Staat befangenen Sozialdemokratie ward ein Gesetz geschaffen, daß an die Arbeiterschaft keine geringere Zumutung stellt, als von federn Stuck Brot das der Proletarier verzehrt, von jedem Teller Suppe, den er zu sichnimmt, dem Staat den Zehnten zu geben. Daß die Bourgeoisie in Stadt und Land die Gelegenheit wahrnimmt, die Lasten des bürgetlichen Staate* ebenso wie früher durch die indirekte, jetzt auch noch durch die direkte Steuer auf die Schultern des Proletariats zu wälzen, erscheint uns Marxisten nicht wunderlidi. Plusmacher sind keine Philantropen,- die einzige Maxime, der sie folgen, ist ihr Klasseninteresse. Ein Verhängnis* voller Irrglaube liegt aber dem Vorgehen der Sozialdemokratie, die sich immer als die prominente Vertreterin des Proletariats gebärdet, zugrunde. Sie glaubt an die von Rachsucht und Habsucht der imperialistischen West» mädite gezeugte Staatlichkeit. Sie glaubt an die Lebensfähigkeit dieses nur aus erblichen Belastungen zusammen* gesetzten Gebildes, an seine Notwendigkeit für das Proletariat. Nur so läßt sich ihre merkwürdige Haitung erklären, daß sie in dem Momente als ein schwerer Kampf aller arbeitenden Schichten um höhere Löhne, als eine große Streikwelle aller öffentlichen Angestellten das Land durchrast, mit dem Ansinnen vor die Arbeiter tritt, auf ein Stück ihres karg zugemessenen Brotes Verzicht zu leisten. Die Götzendämmerung des Kapitalismus. Das Fieber, das den Körper dieses Staates durchrüttelt, ist keine Staatskrise schlechthin, sondern der deutlichste, der augenfälligste Beweis für die Unzulänglichkeit, die Absurdität des kapitalistischen Systems überhaupt. Die unaufhörlichen Streiks, die Unterproduktion, die Teuerung und die allgemeine Verschlechterung der Lebenshaltung der arbeitenden Massen ist nur die Folge der Unterwühlung des ganzen Gebäudes der kapitalistischen Wirtschaft. Die bürgerliche Ordnung deren Wesensart eigentlich die ökonomische Unordnung, das wirtschaftliche Chaos ist, - kann sich nur solange im Gleichgewicht erhalten, als sie die Funktionen welche zur Aufrechterhaltung der Lebenshaltung der Bevölkerung dienen, zu erfüllen vermag. Vor dem Weltkrieg konnte sie dieser Aufforderung einigermaßen „gerecht" werden, da sie genügend Mehr<= wert akkumuliert hatte um neue Produktionsmittel anzu=- schaffen und die Warenerzeugung beliebig auszudehnen. Diese Stabilität der kapitalistischen WirtschaftsorcU nüng erlitt "jedoch ihT Weltkriege' den schwersten Stoß. An Stelle der Gütervermehrung trat Güterverminderung. Die realen Werte wurden aufgezehrt, das fiktive Kapital sdvwoll ins Unermeßliche an. Der bürgerliche Staat, ganz der Gefangene der Bourgeoisie, ist unfähig aus der Sad^gasse hinauszukommen. LInfähig dem Drängen der hungrigen Massen reale Werte entgegen zu halten, beschränkt er sich darauf, die Notenpresse in immer den Kerkern der deutschen Bourgeoisie verbracht, aber ihir unermüdlicher Geist fand auch »hier keine Rast und ungezählte Äufrufe und Flugblätter sowie die berühmte „Junius- Broschüre" sind Produkte dieser Zeit. Wie der Name es schon deutet, stammen auch die Briefe fast ausnahmslos aus dem Kerker, Da alles, was hinauskam, einer strengen Zensur unterstand, ist es selbstverständlich, daß sie — abgesehen von einigen leisen Andeutungen — ganz unpolitisch sind. Vielleicht ist das sogar das Erfreuliche an ihnen, da uns dadurch die Möglichkeit geboten isst, Rosa Luxemburg als Menschen fernab Vom Kampf und politischen GetLriebe kennen zu lernen. Es ist uns vielleicht niemals so sehr vergönnt, große Menschen zu werten, als wenn wir sie, cm'blöst alles äußfcrca Nymbus, in ihreem täglichen Tun und Denken beobachten. Hierin liegt oft der eigentlichste und einzige Wertmesser für sie, zumindest wird das Bild, das wir von ihnen haben, dadurch erqänzt. Und hierin liegt eben