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Freie Tribüne · 1920-11-06 · 39 (6.11.1920) · page 2

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Journal
Freie Tribüne
Volume
2 (1920)
Issue
39 (6.11.1920)
Date
1920-11-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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SEITE 2 FREIE TRIBÜNE NR. 39 selbst bereits verursacht, indem sie die große Jätinerbewegung der mitteleuropäischen Arbeiterschaft zäbinen zu müssen glaubten. Also grübelten und nörgelten die „Altbewährten" des Marxismus, nur noch vom Junistreik für ein paar Tage in ihrer theoretischen Ruhe gestört ein volles Jahr, bis...die große Revolution in Mitteleuropa ihr wissenschaftliches Konzept verdorben hatte. Nun schien es: die We 11rev o 1 u tion wäre da, es gilt die politische Macht zu ergreifen. Aber, wie? ' Ein Jahr lang hielt das russische Proletariat die politische Macht in seinen Händen und nützte diese /.um . . . Kampfegegen den westeuropäischen Imperialismus und zur Niederringung der gegenrevolutionären Verschwörungen im Inlande, aus. Die rußläudischen Proletarier verstanden es, an Stelle der bürge rl ichen eine Arbeiterverfassung an Stelle d?s leudalen Staatsapparates einen eigenen, wenn auch vorerst unvollkommenen, Verwaltungsapparat, und an Stelle der Zarenarmee, eine gutdisziplinierte Armee klassenbewußter Proletarier z\i schaffen. Sie hatten es eben verstanden, die politische Macht zu erobern und auch zu sichern. Nun — so sollte man glauben —, wird die Arbeiterbewegung Mitteleuropas ebenfalls es verstehen, die politische M'atht an sich zu reißen und kühn den Weg zum Sozialismus zu beschreiten. Die rußländischen Proletarier durften sogai hoffen, daß es den europäischen Arbeitern — die doch eine dreißigjährige Erfahrung hinter sich haben — gelingen wird, rascher und gründlicher sämtliche Schwierigkeiten einer Machtergreifung zu überwinden und manches sorgenvolle Problem schmerzloser zu lösen. So redeten, so schrieben, so hofften die Bolschewiki. Aber es kam anders. Die mitteleuropäische Revolution wollte die russischen Lehren und Erfahrungen nicht verwerten; sie ging andere, eigene Wege und geriet in eine Sackgasse. Die großen Arbeiterparteien lehnten die „russischen Methoden" ab, als ob die revolutionäre Entwicklung nicht die Methoden der Revolution diktiert. Zunächst wollten sie Frieden um jeden Preis und fürchteten den Krieg mit der Entente, falls die Arbeiterschaft Mitteleuropas die politische Macht ergreift; sie die den 4. August 1914, als den Tag der deutschen Nation feierten, verwandelten sich in humane Pazifisten. Dann lehnten sie es ab, die Machtergreifung, durch die Diktatur des Proletariats zu sichern; durcW allgemeine, gleiche und direkte Wahlen, in denen der Arbeiter und der Kapitalist, der Bauer und der Pfaffe „gleiches" Recht ausüben sollte, um darüber abzustimmen, ob die Kirche vom Staat zu trennen sei und ob die Produktionsmittel enteignet werden sollen. Bürgerkrieg lehnten sie ab, das ganze Volk soll frei entscheiden. Und als die klassenbewußte Arbeiterschaft, sich dieser Entscheidung nicht fügen wollte, dann... entfachten sie, — die Pazifisten — den mörderischen Bruderkrieg. Und nachdem es ihnen so gelungen ist, die revolutionäre Entwicklung für eine kürzere oder Längere Zeit zu hemmen, blicken sie wieder zuversichtlicher um sich und fragen wieder: wo bleibt d enn die Welt revo lution? Am 7. Novem'bie'r! 1920, drei Jahre nach1 der großen Erhebung des rußländischen Proletariats, steht Rußland wohl noch einsam als sozialistische Sowjetrepublik, aber auch allein als Musterbeispiel, wie proletarische Revolution gemacht und wie die Diktatur des Proletariats gesichert werden kann. Im revolutionären Rußland. Von Clara Zetkin. Im revolutionären Rußland. Zum ersten Mal auf freiem Grund mit einem freien Volke, (mit einem Proletariat, das s'ch selbst vom Kreuz des Kapitalismus erlöst hat. Ein überwältigendes Gefühl. Wer aus einem Lande kommt, wo ein kulturell hochstehendes Proletariat, das aus klaffenden Wunden blutet, sieh noch geduldig vom Kapitalismus kreuzigen läßt, dem dünkt es ein Traum und ist doen Wirklichkeit. Wirklichkeit verkörpert, sichtbar, vor mir jn ungezählten Tausenden von