Freie Tribüne
- Journal
- Freie Tribüne
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 1 (8.1.1921)
- Date
- 1921-01-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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FREIE TRIBÜNE SEITE 3 Wirtschaftsaufbau die Stärkung unserer Produktionskräfte zu unserer Politik werden] (Stürmischer Beilall.; Dom Bericht der Staatskommi^sion für Elektrifizierung werden sie entnehmen können, was für eine ungeheure Arbeit wir auf diesem Gebiete bereits hinter uns haben. Der Auibau der landwirtschaftlichen Produktion, des Transportes und unserer gesamten Wirtschaft ist nur bei planmäßiger Durchführung den Elektrifizierungsprogrammes möglich. Man muß die Wirtschaft des, Landes, darunter auch den Ackerbau auf die technische Basis einer großen Produktion stellen. Die Elektrifizierung muß so zu einer Basis werden. Dec Plan der Elektrifizierung ist in materieller und finanzieller Hinsicht genau für mehrere Jahre durchdacht. Finanziell wird das* Elektrifizierungsprogramm uurch die Summe von 1.1 Milliarden Gold bestimmt. Wir können selbstverständlich nicht durch unser Gold diese Summe decken, auch unser Produkteniond, welchen) wir in Umsatz bringen könnten, ist nicht groß. Deshalb müssen wir unsere Berechnungen über die Elektrifizierung Sowjetrußlands mit Konzessionen und teilweise mit Holzexport decken. Wir müssen gleichzeitig jed-o Fabrik, jede Elektrostation zu einem Herd der Aulklärung verwandeln. Wenn wir Eußland mit so einem Netz von Blektrostationen und mächtigen technischen Einrichtungen bedecken, so schließt Lenin, wird unser kommunistischer Wirtschaftsaufbau zu einem Vorbild für das kommende sozialistische Europa und Asien werden. kykow über den Aufbau der Industrie. Der Vorsitzende des Obersten Rates für Volkswirt - schalt, liykow, erstattet dem Kongreß einen Bericht über die nächsten Wirtschalt^auigaben tiowjetrußlands und führ, u. a. aus: „Seit Kriegsbeginn fällt die Produktionbiähigkeit nicht nur in Rußland, sondern auch in den kapicau^tibchen Stauten. Erst seit der Hälfte des ablaufenden Jahres he - ginnt sich die öowjetwirtschalt zu erholen. Es ist bezeichnend, daß auf dem Gebiete der Verpilegung wir bis zum Dezember 1'JzU bereits iVa Millionen Arbeiter mit verstärkten Lebensmittelrationen versorgen; können. Seit dem 1. Dezember 14)20 haben, wir diese ^ahl schon auf üVa Millionen gesteigert. Da wir noch immer nicht alle Arbeiter so gut versorgen können, wie diese 2V3 Millionen, so siu'd wir vorläufig darauf angewiesen, die Verpilegung; unserer ciualiÜ - zierten Arbeiter herzustellen. Wuv die uereentigiiuiG uieSur verstärkten Kontrolle bürgt die Kontrolle der Gewerkachui:- •on. Der Brennstoffverbrauch der letzten 10 Monate dos Julias 1U2U hat ylen vonj 1U19 um das Öeehseinhulbiache über- .•offeji. Die Sowjetrepublik Aserbeidsohoin hat nach Zeutral- •uliland Hb' Millionen Pud Naphtha ausgeführt. Die Eiobo- •11g der .Randgebiete hat uns mit liohstotlen bereichert, tt denen wir, unsere Seifen-, Stoff- und Milchprodukteabriken für 1Ü—12 Monate versorgt haben. An buuniwollev'jrräten besitzen wir gegenwärtig bereits 3 Millionen. Pud. Von den vorhandenen / Millionen Webstühlen unserer Fabriken werden wir im Laufe des J ahres 11)21 nicht unter 70 u/ü in Betrieb setzen können. Für die vollständige Wiederaufnahme der Stofferz;eugiing in sämtlichen Fabriken sind fünf Millionen, Pud Baumwolle jährlich eriorderlich. Im Jahre 1U19 sind unsere Hochöfen, stillgestanden und das Land hat