Freie Tribüne
- Journal
- Freie Tribüne
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 44 (11.12.1920)
- Date
- 1920-12-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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SEITE 2 NR. 44 Nun haben wir ja eino politische proletarische Partei, die die .Regulierung der Wanderung aui ihro Fahne geschrieben, ja, sich zur Hauptaufgabe gemacht hat — die vereinigte jüdisch-sozialistische Partei. Wie sonderbar ist es nun, gerade von dieser Partei jeden Tag aufs neue den Beweis erbringen zu sehen, daß das Wnndcrungsproblem nicht in Europa und nic/L m Amerika zu lösen sei, und den historischen Schrei zu vernehmen: d a r u in j ü d i s c h c A rb o i t o r meidet . . . Palästina. Wahrlich, diese Leute fühlen, daß Palästina heute die einzige, ernste, tatsächliche Möglichkeit einer z i c 1 b e w u ß t e n R c g u1i c - r u n g der Emigration darstellt; sie fürchf ton also, durch organisierte Lenkung der Emigration nach und durch gesellschaftliche Kolonisation in Palästina das eigene Programm — Regulierung der Wanderung — verwirklicht und jede Existenzberechtigung verloren zu haben. Und so tut dem jüdischen Proletariate eine große Organisation aller politischen, gewerkschaftlichen uud wirtschaftlichen Kräfte not, dio die Regulierung der Wanderung nicht bloß zum geschriebenen Programm, auch nicht nur zur feierlichen Beschlußfassung, son - dorn zur tagtäglichcn, ernsten und' zielbewußten Arbeit macheu soll. Offener Brief an die Poaie- Zion Ostgaliziens. Mit aufrichtiger Freude nahiueu wir Buer --- zugleich unser Organ, „Die Gcworksohait" in die Hand. Nach soviel schweren Monaten der Veriolgung durch die im Lande herrschende .Reaktion, wieder ein Zieichon des Lebens uud Kampies, eine Ankündigung von besseren Tagen ihr die ersciiupiie aber doch kaniptxUstigo jüdische Arbeiterschaft Ostgaliziens. Stets habet ihr Genossen >'oa:0 Zion in den ersten Reihen der revolutionären Bewegung gck'ämpit. Mit btuiiiuücner Freude habet ihr die .uo.vj.ugeu der russischen proletarischen Revolution auigenommen, im b'cuer des tagtägliciien Kampies seid Ihr zu der klaren Erkenntnis, der Euch bevorstehenden Aulgaben gelangt, zum voUen Verständnis der Pflichten, die aui Euch lasten und schließlich zum festen Entschluß, den Weg des unbarmherzigsten und unerschütterlichsten Kampfes gegen, die Bourgeoisie und iür den Sozialismus zu betreten, gekommen. Demgegenüber sollte nun das Organ, das Ihr mit so- Viel Muhe geschalten, mit soviel Opiern wohl auch der Streitrufer Eures KampiwLlens die getreue Abspiegelung des revoJutionären Geistes unserer Partei sein, v Leider isi der Geist der Zeitung zu sehr verschieden ron jenem, den unsere Partei atmet; er droht die Partei Wieder dahin zu veriuhren, woher sie sich mit größter Anstrengung zum richtigen, proletarischen Weg durchgerungen hat. In unserer Weltbewegung, in unserem Weitvurbanöo kam es zur Spaltung. Die rechten Parteien und Gruppen reriießen uie Weitkoidorenz, da sie nicht Willens waren, sien den Beschlüssen der großen Mehrheit von Genossen in unserer Bewegung zu unterwerfen, die längst schon jegueho Beziehung zu der Bourgeoisie — wenn sie aueu uniev yonisL*eher, *.cp jzioniot;.aciier ouer aui derer gelber luaggo ihr