Freie Tribüne
- Journal
- Freie Tribüne
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 1 (8.1.1921)
- Date
- 1921-01-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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SEITE 4 EREIE TRIBÜNE NR. 1 Der SoziaKstenkongreß in Tours. fluch de Franzosen br-ben ihren nationalen Heidan Gustav. Mitnichten steht er seinem Herzensbrude/, den nroßen Deutschen Gustav No^ke, na-Ii. Wür glauben n cht l'ehlzug&hen, wenn wir d esem Halbgöüerpaare in Sach en des Renegatentums das qrößte Verständnis und die beste Sachkenntnis be messen. GustiV Noske hat nah der Spaltung der Unabhängigen in Halle über die Hilferdinge und Dittmanns tref.ende Worte ges igt, Gustav Herve soll deshalb su5h in Sachen Longucfcs und Sembats zitiert werden. ( - Von nun am dirf de Gewissensfrage, die der famose Schmo k der französischen Bourgeosic an die „Ii,'nausgetretenen" Zentristen richtet, in keinem K 'te-hismus des Sozialretorinismus fehlen: „Wie, seht Ihr nicht, daß die E faihrung bewesen hat, daß Mi Ii er and a lein gegen uns alle im Rechte blieb, als er si:h gegen den (uns von den Deutschen aufoktnojierten Bürgerkrieg wehrte, als er uns einlud, ihm auf dem Wege des relormistischen und nationalen Sozialismus zu fo gen." Die Mahnung vom Herve kirn noch zur rechten Zeit. Das lehrt uns die rasche Bekehrung von Longuet und Sembat, die nach noch nicht 24 Stunden, seitdem er «Jie-e Worte in seiner „Victoirc" geschrieben, sich Blum und Renaudel', den französischen Sozialpatrioten, an den Hals warfen. Es lebe Millerand!.... Arme „Arbeiter-Zeitung", die „dm Genesungsprozeß in Frankreich van der Gruppe Longuet erhofft" — nun Wird sie ihre Hoffnungen mit auf Renaudel und — Thomas bauen müssen, und es wird sie ni:ht allzu sehr in Staunen versetzen dürfen, wenn unter den Wallfahrern von Wen1, dem PiJgerorte der Adlerjünger und Rennerseligen, die weder auf'Bern no-h Mo-kiu schwören, v.elleicht der S. h!eppenzug der II. Internationale in seiner ganzen Pracht sich zeigen w rd. Vielleicht auch Ebert und Millerand, die Götter wissen es ... Diese Zeilen, die wir hier der „Entwicklung" der französischen Zentristen gewidmet haben, können man - chem Leser fr vol und unsachl ch ers.h'ßiinen. Ihre Bere.htigung tritt aber vollauf* zutage, wenüi wir den Verlauf des Kongresses von Tours wie auch d e ihm vorausgegangene Diskussion der 21 Bedingungen von Moskau betrachten und prüfein. Zunächst verd.ent en Umstand unsere besondere Aufmerksamkeit. Trotz aller Beteuerungen von Longuet, „daß er sich mit allen Kräften dagegen wehren werde, wenn man die Pdrte werde zerschlagen wollen", trotz aller Versicherungen se ner Genossen, daß ihr vornehmstes Ziel d i e Einheit des revolutionären Proletariats sei, haben sie z.elstrebig die Spaltung gesucht und — vollbracht. Zwar haben wir de jesuitische Dialektik der „Unabhängigen" aller Länder seit den Kongressen von Halle und Prag, wo die reformistische Minderheit unverfroren die Spaltung vollzog, um dann diese den Moskauanhängern der Majorität zuzuschieben, zur Genüge kennen gelernt — noch nie fast aber d.eser Wesens zug des Mensc he w is- Imus 'so grell und unverhüllt sich gezeigt, wie auf dam; KorrgreB von Tours. Es ist deshalb am Platze, ihn an diesem Musterexemplar einer tieferen Analyse zu unterziehen. Die Programmredtf von Longuet. bietet hrezu genügend Material. Bezeichnend sind schon die Gesichtspunkte, unter welchen er den Bestand und die Entwicklung der revolutionären Internationale prüft. ZualÄchst ist es ddie verschwindende Minderheit der Kommunisten in a/len Ländern, die seinem Scharfblicke nicht1 entgeht. Die Niederlage der Sozialistein in Sachsen, der Kommunisten in Oesterreich, der