nur von alten Metallvorräten gelebt. Das Jahr 1920 hat uns zuerst „Sowjetmetall" gegeben. Außer den 19 Hooholen im Ural.v arbeiten die großen Jusowschen Hochöfen in. Donbecken. In den ersten..Monaten der proletarischen Diktatur haben wir fertige alte Vorräte verbraucht. Nachher haben wir. alte Fabrikate umgearbeitet. Gegenwärtig aber sind wir bereits an einen erfolgreichen Rohstoifgewiun herangetreten. Die demobilisierten Kotarmisten werden unser Arbeiterkon - tingent ergänzen. Aber die, Wiederaufnahme der Piouuktiou gibt uns keine Gründe zur Beruhigung. Sogar die vollständige Durchführung des festgesetzten Programms gibt uns nur ein Fünftel der erforderlichen Metallmengc. Dasselbe auch auf anderen Wirtschaftsgebieten, Im Jahre 1921 werden wir noch immer keine Vorräte ansammeln können. Heute können wir nur, cüq wichtigsten aus den wicht gsten Bedürfnissen wählen und sie nach Kräften decken, ßykow bespricht die Lage im Donbecken und führt u. a. aus: ,,Vor allem leidet das Don-becken unter dem Mangel an Lebensinittel und technischen! Einrichtungen. Die meisten Maschinen und Instrumente, die man früher aus dem Auslände erhielt, sind nun vollkommen, abgebraucht. Vor dem Kriege hat uns Dotibecken üUU Millionen.. Pud Kohle gegeben. In unserem Wirtsohansplan für 1921 haben wir bereits das». Förderungsminimum auf 45U Millionen — also 75 Prozent der Vorkriogsförderung — festgesetzt. Der Sowjetkongreß ist be - rufen, Maßnahmen zur Hobung der Produktion bis iüO Millionen, für Verpflegung der Arbeiter und für Masehineniinport aus dem Westen zur sofortigen Verwirklichung vor- ^uscldagen. Die Bergindustrie des Ural leidet unter ei.icin linderen Mangel: die 3UU.UU0 Pferde, die dort das Erz zur h'isenbahn bringen, sind nicht ausreichend mit i> ultcrmittelu Versorgt. Mau muß u. a. das Verkehrswesen der Uralschen Metallurgie durch sofort zu, erbauende Feldbahnen vervoukt'iiumien. Mit .Naphtha sind wir durch die Vorrate in Baku nid Urosnyj für das kommende Jahr versorgt. Abei wir kvi.«rden im, Jahre 1922 alle Vorräte verbraucht haben, wenn wir nicht schon, jetzt das Niveau, des Gewinnes Üüssiger ÜreniiHtoffe entsprechend, heben. Der Gewinn von Ii Milliohml Pud monatlich genügt nicht. Man muß in jeder Weise iie Verwertung der Naphthaiiuellen im Südural unterstützen. Die Arbeiten an der Errichtung, der Saratowschen Naphthai'itung haben bereits begonnen und wir können schon für lif nächste Zeit mit der Verbesserung der Broniiotolfversoriiiug der zentralrussischen Industrie rechnen, in der gan- :eu Welt -ist der Mangel an Naphtha empfindlich. Die Ameikaner behaupten mit Hecht, daß die Weltmacht jenem Staat t'ehüreu wird, welcher die reichsten Naphthaquellen besitzt. )ie Macht jeder Kriegsflotte ist durch das vuriügbare; Napht'haquantuin bedingt. In Kleinasien und Mesopotamien geht tetzt ein großer Kampf um Naphtha. Die nächsten Weltkriege, wenn diese ausbrechen sollten, werden auf dem Be-! streben der Eroberung der Naphlha quellen durch bewaffnete 'S Wacht basieren. Außer den Bakuner Naphthareiohtümevn, welche die habsüchtigen. Bücke des Weltimperialismus an sich Iziehen, müssen, wir die Jembisnker Quellen (Südural)j für uns sichern." llykow, weist ferner darauf hin, daß die Zeit 'der ausschließlichen Konsumtion, welche den Anfang der 'proletarischen Diktatur charakterisierte, zu Ende sei und da.s Sowjetrußland gegenwärtig ebensoviel konsumiere, wieviel es produziere. Die Einstellung der Kriegsereign sse bewirken sehr günstig die