Unwesen treibt — abgebrochen hatten. Naenaern sie der Konferenz den Kucken gekehrt, gründeten sie einen neuen, rechten Veroand. Der alte Weltverband und der „Neue'- haben ihre Resolutionen formuliert, den Weg, den sie beschreiten werden vorguzoich.net, beide haben uas Programm ihrer bevorstehenden Arbeit aufgestellt — und nun heißt es Stellung nehmen zur Spaltung in der Weltbewegung, zu den Bescnlussen und progrununatischen Erklärungen sowohl uo.. alten (linken), als auch des neuen (rechten) Verbandes; jetzt muß jener Uenosse entscheiden, jede Punoi ondgildg ieststöllen und erklären, welchem von beiden sie sich anschließen, nnt welchem Veruande sie mitgehen wolle. VuiM Zuivursicüt warteten wir aui me Nachricht über die Stellungnahme der Genossen Oatgaliziens. Es stand bei uns außer Zweifel, daß ihr keinen anderen als den konsequenten, revolutionären poale-ziouistischon Weg wainen würdet. Und plötzlich hören und lesen wir, daß eiuige von den führenden Genossen den Weg der Feigheit und Uncntjuuibdie KarniTieispieie, J üdisches Theater? Ironisches uopuchuitem und sarknstischesLäoholn rief der Gedanke an ein jüdisches Thealer in der jüdischen Oellemlichkeit hervor. Bei den Einen, — Assimilanten und AsssiraiUor;en — erweckt bloß das Wort „jüdisches Theater" assoziativ eine Reihe von Verstellungen, die sich in Ausdrücken nörgelnder Bespöttelung, selbstzufriedener Eutgegenstellung -von Kunstschüpiutigou anderer Nationen, una vei;<utii 'Uen Achselzucken über die eigene „plebejische" Bretlerschivuero kundgeben. Die Anderen. —nationale Hebraisteii, jedoch im Grunde genommen zumindest ebenfalls . . . Assiiuuioito- — wissensc'iwüteln über den Zwiespalt zwischen „Heidentum" und „Judaismus", der seine Kontrarität am deutlichsten durch das Fehlen eines hebräischen Dramas offenbare, und voller Erwartung auf die Regeueration des jüdischen Geistes und die küuhigu ^nationale Bühne im Lande und in der Sprache der Väter . . . verhalten sie sich passiv, wenn nicht gar agres-siv zur Tribüne des Galuthjorgons, dem jüdischen Theater. 'Unbekümmert um die negative Kritik der „luteleklucilen" schritt das jüdische Drama von selbst seines Weges fort, einem Leitstern nur folgend — dem Bedürfnisse des Volkes. Von den primitiven Purimdialogen, über dio „Trauerspielo mit Gesang und Tanz" und die nervenerschütternden Gordiniadeu hinweg bis zu den Dramen der jüdischen Moderne schlingt sich im bunten Neben- und Hintereinander das Band, der jüdischen BühntMisehöphing, vorerst in schlichter Form, hernach grell übermalt, jüng.-t mit köstlichsten Perlen der jüdischen Sturm- und Drangzeit verziert. Vor unseren Augen vollzieht sich Jene Wandlung, die in den Literaturen anderer Völker jahrhundertelang dauert, jene Wandlung, die Hand in Hand mit der fortschreitenden Volksbildung geht: die Entwicklung des jüdischen „Stückes" als ledigliehen Befriedigungsmiltels der unschlossenheit, die „Neutralität" zu beiden Verbänden als heilsame Takük anpreisen. Wahrlich, ein sonuerbaics Weit in der proletarischen Bewegung „Neutralität!" Neutraitat -.u den brennendsten und dringendsten. Fragen, des allgemeinen Und jüdischen proletarischen Kampies und Leoens? 