das Wertvollste dieses Büdtileins. Es erschließt lins das Innenlenen Rosa Luxemburgs und — darin liegt unsere größte Genugtuung — es bringt uns Rosa Luxemburg zehnfach näher als alles andere, was wir von ihr besitzen. Es entrollt uns ihre ganze große, heroische, liebende, rejne Kiuderseele, ihren unbegrenzten Wissensdrang und ihr ungeheures Wissen, ihre Vielseitigkeit und ihr Verständnis und Liebe für alle großen und kleinen Vorgänge jn der Natur. Mit welcher Hufmerksamkeit verfolgt sie das Treiben irgendeines kleines, gefiederten Sängers oder Schmetterlings vor ihrem Gitterfenster, zu welchen Betrachtungen und heiteren, tiefen Erörterungen gibt ihr ein gutes Gedicht oder die Erinnerung an die Musik Anlaß. Wie menschlich und verständlich ist "ihre Bemerkung, daß sie sich in ihrem Gärtehen in Südende viel wohler fühlt al sauf e;nem — Parteitag! Mit welch heiterer, prophetischer Selbstverständlichkeit spricht sie von ihrem Tod auf der Barrikade. Und über allem das sich Hinwegsetzen über das eigene Schicksal und die ständige Sorge um fremdes Leid, "immer tröstend und ermunternd, steLs dankbar für das kleinste Liebeszeichen, sie, die jederzeit bereit war, ihr Leben hinzugeben ... Wir wollen hier nicht Zitaten Raum geben, da wir clor Ansicht sind, dal» das uuctüein m cias Maus jeaos Kia .senbewußten Proletariats gehört, iür den der Name Luxemburgs unzertrennlich verb'iuijdon, ist mit der* Beireiuiv der Arbeiterklasse Wir wollen nur zum Schluß einige Worte aus der Vorbemerkung der Herausgeber hierhersetzen. „Hier gilt es, der Jugend, den Arbeitern, all denen, zu deren Wojhl iind Freiheit sie kämpfte, litt und starb — durch feige Verbrecherhände starb — die ganze Seele der Vielverleumdeten zu zeigen. Hier schwindet die Scheu vor Preisgabe persönlichen 'Lebens. ... ■Wer die Wissenschaftlerin und Kämpferin Rosa Luxemburg kennt, kennt noch nicht alle Seiten ihres Wesens. Die Briefe aus dem Gefängnis runden das Bild." J. H. rasenderem Tempo arbeiten zu lassen, um dem Begehren der breiten Volksmassen, welches sich vorerst in Geldforderungen ausdrückt, gerecht zu werden. Gütermangel und Assignatenwirtschaft waren von jeher eng verknüpft. Die Bourgeoisie, deren Tendenz immer der Profit ist, die am Volkselend ebenso zu verdienen trachtet, wie am Volsswohlstand, sucht sich rechtzeitig in fremden Valuten einzudecken und drückt so die Kaufkraft der heimischen Währung auf ein Minimum herab. Die unausbleibliche Folge ist die sich immer steigende Verelendung de breiten Volksmassen. Die Lebenshaltung der Arbeiterklasse. Die tatsächliche Verarmung, verbunden mit der Utberflutung des heimischen Marktes durch fiktive Assignatenwerte, bewirkt natürlich auch eine tiefgehende Veränderung der Lohn~ und Lebensverhältnisse des Proletariats. Stellten die in der Vorkriegszeit ausbezahlten Arbeitslöhne eine bestimmte Menge realer Güter dar, welche zur Fristung und Erhöhung des Lebensstandards der Arbeiterklasse dienten, so reicht heute ein Vielfaches des früheren Arbeitslohnes nicht mehr zur Bestreitung des Allernotwendigsten hin. Obgleich sich der nominale Wert des Arbeitslohnes ungeheuer erhöht hat, ist der reale Wert desselben weit unter das vor dem Krieg bestehende Minimum gesunken. Vor dem Kriege war das Steuer* freie Mindesteinkommen mit K 1600.