Konsumtionsverhältnisse. Kykow i untersucht die internationalen Aufgaben der Sowietwirlschait (Und 'sagt: ,,Die Weltrevolution stellt die Frage der Arbeitseinteilung unter Nationen an die Tagesordnung. Die internationale kommunistische Wirtschaft wird russische lloh- «toffe brauchen. Wir wissen es, daß die ersten Sowjetkongrosse ausländischer Bauern und Arbeiter uns Maschinen und Lokomotiven schicken und um Rohstoffe ersuchen werden. Es ist unsere Pflicht, diese anzusammeln und bereit halten.'" Eykow wendet sich den Verwaltungsfrajjen zu und erklärt u. a. folgendes:. „Der Produktionsplan entsteht allmählich. Er Schliem in sich präzise Aiueiisprogramme sämtlicüer Wirtsohaitszweige ein. ri.: Den Jfian ues Aufbaues ues Verkehrsw.esens, uer Konlen- und Meiulimuusuie, den EleKtrifizierungspnin, die VerpdegUiUgsarbeit etc. Was die persöiüiche ZiusaAmensetzung uer üxeKutiven unserei Wirtschattsämter betritit, so ist diese sehr behieidigend. Ueber 00 Prozent uer wichtigsten. Verwaltuugspiatze suid von Arbeitern besetzt. Der Oberste liat für VoiKswirt0eha£t wird aber olt des Bureaukratismus beschuldigt. Der Bu - reaukratismüs ist eine schwer zu vermeidende Begleiterr.enoinlung des empfindlichen, Materialmangels. Der Querste Bat hat z. B. jeden Handel mit Blei auis strengste verboten, da dieses für die Kugelcrzeugung notwendig war. Deshalb mußten sich sämtliche Betriebe unmittelbar an Zentralorgane wenden, weiche daher ungeheuer überlastet und curokvaü - siert wurden. Wir haben ej* mehrmals beobachtet, daß. das Emtreiten Irischer Materiale aufs Günstigste die Vertilgung bürokratischer Auswüchse bewirkt. Und deshalb sieht der Kampi mit dem BüroKratismus in unmittelbarem Zuanir-uienhang mit unseren rrouuktionsvorhäitni^en und wird gleichzeitig mit der Verwirklichung unserer Programme seinen endgültigen Sieg erringen. Diese Verwirklichung ist aber auch durch nie Heranziehung sämtlicher proletaii&cher Kräfte an den Aufbau bedingt. Die 4 Millionen-Armee geworkschaitJich organisierter Arbeiter wird uns auch diesmal zum Siege führen. t> teinberg verlas die Erklärung der Sozialrevolutionären Partei, in der diese von der kritischen Politik der herrschenden Partei gegenüber absieht und die Bauern - schalt autfordert, ihre Macht jetzt zu gebrauchen, um mit dem Stadtprolotariut eng zusammen zu arbeiten, i'lieodoro - witsch erstattet für uas. Kommissariat für Landwirtschaft einen weitläufigen Bericht über die schwierige Situation in der Landwirtschaft ab, die durch die im eridistischcn und Bürgerkriege hervorgerufen worden sei. Durch Tatsachen und Zahlen bewies er, in wie beunruhigendem Maße das Ackerbaugebiet verkleinert worden sei und forderte den Kongreß auf, die Maßnahmen, die der Begierungsbeiicht vorschlägt, als Grundlage der Besserung zu ergreiten. Die Plenarsitzung scldoß, mit einer Ehrung des Andenkens der Helden des Moskauer Aufstaudes 1905, dessen Jahrestag heute gefeiert wird, in Sektihnskonferenzen wird die Diskussion über Kryschomowskis Bericht über die Elektrifizierung und llykows, Bericht über den wirtschaftlichen Wiederaufbau fortgesetzt. In der Kongreßsitzung am 28. Dezember hat der Menschewik Dahn eine große liede gehalten, in der er die von den Kommunisten vorgeschlagene und später angenommene Resolution über die Agrarfrage scharf angegriflen hat. Dahn hat dem Kongrerse seihen Gegenvorschlag mitgeteilt, der vor allem in der Forderung der Wiederherstellung des Freihandels, der, Einführung von politischen Bauernkonsumvereinen und der. Abschaffung