Abfall Serrates in Itdl en sind seine Haupttrümpfe. Auch die Gegnerschaft Fr. Adlers wird angeführt. Ein Hauptgegner der III. Internationale, sei ferner die englische Labour Party. Die Hinneiguna der unterdrückten Orientvölker zu Moskau könne nicht durch marxistische Gründe erklärt werden. Dabei vergißt Longuet, daß seine Betrachtung und Beurteilung der internationale raich der Mitglieder- und Wahlstimmeinzahl der kommunistischen Partei schon ganz und gar nicht diem Standpunkte das Marxismus, geschweige denn des revolutionären, entspricht. Paul Faure, der zweite Hauptredner des französischen Menschewismus, liefert uns nicht minder treffende „Geständnisse". Er wendet sich insbesondere scharf gegen die illegale Arbeit und Organisation der Partei, die von Moskau gefordert werden. Er fragt, ob diejenigen, die die 21 Bedingungen annehmen, auch Propaganda in d en Kasernen führen werden. Er persönlich lehne es ab und würde auch seineim SoWnie und se irßn Freunden davon abraten...; Diese Berichte des Führers der Rekonstrukteure bringt zwar seiine nicht minder „revolutionären" Anhänger in Verlegenheit, die noch dadurch gesteigert wird, daß Paul "Faure ' erklärt: „Ich brauche keine drei Monate, um euch zu erklären, daß ich mit der Feder und dem Worte fortfahren werde, für d,e sozialistischen Ideen zu streiten." — „Zu wenig mit der Feder!" — gellt ein Zwischenruf — „die Russen sind keine r'ederheilden..." Gerade die Bekenntnisse von Longuiet und Faure lieferten den be>ten Beweis dafür, wie sehr Lenin und Sino- Wiew im Rechte waren, als sie die Zentristen führer für ebenso schädlich für die Entwicklung der proletarischen Revolut.on erklärten wie die Sozialverräter. Der Redner der französischen Kommunisten, Vaillant-Ciouturier, hat es deutlich zum Ausdruck gebracht: „Wir wollen hinfort keine Führer mehr haben, de im Augenblicke der Taft )hr<a Hände we Pontius Pilatus in Unscnuld waschen und jedwede Verantwortung von sich ablehnen. Der Menschewismus fast nicht mehr zu übertreffender Weise charakterisiert. Würde man nämlich sein wahres Antlitz r>loß in Wort und Resolution, auf Konferenzen und in Parlamenten suchet.!, so scheint er an revolutionärem Elan dem Bolschewismus in nichts nachzustehen. So die russischen Menschewiki und die Zentristen in Zimmerwald und Kiental, so auch im Parlament und auf der Ag,tjt;onstribüne. Wie sehr aber wird die, Lage geändert, wenn es nicht mehr eine Wort- und Federfehde gilt, sondern die geschichteschajfemde Tat! — Der sozialistische Parteitag ,in Tours hat mit 3252 Stimmen von 4763 sich für den vorbehaltlosen Anschluß bekannt. Die Longuet-Blum-Gruppe — wir dürfen sie jetzt in einen Topf wer en — haben kaum 1400 Stimmen aufzuweisen. Die klare Sehe durig zwischen Revolutionären und Opportunisten hat sich auch in Frankreich vollzogen. Das Ueber-Bordwerfen der Longuetisten ist jedoch die negative Seite in dem Fortschreiten des französischen Sozialismus zur Weltlevolution. Um so bedeutender ist sein positiver Gehalt, der in zwei Mpmenten gipfelt: In der Ausbreitung der revolutionären Front bis an das Zentrum der Weltkonterrevolut.on und -Reaktion, sodann in der Schaffung eines revolut.onären Brückenkopfes an dem Britenkanal. Das erste Moment Wtrd ohne Zweifel den Kampf der französischen Bourgeoisie, der perfidesten und rücksichtslosesten unter ihresgleichen, gegeji Räterußland lähmen und den Bürgerkrieg der „luhmvolien Nation" gleich dem der besiegten Nationen entfesseln. D.es wird aber die Einheitsfront des deutschen und französischen Proletariats um so fester machen und schließen, wie e; Klara Zetkin auf dem Parteitage durch ihr Erscheinen symbolisiert. Das zweite AVoment hat seine Bedeutung darin, daß der feste Schritt des französischen Proletariats 2ur III. Internationale sicherlich seinen Widerhai) bei der englischen ArDejieischart rinden wird. Noch Marx hatte gesagt, daß „das proletarische London auf Par,s hinhorcht." Und sicherlich finden die KraitLuien des französischen Sozia.i.