— jährlich bemessen. Das war das sogenannte Existenzminimum, ein Betrag, der nicht' besteuert werden konnte, weil man annahm daß das Aequivalent an Lebensmitteln ausschließlidi zu. Erneuerung der Arbeitskraft diente. Dieser unbesteuerte Mindestlohn hatte damals auf dem Weltmarkt die Kaufkraft von 65 Pfund Sterling ein Betrag der jetzt 130.000 Kronen Jahreseinkommen oder 11.000 Kronen Monatsgehalt be~ z'iehu ngsweise 2.500 Kronen Wodhenlohn entsprechen würde. Jeder im Fabriksbetriebe oder Kontor Arbeitende wird feststellen können, daß die Wochenlöhne oder Monatsgehälter, welche Arbeiter und Angestellte heute verdienen, in den meisten Fällen noch nicht die Hälfte der vor dem Weltkriege bezahlten ReaWMindestlöhne darstellen. Hieraus folgt mit zwingender Deutlichkeit, daß die Lebenshaltung aller produktiv arbeitenden Menschen in Deutschösterreich, weit unter das Niveau des schiechtest bezahlten Taglöhners in der Vorkriegszeit gesunken ist. Der Arbeiter in Deutschösterreidi lebt sdilediter als der chinesische Kuli. Sein Verdienst reicht nidit zur Fristung des nackten Lebens aus. Jeder Familienzuwachs bedeutet für ihn eine Katastrophe. Kleider und Wäsdic sind ein unerreichbares! Ideal geworden. Die letzten Lumpen wandern zum Pfandleiher oder werden gegen Kartoffeln .verhamstert. * Die andauernde Geldentwertung macht jede no* minale Einkommenerhöhung nach kurzer Zeit wertlos Da es unmöglich ist, daß die Lohnforderungen mit dei zunehmenden Teuerung Sdiritt halten, wird besonders von den festbesoldeten Staatsangestellten das gebieterische Verlangen gestellt, die Regierung möge für den Abbau der Preise für Lebensmittel und notwendigste Gebrauchsartikel sorgen, Die wirtschaftliche Entwicklung des jüdischen Volkes. Von Ber Borochow. ^(Fortsetzung. )$ Wenn vir an die Einteilung der Zweig» der menschlichen Produktion schreiten, sehen wir zuerst, daß üic Menschen dreierlei produzieren: 1. Produktionsmittel, ei. h. Maschinen, Roh-, und Hilfsmaterialien, Werkzeuge; 2. Verkehrsmittel, d. h. Wege, Bahnen, Wagen, Schüfe, den Telegraph' und das Telephon usw.; :J. Gebrauchsgegenstände, d. h. Nahrungsmittel, Kleidung, Häuser, Möbel, Geschirr, Beleuclitudg, Bücher, Musikinstrumente, Bilder usw. Dm-\i lassen sich diese drei Kategorien auch weiter einteilen, je nach ihrer 'Naturnähe. So muß die menschliche Arbeit, um B. ein Paar Schuhe vui produzieren, folgende Stadien durchlaufen: ■ > Zuerst arbeitet der Bauer, der das Vieh auf der Weida pflegt, da halten' wir die landwirtschaftliche Urproduktion (Weidebau und Viehzucht), dann kommt die Reihe fu den Schlächter, der das Rind schlachtet,; dann der ,,nas;;.< Ger . ber". der das Fell einweicht nnd. . der „trockene Gerber", der es bearbeitet; dann die. verschiedenen Etappen der „L«> der ndustrie und schließlieh der Schuhmacher, der uasPaar Stiefel fertig macht. Wir wollen nun jene Stadien der Produktion, die d. Natur am nächsten stehen, „die ersten Produktioasstadie; nennen. Das sind der Ackerbau, die Gärtnerei und die Viehzucht. Hier ist das „Boden"-Element das größere, und das :.Avbeiis'--Element vergleichsweise sehr klein. Etwa« entfernter von der Natur steht, schon, die „industrielle Produktion'-, wie. der Bergbau, die Steinbrüche, die Forstwirtschaft mit ihren Verzweigungen. Hier ist das „Arbeits"-Element schon größer als in der vorigen Kategorie. Noch weiter sind die „sekundären Mittelstadien" der Produktion der Natur entrückt. Dazu gehören die Metallindustrie, die,Weberei, da« Baugewerbe. Dem Verbraucher ganz nahe und der Natur schon sehr fern, stehen die „tertiären Mittelstadien", wohin die so bekannten jüdischen Industrien gehören, wie dij Holzbearbeitung, die chemische. Leder- und Papierindustrie. Die „letzten Produktionszweige'-, schließlich dienen dem Verbraucher. Dieser Art sind solche traditionell jüdischen Berufe,'Avie die Bekleidungsindustrie, <he Bäckerei, das Drucke^ reigewerb'e und, andere Berufe, in denen das ,,Boden"-Elcment verschwindend klein ist und die ganze Produktion im ., A rbeits"-Element besteht. Was sagt uns nun die Statistik? In der Tabelle 1 sind auf Grund der russischen Statistik von 1897 und der österreichischen von 1900, die. jüdischen Gewerbe nach Maßgabeihrer Entfernung von der Natur und ihr prozentuelles Verhältnis zur Allgemeinheit der Laudesbevölkerung ''eraelchnet.