der Kleinbauernräto bestand. Aller - dings hat Dahn in seiner Bede die Erfolge, der Sowjetmacht bei der Verteidigung der Republik und in der Außenpolitik anerkannt. Der Kommunist Bogushawski erwiderte dem Menschewiken Dalin und teilte u. a. dem Kongreß näheres über die komprimittierte Rolle Dahns in der Denikin - Zeit mit: „Wir alle, sagt Boguschawski, haben, hier den Eindruck gewonnen,' daß Dalin nicht als Revolutionär, son - dorn als Anwalt der Großbauern, als Gegner der Arbeiterschaft und als geheimer Freund der Konterrevolution auf - getreten Ist." In der Sitzung des Kongresses am 29. Dezember führte die Volkskommissärini für soziale Fürsorge Kollouiaj in einer glänzenden Rede über die Bedeutung ,der Frauen im sozialistischen Auibau u. a. folgendes aus: „Wir müssen die Frau von jenem Ballast der unproduktiven Arbeit im Haushalt befreien,, welcher sie seit Jahrhunderten: drückt. Wir werden dadurch eine Menge schöpferischer Energie freibekommen. Leider leben, auch unter vielen von ihnen alte Vprurteile. Aber wir haben schon einen schwierigen Weg in unserer 3jährigen Arbeit zurückgelegt und wir nähern uns auch auf dem Gebiete der Emanzipation der Frauen dem Siege. Trotzki über das Transportwesen. Trotzki stattete einen eingehenden Bericht über die Lage des Sowjettransportwesens und über den heldenhaften Kampf der russ sehen Eisenbahner um den Wiederaufbau ab: „Im vorigen Winter", sagt Trotzki, „war die Lage unseres Verkehrswesens umso hoffnungsloser, als wir mit keiner Besserung unserer allgemeinen Lage rechnen, konnten. Die Zahl der kranken Lokomotiven und) Waggons nahm ununterbrochen zu' und ihre Remontierung, die nur teilweise und chaotisch vorgenommen werden konnte, brachte geringe Ergebnisse. Der Volkskommissar für Verkehrswesen mußte sogar von einer so extremen Maßnahme Gebrauch machen, wie es der Befehl war, reparationsbedüritige Lokomotiven weiter verkehren zu lassen. Damals haben wir die Losungaufgeworfen: „Alles für den Transport", ähnlich der Losung „Alles für die Rote Front". Und man hat viele Kräfte dem Aufbau des Transportes gewidmet. Wenn wir auch in diesem Winter unter einigen Mängeln unserer Verkohrslage zu leiden haben werden, so kann von der Todesgefahr, wio sie uns 1919 bedrohte, nicht mehr die Rede sein. Der Transport ist nicht nur mit der allgemeinen Lage unserer anderen Wirtschaftszweige nivelliert, sondern beginnt, sie zu übertroffen. Im Jänner 1920 wurden 258 Lokomotiven repariert, im Fcber 590, im März 524, im April GÜ3, im Mai 7G9, im Jiuü 8,47, im Juli 1035, im August 1042, im September 1074 und im Oktober 1090, wobei in den Monaten Juli Ibis Okiober die Normen der Produktion um 30 ü/0 überschritten wurden." „Theodorowitsch führt die Idee aus, daß dio Land - Wirtschaft nur durch Initiative der Bauern verbesbert werden kauu< Aber diese Initiative muß vom Staate unterstützt werden. Das Land muß wissen, daß die Arbeitspflicht sich nicht nur auf die Arbeiter, sondern auch auf die Bauern erstreckt. Die Bauern müssen verstehen, daß die Erhöhung sen, daß sie nur im Kampf um diese Produktion den eigeder Produktion ihnen befehlende Pflicht ist. s>i neu, Untergang aufhalten. Die Kommissariate werden aufgefordert, alle ihre Kräfte dieser Aufgabe zur stellen. Eigene Komitees müssen die Verminderung Ues bebau&aren Gebietes aufhalten, müssen gegen alle, auf Gewinn berechnende Handlungen vorgehen.4* Als letzte Resolution des Kongressas wird nach einem kurzen Bericht Trotzkis über die nächsten* Aufgaben