1 Kann doch wirklich bloß ein naiver, vielleicht mehr als ein naiver Mensch daran glauben, zur Spaltung sei es duren Mangel an gutem Willen oder geheime Machinationen einzelner Peißonen gekommen und nicht wie es tatsächlich uer Fall war, wegen grundsätzlicher Meinungsverschiedenheiten über Prinzip und Taktik. Und deshalb fragen wir Euch Genossen, ist „Neutralität" zu den Problemen des Klassenkampfs und uer Taktik möglich? ist eine soiche höchst seltsame uosung nicht einfach unerhört?! Und wie kurios sieht uiese „Neutralität" in der Praxis aus, wenn Sie Sien oneubar uarm autieit, daß man die ganze Sonuld der öpaitung ausschneiden u^n „Linken" zuschreibt, nur die Linken bekämpft, (.wobei man sich natürlich mit eriunuenen „Wahrheiten" und „Tatsucnen" behihij, daß uuer uen rechten Verüand gar lucnts oder „mit Nacnsicht ader Ta.ven", gesprochen wad, daß, man an er.vle.v Stelle uie Resolutionen aer Recnten druckt, obwom ai^se uie Komei'enz vorlassen haben nun in Minderheit sind, uau muu endheh beim Abdruckun uer Paläotinaro.^oiuuon uer KOohtc-n dieser nient soiOit uie PaiastimuOoOiutiou uer Linken gegenübersteht, insbooonuere aanu, wenn man nut Woueiu wie „Revisionismus", ,,-fipa.asuiiismuV>" und ähnlichen vv alirneiten nicht kargt. Aiuü eine sokhe „Neutralität" nicht Miutrauen bnu vernaent erwecken.'' Muh man uaoui ni-di'« u.eu' Eindruck yo Winnen, uau uieriup^..t^i«.iiuieser „Neuiraliiä." in der Tieie ihres Herzens den Rechten ungeteilte bympadue outyegenuilugen, es aber onen mein eiu/Aiyesi.cneii wagen, aus wuhibugrunueier ü urent, sie Waiden Euoh, knis- •teubowußte, revolutionäre Proletarier damit von sien abstoßen? 1 und nicht anders verhält es sich, Genossen 1 SiuU sich kiar über uie beiueroCits geiahten Bescniu.sve. oiien uuszuspreohen, um Eucn uie Orientierung uuer uie Ursachen der bpaltnng unserer Bewegung und uuer uereu /nuuuul, ZU Sut.uui, w <- lü«.. ^uivll ulC 1 a.U.c „iHui l. ,i •( zu beiden Verbanden" uen lueoiogischen Kampf; auf lonned orgauisaioriscne Fragen zu reuuziereu. "Warum sollen wir außoihalb beider Verbände bleiben? Weshaiu wad iNeutraihat proklamiert? Um — so antworten deren Apostei — nie beiu^n g\;tiennten Teile in lUbciui' Bewegung wieuer zu vereinen, uie beiuon Veruanue einander naher zu bringen. Von weicher Einheit sprechen die Genossen A. K. und G. (S. Geweriischait Nr. lj f Warum sagen sie es nicht klar?. Suchen sie Einigkeit in der Gemeinsamkeit uer Hauptlosuugen oder in j uodaumsieote, wohen sie m dem zihaliigen uieiouiiiang der faiioin».»«.« täo i.lu^ou.Jchj EL.he.t in Prinzipien- und Taktikirage — trotz ader Versouieuenheit der Anschauungen — nnuen i Oder verlangen siiö »ue wahre Einigiieit m -i^ainpi und Tat, die auer nur uann inog^ch ist, wenn man sich über Prinzip und Taktik einigen Raun. Wenn sie nur eine nktive, ial&cne orgamsatonsche Ganzheit erstreuen» ohne Wirkliche Kainpiunu ideCnyemcinschait, dann weruen sien gegen eine suiche o c h o i l^oinhoit aUe Poaie-Zion wenuen. D'i e s e Einheit wohen und wollten wir nie 1 w an «.m... sie aufcr uie laiuiociie, ehriione hunigkeit der revolutionären Kaiupiestat, dann musoen sie zugeben, daß geraue dasi böieben nach dieser die bpaltung hervorriei, weiche doch nur die Folge des Ringens nach wahrer ideologischer Kamuiesgemeinschait war. f Was war die Ursache der Spaltung? Genosse A. R. meint: „Nebenmoiuente, uie von ueiuemgen ausyenu:.zt wurden, weiche den Revisionismus in unseren Reinen propagieren, — das iuu im großen Maße zur Spaltung beigea'o.geu." Nun, ist es keine ausreichende wissenschaltncne Erklärung einer geschichtnchen Tatsache? „Vom U.