-mui imen ersten Treffpunkt jenseits des Aermeikanals. Von iiidit geringerem Werte ist der Entschluß zu Tours für d,e revo.ut.onäre Entwick.ung in allen romanischeil Ländern, besonders auf der Pyreaäenhalbinsel. Arbeiterrat. Bezirksaroeiterrat Leopoidstadt. Am o. Jänner fand die konstituierende Vollvers;imm - lang des Bezirksai-ueitorrales IL. .statt. Es gekürt mit zur Methode, mit welcher die Mehrheit den Arbeiterrai, behandelt, daß die Vollversammlungen i in in e,r in die entlegensten bpelunkcii des P r a t e r v i e r - t e 1 s einbevi.ieu werden. Trotzdem lieiieu es sieh die gewählten Arbeiterräte nicht nehmen, in großer Zahl zu erscheinen- Die lvotirttituiurung eigab: Fischer als Obmann, Dr. T r e b 11 s c Ii als UumannstellVertreter, Ii a d - wan als Schnitluhrer. Von den Kommunisten wurde L a ■/. a r o w i t s c h, von der rechten Poalo-Zion Locker und von der jüdischen sozialistischen Arbeiterpartei P o a 1 e - Z i o n (Jen. M a 11c e ö o h o r r k ooptiert. Alsdann ergriff als Referent zum ersten Punkte der Tagesordnung: Das E i n k o m m e n s 't e u e r g e s e t z, El der seh das VVort. »Seine liede war so arm an wirklichen Argumenten, daß uns unwillkürlich der Ucdanke knmv „Ward je in solcher Lauu' eine Steuer beschlossen Vor allein operierte er mit absoluten Zahlen. Das steuerireie Existenzminimum, welches im früheren Einkommeusteuerge - setz mit KlGoü.— festgesetzt war, sei im neuen Tarif unter K 8UU0.— angenommen. Dadurch sollte wohl ein besonderes Entgegenkommen, bewiesen werden. Tatsache ist, daß in diesem Falle das Spiel mit absoluten Zahlen unmöglich ist und nur die relativen auf eine ütandardwühruug des Weltmarktes bezogenen W'eue maßgebend sein können. Das frühere steuerfreie Jahreseinkommen von K 1G00.— cntsjn'ach (34 englischen Pfund, während das gegenwärtige, mit der nieder - sten Steuer bemessene Einkommen von K SUlR).— nur vier Pfund gleich ist. Der im Gesetzentwurf angenommene höchste Arbeitslohn von K GÜ.UUU würde nur i30 Pfund entsprechen, also n m die Hälfte niedriger sein, als das steuerfreie Existenzminimum, in r'riedenszeite/t. Hieraus ergibt sich, daß die Arbeitslöhne kaum zur Pristung der allernotwendigsten Bedürfnisse reichen und lange nicht die im Wesen des Arbeitslohnes liegende fortwährende Erneuerung der Arbeitsenergie bewerkstellig^^, können. Damit ist auch gesagt, daß die gegenwärtig i,e - stehenden Löhne kein Abzwacken und Besteuern, vertragen können und daß ein solcher Versuch, wenn er überhaupt zur Ausführung kommen könnte, unfehlbar eine stete Verelendung der Arbeiterschaft zur Folge hätte. Denn mehr Steuer könnte nur weniger Brot bedeuten. Das kam in den Reden der Diskussionsredner, besonders in der Kode des Gen. Lazarowitsoh klar zum Ausdruck. Besonders entrüsteten sich die Bedner über die Absicht, die Unternehmer zu Steuereintreibern zu ernennen. Die Wortführer der Mehrheit scheinen an die Existenz der Betriebsräte ganz vergessen zu haben. Es wäre wohl eher zulässig, die Betrleb^iale die Vermögensabgabe feststellen zu lassen, als den Unternehmer zum Büttel gegen Proletarier zu verwenden. Nachuoni Schluß der Debatte angenommen worden war und Eldei soll das SchlußAvort gehalten hatte, wurde der MehiheUsanUvig auf Genehmigung der Steuer gegen die Stimmen der Kommu - nisten und unserer Partei angenommen. Ob sich die Proletarier beim Bezahlen der Steuer auch so willfährig zeigen werden, bleibt abzuwarten. Die