der Arbeit in der Roten Armee der Beschluß gefaßt, die Demobilisierung der älteren Jahrgänge der Armee zu bewilligen und gleichzeitig für qualitative Verstärkung der Roten Armee nach wie vor zu sorgen. Nach dem Bericht Makschinowskis über die Arbeit der Mandatskommission des Kongresses, deren Daten bereits mitgeteilt wurden, wird das neue allrussische Zentralexekutivkomitee der Arbeiter-, Bauern-, Rotarmisten und Kosakensowjets gewählt. Unter großem Beifall wird mitgeteilt, daß der Wahlvorschlag der kommunistischen Fraktion, welcher von diesen gerne nsain mit den Parteilosen zusammengestellt wurde, einstimmig augenommzn ist. Das neu« Zentralexekukvkomitee besteht aus 300 Mitgliedern, darunter zwei Drittel Delegierte aus der Pxovinz. Nach dem Schlußwort von Kamenow über die Bedeutung des VIII. Sowjetkongresses, bber wirtschaitl chen Aufbau bau und die Befestigung der sozialistischen Ordnung wird der Kongreß mit dem Gesang der Internationale geschlossen. Der VIII. Sowjetkongreß hat in der Sitzung .vom 28. Dezember beschlossen: „Infolge der Beendung'der wichtigsten Kriegsoperationen, in Anbetracht des Beginnes der teilweiseiii Demobilisierung und der dadurch entstehenden Möglichkeit, die Kräfte und Mittel für die Lösung der Wirtschaftsausgaben zu konzentrieren, fordert der VIII. allrus. sieche Sowjetkongreß alle Arbeitenden der R. S. F. S. Ii. auf, ihre Kräfte, ihre Kenntnisse, ihren Willen, dem Aufbau der Industrie, des Transportes und der Landwirtschaft zu widmen. Zur Auszeichnung jener Arbeitergruppen oder Persönlichkeiten, welche eine besondere Initiative, Aufopferung und Energie in der wirtschaftlichen Arbeit an den Tag gelegt haben, führt der VIII. Sowjetkongreß den Orden der „Roten Arbeiterfahne" ein. Der VIII. Sowjetkongreß hat in seiner Sitzung ftm 28. Dezember u. a. beschlossen, sämtliche Organe der Sowjetmacht aufzufordern, der Versorgung der Industrie mit Heizmaterial und Metall besondere Aufmerksamkeit zu Widmen. Die Industriegebiete, die Bergwerke und die Metallurgie des Moskauer Bezirkes des Donezbeckens, des Ural - gebietes, muß in außerordentlich günstige Bed ngungen. zur Entwicklung ihrer Produktionskräfte gestellt werden. Der Kongreß hat ferner beschlossen, dem Obersten Rat ihr Volkswirtschaft vorzuschlagen, sämtliche erforderlichen Maßnahmen unverzüglich zu treffen, um die Kohlenförderung im Jahre 1921 auf 600 Millionen Pud und die Metallproduktion auf 25 Millionen Pud Gußeisen zu erhöhen. Außerdem wird es den höchsten Verwaltungsorganen zur Pflicht gemacht, eine große Aufklärungsarbeit und Produktionspiopagsmda in den Industriegebieten einzuleiten, die Bergwerke mit genügend Arbeitskräften zu versehen, Maßnahmen, betreffs Arbeiterschutz streng einzuhalten und zu erweitern, im Donezbecken und im Uralgebiet alle möglichen technischen Ver - vollkommnungen, darunter auch die Elektrfizierung, einzuführen, und, schließlich die Lebensmittel und Sanitäfcsiage In den Industriegebieten aufs strengste zu überprüfen un< möglich zu verbessern» Eine Sowjetausstellung in Mos* Am 26. Oktober wurde im Moskauer haus (ehemaliges Ädalshaus) eine für den Vi kongreß vorbereitete Ausstellung eröffnet. In fk-t Jung sind vor allem Muster der Sowjetprodu!vi. schlnen, Instrumente usw., untergebracht. Das v - sarjat lür Außenhandel demonstriert ii Mustern . J graimmen den Import und den Export. In e. i : : - ■ lungslokal arbeitet eine Funkenstation, welch»;■>: Welt Berichte über 'd;e Sitzungen dies Rongr«. >c: , .k einem anderen Zimmer haben dje Delegierter a': '•>!':, das neu erfundene Radiotelepfoort zu betrar. n .