-L. der naken Poale-Zion kam zuerst die Angntfsparoio, die Elemente, welche dem poaiezioiüistischen iueai weiter treu veroneuen, vom Verbände auszustoßen" erklärt weiter Genosse A. R. Vergißt er denn, und das erste Zeichen zur öpaiiung, die Aohuuth Heawodah, ihrer ultimativen SteJung zu uen wichtigsten taktischen Problemen wegen, gab? Erinnert er sich uicht an die W orte des Gen. R u b a s c h o w, uie er schon bei der ersten Debatte aussprach: „Man darf seine beeie dem Abgott Einigkeit ziniebe nicht verkrüppeln r Entging es der Aunuerksamkeit des Gen. A. R., da Li die amerikL.ner Genossen einer an sich unbedeutenden Mandattrage wegen die Konferenz schon vor der Spaltung verlassen hatten. Weiß er nichts von einem Vorschlag der Achduth-Haawodah, der dahin ging» in allen Ländern Sehekeizuinande Fraktionen zuzulassen, was tatsächlich die Einheit unserer bändigen Schaulust zum jüdischen Kunstwerk, die Emanzipierung der judischen „circenses" zur (JBühne als moralischen Ansial Auf dem Wege dahin versprechen auch dio unlängst in Wien eröffneten „Jüdischen Kammer - spiele" eine ruhmvolle Etappe zu werden. Nach der leierlichen Eröffnungsrede wurde David Pinskys vieraktigtjs Faiuiliendrama „J e k e 1 der S e h m i e d" aufgeführt. Jekel der Schmied ist ein junger, leidenschaftlicher, überaus sinnlich veranlagter Mensch, dessen ganzes Tun uud Lassen, das vom blinden Spiel der Eiemontai icräfte seiner rohen Gewaltnatur bestimmt wird, den Gesetzen der. Sittlichkeit widerspricht, obwohl er im Grunde genommen ein ehrlicher Charakter ist. Seine Wege kreuzt Tamar ein liebliches, sanftes Mädchen, das sich im Hause seiner Zieheltern gerade nicht am besten fühlt und deshalb dio Werbung des ü'belberüchtigten Jekel, dessen guten Soelenkcrn sie mit der Subtilität ihres weiblichen Geniales, trotz ader gegen ihn sprechenden Umstände, erkennt, nicht abschlägt. Jekel hat durch den Einfluß des Zusammenlebens mit seiner Frau seine alten, bösen Gewohnheiten aufgegeben und ist auf dem beulen Wege der moralischen Gesundung, als an ihn die Versuchung des „Weibsteul'els" herantritt in Gestalt seiner Nachbarin Rywke, die ihren in jeglicher Beziehung erbärmlichem Galten, den Wucherer Retuol, aus der Tiefe ihrer höchrt unglücklichen und doch wieder dämonischen Seele haßt. Der Schmied, der sonst flaminenroies Eisen mit wuchtigen llammorschlägen zu /«..v-v-'c. versteht, kann der eigenen Sinnesglut nicht Herr werden und erliegt der Versuchung. Dies übt aber auf ihn eine derartige Wirkung aus, daß er durch die gewaltige Last des Schuldbewußtseins schier erdrückt wird und gänzlich zu verkommen droht. Doch davor bewahrt ihn das großmütige Verzeihen seines Weibes, dessen erlösende Liebesmacht er in seiner trunken naiven Art ausspricht: „Gut Uist du, Tamaveczka uud klug." Parteien gefährdete? Und schließlich, wer eigentlicn hat die Weltkonfefenz verlassen? Und wer hat hernach zuerst eine unserer Parteien — Deutschösterreich — gespalten? Glauben Sie nicht, Genosse