Wiener „Freie jüdische Volksbühne" - ais Vorbild! Eine Anregung. Nichts ist so beschämend für das jüdische Geistesleben der Gegenwart als das jüdische Theaterelend. Wohl sind überall', wo Juden in mehr oder minder konzentrieiton Müssen leben, auch jüdische Theater zu finden, aber sie stehen alle — mit ganz vereinzelten Ausnahmen — auf dorn denkbar niedrigsten Niveau und spielen aussciüicßlich minderwertigsten Schund namenloser Skribenten. Jakob üordins Theatralik gilt auf diesem Niveau als der höchste Gipfel, zu dem man mit unantastbarer Bewunderung einporstiiaut. So im gesamten russischen Osten, so in Galizien, in der Bukowina, in Rumänien und auch im allgemeinen Li Amerika. Ueberall stecken unsere Massen in der unglaublichsten Geschmacksverwilderung. Und das ist umso mehr be.^tüi - zend, als wir ja gegenwärtig schon, ein ansehnliches künstlerisches Repertoire besitzen und eine Menge bedeutender Schauspielertalente haben, die sich entweder am Schund vergeuden oder für uns au die fremden Bühnen verloren gehen Ein Elend, an, dem vor allem die Teilnahmslosigkeit unserer intelligenten Kreise schuld ist — derselben Kreise, die das Gros des. breiten Theaterpublikums und Schon - 'geistortums in allen Städten und Städtchen Europas bilden. „Das ganze Geheimnis des jüdischen Theaterelends: daß nämlich die jüdische Bühne seit jeher von der Intelligenz dea jüdischen Volkes gemieden ist.'*: das hat schon 11)10 Nathan Birnbaum ausgesprochen, der sich mehriaen mit der jüdischen Theaterfrage beschäftigt hat. Einen leuchtenden Punkt in dieser allgemeinen Inter - esselosigkeit bildete in den letzten J ahron . . . Wien! Im Jahre 11)14 wurde liier von einem kleinen Kreise Intelligenzler und Handwerker ein Verein gegründet unter uem Namen: ,,Freie Jüdische Volksbühne." Der Verein hat zum Zwecke die Pflege der modernen jüdischen Dramatik. Mit den größten Schwierigkeiten, hatte er in diesen allgemeinen Katastrophenjahren zu kämpfen, ließ aber das Ziel niemals aus dem Auge: auf den Breitern verschiedener Wiener Bühnen Wurden von einem eigenen jüdischen Ensemble eine lieihe von jüngeren jüdischen Dramen aufgeführt: Von Sch. Asch: „Gott der Rache", „Mit dem Strom", „Der Landsmann" von David Pinski: „Aisik Scheftel", „Die Mutter", „Jekel der Schmied", „Glücksvergessene", von Hirschbein: „Die Newejle", „Tkias-Kaf", „Jovel"; von Kobrin: „Der Dorfsjung" u. a. m. Bis die von der „Volksbühne" angeregte Idee soweit um sich greift, daß sich Mittel und Kräfte fanden für die Gründung in Wien eines kleinen beständigen' jüdischen Theaters auf künstlerischer Basis. Dies sind unsere „Jüdischen Kammerspiele", an die sich die „Freie Jüdische Volksbühne" sofort anschloß. Es ist in der allgemeinen europäischen Theatergeschichte der Fall gewesen, daß das Eingreifen der „Freien Bühnen" und „Volksbühnen" eine neue Epoche der Entwicklung hervorrief. So war es am Ende der Achtzige.vjahre des vergangenen Jahrhunderts in Frankreich:, als üas französische Theater zu verflachen drohte, gründete Antoiue in Paris 1S3D sein „Theatre libre": die ersten SchuuspieL-r v-'u-ren Dilettanten* das Theater halte bloß um 300 Plätze und Antoiue snibst trug aus üle Karten zum verkaufen. Aber dieses „Theatre libre" begründete das moderne flanzösisclie Theaterrepenoirc und meinem Dilettantenkieise entutammum später hervorragendste Schauspieler Frankreichs . . . Dasselbe Bild ein wenig später in Deutschland: das Theater schien im seichten Feuilleionismus der Zeit untergehen zu. woiieu — und aus einem Kreise junger Idealisten — wie Willi. BüJsche, Bruno Wille, Maximilian Hürden, 0;io iiian^ Paul Schlenl'uer, Theodor Wolii, Gerh. Hauptmann u. a. — entstanden seit lä'JO mehrere „Freie Bühnen" und „Volksbühnen" in Berlin und in anderen Städten De^üsehlands. Dies neue Theater war es, das Ibsen, Tolstoi und deu jungen. Hauptmann zum erstenmale zur Sprache kommen ließ und für sie überhaupt erst die Bühne eroberte. Und das ist auoh der einfachste Weg, der ^ur Gesundung des jüdischen Theaterlebens führen soll. In allen Städten und Städtchen Galiziens, Bukowinas und Rumäniens — wo nur nach den erlebten Zerstörungen die Zustäude bis zum Theaterinteresse stabilisiert sind — müssen im bewußten Gegensatz zu den) existierenden jüdischen Schundtheätern „Freie jüdische Volksbühnen"-Vereine gegründet werden — mit dem unerläßlichen Ziele, den Tendenzen der modernen jüdischen Dramatik zur Bühneiigoltung zu verhelfen. Wenn ein solcher Verein auch nur einige Vorstellungen während der ganzen Theatersaison mit mehr oder minder künstlerischer Würde zustande bring't, hat er diesem Ziele schon gedient. Und das wird gewiß nirgends bis zur Unmöglichkeit schwer sein — es müssen ja nicht gleich erstklassige Schauspieler dabei sein — es genügen zunächst auch Dilettanten; es werden sich übrigens gewin -iw..,p einige Schauspieler finden, die sich aus der V< \. buden schon längst heraussehnen. Und wen •-: , ser „Volksbühnen"-Vereine das gesamte jüdi> ,,• ( . gebiet umfangen wird, dann werden unsert stillten allmählich! von selbst ihren Einfluß um - ■•■<<.■. berechtigung vorlieren. So ist jeder „Volksbüi ,. r. .. ein lebendiger Protest gegen die herrschende : Verwirrung und zugleich ein Schritt vorwärts - \'•' und zur Kultur . . . Denn das jüdische Theate- v: — ist Unwürde! Und das künstlerische Erfasse bedeutet stets den höchsten Kulturwert — — —• Diese Worte wollen ein Appell an alle aus ' discheni Organisationen und Verbände sein, in .j -; wärtsstrebende Jugend oder iüdischer Arbeitende über den Rahmen der Tageskämpfe hinaus — vo :;; Willen zur allgemeinen jüdischen Entfaltung getj , ■ und für neue Wege neuen Lebens empfänglicher Seele heg!. In näheren Fragen der VereinsgründungeL ten, Repertoire, Schauspielerfrage — wende man „Freie jüdische Volksbühne" in Wien, II., Untere straße 11 oder persönlich an mich. (Adresse ii des Blattes.) Ein reger Kontakt mit Wien wäre d i -j wünscht! Vortrags-Kalender. Samstag, 8. Jänner: ru u. Die Lage in unsererv 7 Uhr abends t,nascnin Bewegung. Montag, 10. Jänner: 7 Uhr abends Nir Die politischen Parteien in Palästina. Mittwoch, 12.Jänner: 7 Uhr abends Mahler Materialistische Geschichtsauffass. Samstag, den 15. Jänner, um 7 Uhr abends, findet im Arbeiterheim, II. Bezirk, ßlumauergasse 1, eine Liebknecht- Luxemburg- Gedenkfeier mit folgendem Programm: 1. Eröffnung: Jüdischer Arbeiterchor 2. Gedenkrede: Gen. Kandel 3. Aus Liebknechts und Luxemburgs Schriften 4. Revolutionslieder: Jüdischer Arbeiterchor. Regiebeitrag: 5 Kronen Allgemeine jüdische Arbeiterbibiiothek. II. Blumauergasse 1. Donnerstag, den 13. Jänner 1921, halb 8 Uhr abends, findet im Saale des „Bayrischen Hof1', II., Taborst..-. 39, ein titerarischer Abend statt, welcher dem Gedenken des jüdischen Dichteis J. L. Peres gewidmet ist. Programm: Eröffnung. Vortrag Alexander Ch.: Jehuda Laib Perez. Ausgewählte Szenen von J. L. Perez' Werken. Dargestellt von den Herren Direktor Beismann, Bell, Preis, Knoll, Mit-, gliedern der Jüd. Bühne. LiedeFvorträge des Herrn Jolowics. Chafcsidische Tänze, ausgeführt von Herrn Direktor Eeismann und Silbermann. Preis der Eintrittskarte K 15.—. Karten sind zu haben bei Gen. Bjelaczewsky im „Konsum" »nu an der Kassa der jüdischen Arbeiterküche und im Arbeiterheim, II., Blumauergasse 1 erhältlich. Herausgeber und verantwortlicher lledakteur: Rubin Glücks; „Adria", Druck- und Verlagsgesellschait m. b. H., Wien, II., Taborstraße 52 B.