>,.'■' •;; brauchen. Sämtliche Volkskommissariate si , 1 sehe Karten u. a. vertreten. D;e Urkunde; ■; schlüge Sow,etruBlands mit den Randsta:;': : . c< v m. ausgestellt. Die Ausstellungsräume sind v<*r> :V.•.>:;>> .• 1 füllt. Drahtlose Telefonie in Sowj; - ';d Zwischen Moskau und Tschc! ja o...! -; . :. tefep'honischer Pressedienst hergeslei'!. ..•;; ' die Moskauer Funkenstation u. a. r.; ,. :;, . ),,• < Verkehr mit den Stationen vom vN ... i k.-...1., •>• IrJcutsk und Tschita. Die Rekordd^: nz c--r :*<.:;;-:v.- sehen Versuche des Ingenieurs Bonb.ch-b••..;.>»•,• ^r\: . auf die von 4500 Kilometer gestiegt.;: n i .; .inländische FunkentelephO'nje weiit hinte. Aus der Internatk riJ - Die rumänische Arbeiterbewe /i i ' v. Die proletarische Bewegung Rumäniens :• <. <; Zeit nach dem Waffenst.Ilstandi bedeutende Fou. rnacht Während vor dem Kriege die Partei einw . . < A\itglieder zählte, sind diese heute berejts auf ir.. ■■> •■;;)'..• gestegen. Gewerkschaftlich organisierte Arbeiter " über 250.000. Im Parlament ist die Partei von V, ' : tierten und drei Senatoren vertreten. Diese Fortschriii '1 ' Um so me'hr zu würd.gen, als das Land sich lrats£; unter Militärdiktatur befindet. Für die Zeitungen bestchi <i . Vorzensur und d.e Militärgerichte gehen mit der grob... < Strenge gegen politische Vergehen vor. Gegen diese Re aktion proklamierte die Arbeiterschaft am 2ö. Oktober n.^ Generalstre.ik. Dies war für dje Regierung der Anlaß, ü c wüsteste Reaktion zu entfesseln. Die sozialistischen Zeitu;. gen wurden eingestellt, die VoJkshäuser mUtärisch besetz*, die Führer verhaltet und den Militärgerichten übergeben. Ueber 200/) Verhaftungen wurden vorgenommen, unter d esen befinden sich zahlreiche Abgeordnete und Gewerkschaftsführer. In Bukarest wurden acht davon bereits zu je fünf Jahren schweren Kerkers verurteilt. V;e!e der Verhafteten werden in den Kerkern mißhandelt, in Bacau wurde der sozialistische Arzt Dr. Aroneanu im Gefängnis ermordet. Nach dieser Niederlage des Generalstreiks, die hauptsächich durch d:e mangelhafte Vorbereitung verursacht wurde, beginnen Partei und Organisation sich bereits wieder zu erholen. Die Zeitungen der Partei erscheinen wieder und ein Teil der Verhafteten wurde auf rre'.en Fuß gesetzt. ' Wie in allen anderen sozialistischen Parteien, kämpfen auch in der rumänischem Partei zwei Tendenzen um: die Oberhand, die kommunistische und die sozialdemokratische. Die Massen sind entschieden für den Kommunismus, während die Intelligenz mehr zur Sozialdemokratie hinneigt. Die Partej, welche schon über ein Jahr keinen Kongreß mehr abgehalten hat, ist aus der II. Intermütiomafje ausgetreten, ohne sich jedoch bisher der III, Internationale anzuschließen. Gegenwärtig befindet sich e'ne Delegation der Partei in Moskau, nach deren Rückkehr der Parteikongreß höchstwahrscheinlich den Anschluß ai die III. Internationale vollziehen wird. 1 Die sozialistische Partei besitzt in Bukarest eine Tageszeitung „Sozialjsmul" mit einer Auflage von 20.000 bis 30.000 Exemplaren. Andere sozialistische Tageszeitungen sind der „Vorwärts" in Czernowtz, diie „Arbeiterzeitung" in Teniesvar und „Elöre" in Brasso. Außer diesen bestehen noch einige Wochenschriften in rumänischer, deutscher und ungarischer Sprache. In Bukarest erscheint no.h die Monatsschrift „Lupta di data" für dje kommuniistische Richtung, und „Viata sozialista" für die sozialdemokratische Tendenz..