A. R., daß es Rechte gewesen sind? Aber wozu Zeit vergeuden für Beweise der Schuld an. der Spaltung? Nein, Genossen, nicht der böse Wille des einen oder des anderen Teiles hat die Bewegung gespalten, sondern das Streben nach einer wahren Kampfes- und Arbeitseinheit. Die Rechten schlugen die Schaltung eines „losen Verbandes-' vor, in weichem jede Partei nach Belieben Politik macheu sollte. War es nicht die ausgesprochenste Verneim'ung unseres Prinzips de/r, Allweltlichkeit? Ist auch dies nicht der tatsächliche „Revisionismus" der poale-zionisiiscaeu Grundprinzipien? Wäre denn ein solcher loser Verband .'.ebeusmid kampffällig? Mußten wir denn nicht diesen r e - visio n istisc Iibundis tischen Vorschlag zurücn.- weisen und statt dessen den Weg des einheitlichen pealezionistischen Gedankens und proletarischer Tat einschlagen':' War es nicht unsere Pflicht, das alte Grundprinzip der Ailweltlichkejit des jüdischen Proletariats, das in einem einhok- ■lictien Weltverbande seineu Ausdruck findet, zu retten? Weil Wir das geiau, was wir tun muLiten, sind die Rechten davon fcrelaui'on und haben einen eigenen Verband gegründet. Darum richten wir an dio Anhänger der Neutralität die Flage: Wie wo.let ihr den Verband einigen? Wollet ihr die prinzipiellen und taktische Eudieit, weruen ja doch uie Rechten damit nicht einverstanden sein. Wollet Ihr aber einen solchen losen bundistischen Verband, dann übt Ihr Verrat an einem unserer wichtigsten Grundsätze, dann seid Ihr eben Revisionisten! Klar und unzweideutig müßt Bar uns ^■antworten! Wie sieht es nun in Wahrheit mit allem Revisionismusllcr Linken aus? In der O. B.-Fraktion gab es eianeme Genossen, denen bezüglich den Palästinismus einige Bedenken aufstiegen. Schon in der kommunistischen (0. BO-Frakti-jn. hat mau es den Genossen zur Entscheidung anhehmgesiem sich auf den Grund des unbedingten aktiven Palästiuismi:s zu stellen oder auszutreten. Die O. B.-Fraktion hat in ihrer Resolution! die Notwendigkeit der soioitigen und groiö- 'zugigen Arbeit f ür und in Palästina prägnant formuliert.!D;e gezählten paar „Revisionisten" haben die Konsequenz daraus gezogen und sind tatsächlich aus der Wiener Partei ausgetreten. Nach dem Geschrei, das die Rechten mit ihren Bundesgenossen, den „Neutralen" anläßlich des „Revisic nismus, der angeblich in den Reihen der Liiuken vorherrschend (?) gewesen sein sollte, erhoben haben, ist nötig. i'est/;usle,i|leni,d.aß die Z;yhi der IRievino»ästen ganze — 4 (vj|er) betrug. Auf der Weltkonferenz hatten sie überhaupt gar keine Bedeutung. Insbesondere nach ihrem Austritt ist das erhobene Geschrei höchstens ein demagogisches Mittel der Agitation! Wie verhält es sich nun mit der zweiten Wahrheit des Genossen A. Ii? Er behauptet, daß, die Spaltung der Weltkouferenz nicht nach dem Kriterium „Links" und „Rechts" vollzogen wurde. Unter den Genossen, die die Beratung, verließen, seien auch ausgesprochene Anhänger der Iii. In- •ternatiouale und der kommunistischen Taktik gewesen. Wer denn Gen. A. R? Uns sind solche Genossen nicht bekannt und wir bitten um, deren Namen! Wer von denen, die dk Weltkonferenz vorließen, hätte für den Anschluß an die III- Internationale gestimmt? Oder wer sind es, die „entsohie-' denen' Gegner der III. Internationale unter d«m auf do- Weltkonferenz Verbliejbenen?" Namen verlangen wir, keine leeren Worte. Oder sind sie es gar — sie, der Anhänger der „Neutralität"? Dann sagen Sie es offen und unverblümt, und spielen Sie doch keine Neutralitätskomödie! Wer real denken und kritisch zu urteilen, vermag, wird beim Le^en der Resolutionen beider Verbände leicht einsehen, was von der „neutralen" Argumentation des Gen. A. R. zu halten ist. 'Jedem von Euch wird klar worden, daß die eigentliche, tatsächliche Ursache der Spaltung in dem unüberbrückbaren Gegensatze zwischen „Links" und „Rechts", im Kampie zwischen revolutionärem Poale-Zionismus und poale-zionistischem Opportunismus hegt. Einerseits der konsequente Klassenkampf als einziger Weg zum Sozialismus und schöpferischer Auibuutäügkoit iür eine sozialistische Arbeitsgemeinschaft in Palästina, Hand in Hariid mit dem internauonaieiv revolutionären Proletariat, andererseits Kompromißpolitik, Unentschlosseuheit, Unklarheit Opportunismus in uem Kampie inr den Sozu^i-nnus und Mitarbeit mit der jüdischen Bourgeoisie bei der Ver; wirklichuug des Palästinismus. Unsererseits das rote Banner als Symbol der sozia.en Revolution — bei ihnen 3an- Remopolitik einer Achduth.lleawodah, die sich durch ausgesprochene Burgfriedensarbeit Lob und Anerkennung der Wenn auch der versöhnliche Schluß ues Dornas nicht ganz dem wiidleidensohiiittüchen Charakter des Titelhelden entspricht, so ist es uoch unieuguar, daß P i n s k n hier die geheimsten■ menschlichen beu.euprouleme wunderbar behandelt, und daß eine gute Darstellung aller Rollen sehr hohe Anforderungen an die Schauspieler stellt. Mit Befriedigung läßt sich feststellen, daß alle Kütistiör sick i'hrer Aufgaben gut entledigt haben. Frau Lea W e i u t r a u b Graf brachte als T a - m a r e die wehmutvolle, resignierte Schicksale rgcbenheit der jüdischen Frau mit großem Verständnis und vielleicht etwas allzugroßer Betonung zum Aufdruck, so daß dau sich nie unu da nach etwas mehr Lebhaitigkeit in ihrem Spiel sehnte. — Fr. Fanny Komer \cH;gie den Schwerpunkt ihrer Darstellung auf die dämonische Schattenseite der Verführerin Rywke, während das tiefe Unglück, das als Motiv ihres sündhaiteii Treibens gelten und das Mitgetühl des Zuschauers erwecken sollte, in ihrem Spiel keinen deutlichen Ausdruck fand. Fr. Betty S t e i - n e r War in ihrer Rolle als Schadehente glänzend. Ln Herrn Deutfsch's Kreation sali man wirklich Jekel den Schmied, wie er leibt und lebt. Ungeheure Leidenschaftlichkeit, Jähzorn^ Brutalität verstand dieser Künstler mit meisterhaft dargestellter naiver Schüchternheit rührender Unbeholfenlieit und urwüchsiger Gutmütigkeit zu vereinigen. Auch die übrigen Darsteller, unter ihnen besonders Herr Samuel Steine r, verdienen vollstes Lob. Noch bleibt es übrig, die Anerkennung über die tadellose Regie und vor allem über den idealistischen Arbeitseifer aller beteiligten Künstler auszusprechen. Mehr denn Dutzende Broschüren über jüdische Kultur, leistet das lebendige jüdische Wort auf der ernsten jüdischen Bühne i ü r die jüdische Kultur. Die „j ü d i a c h e n K a m m e r - spiele-' sind in ihrer Art eine Kulturtat ersten Ranges und verdienen auch vollste Unterstützung aller, denen es um jüdische Kultur ernst ist.