Proletariern und Proletaiierinnen, denen der prometeisefe Funke der revolutionären Leidenschaft und der schrankenlosen Hingabe aus den Augen blitzt, deren revolutionärer Wille in den Rythmen der Internationale erbraust. Proletariermassen, die ihr Menschentum nicht länger durch die kapitalistische Ausbeutung und Knechtschaft zertreten lassen Wollen, waren die lebendigen, treibenden Kräfte der Novemberrevolution in Rußland. Proletariermasseu, deren Fühlen, Denken, Wollen sich leidenschaftlich gegen die Rückkehr des leib- und seelenmordenden Kapitalismus auflehnt, die entschlossen sind, sich dieser Rückkehr um jeden Preis zu widersetzen, auch unter nie dagewesenen Schwierigkeiten und um den Preis tausendfacher Opfer und des Lebens selbst; solche Proletariermassen sind in Rußland die lebendige, erhaltende Kraft der Sowjetordnung. Ueberall, wo mir die Wesens- und Willensäußerungen russischer Proletarierniassen entgegentraten, empfinde ich mit heiß emporquellender Beschämung, daß die breitesten Arbeiterschichten Deutschtands ihres Lebens Zweck noch immer darin erblicken, durch ihr Mühen, ihren Schweiß, ihr Blut rohe und halbgebildete Parvenüs in einflußreiche Schuh1wichs, Wurst- und Zünderiabrikanten zu verwandeln. Ein Proletariat, das nicht mehr das träge, widerstandslose Objekt der Geschichte sein will, ein Proletariat, das draut und dran ist, wagemutig selbst Geschichte zu machen, die entscheidende, herrschende geschichtliche Macht zu sein: das ist der alles andere zurückdrängende Eindruck, in dem, wie in einem Brennpunkte, alle Erscheinungen zusammenlaufen, die in unabsehbarer Fülle an dem ausländischen Beobachter vorüberfluten. .' Vergebens bemühen sich jetzt die Gelehrten der Arbeietrbewegung, die große russische Revolution dadurch zu diskreditieren, daß sie immer Wieden danach fragen, ob es schon genügend Brot für alle sei, ob schon die Industrie im vollen Gan^e und ob schon der Bauer auf seinen Besitz an Boden zugunsten der Kommune verzichtet hat. /Tatsache ist, daß, wenn Rußland sich einmal seiner Feinde erwehrt hat und seine Armee an die friedliche Arbeit sich heran macht, die Wunden des Krieges sehr bald geheilt und die traurige Hinterlassenschaft des Zarismus ebenso rasch in geordneten Zustand gebracht werden wird. Die Diktatur des Proletariats muß eben vorerst gesichert weiden, bevor man die Wirtschaft auf sozialistischer Grundlage aufbauen und Wohlstand für alle gewähren kann. Nun sind es drei Jahre, seitdem die neue proletarische Idee des menschlichen Fortschritts zum erstenmal in Rußland zur Tat und Wirklichkeit geworden ist. Drei Jahre, seitdem die rote Fahne des sich von den Greueln des imperialistischen Weltkrieges und den Fesseln des ausbeuterischen Kapitalismus befreienden Gladiatoren-Sklaven auf der neuen Bastion der Weltrevolution, in Petersburg, gehißt wurde. Dies alles, was sich dort in den historischen Novembertagen von 1917 ereignete, mutet uns jetzt oft wie ein Heldenlied aus alten Zeiten oder eine wirklichkeitsfremde iYlärchenweise an, so sehr romantischverklärt und utopisch erklangen damals die von heroischem Nimbus umirankten Symbole ,,der roten Kommune von Petersburg", „des Weltbürgerkrieges", „der Roten Armee" und „die Proklamierung der Arbeiterrechte". Der Genius der „allrussiscen Räterepublik der Arbeiter, Bauern und Kosaken," schien zwar auch1 die Zaghaftesien und Unentschlossensten ,zur Aktion und Entscheidung anzuspornen und kein „Zurück" mehr zu gestatten. Wie aber das alle Hindernisse überwindende Gefühl und die zielstrebige Begeisterung des Petersburger Proletariats, wie eine Handvoll entschlossener Männer „des Revolutionskomitees" an seiner Spitze das wurmstichige Regime Kerenskis hin« wegfegte, wie die aus dem Boden gestampften Roten Gardisten den letzten Anprall des Kosakengenerals Krasnof fast mühelos abwehrten, so riesengroß und übermenschlich schier erschienen doch in den ersten Revolutionstagen die Aufgaben und Forderungen des „Morgen", die zu bewältigen waren.--Denn, was ein ehernes Gesetz der Geschichte ist, daß die Revolution die Konterrevolution bedinge und durch sie bestätigt und bestärkt sei, das.warf schon auf den ersten Wegabschnitt, den das vorwärtsstürmende russische Proletariat zurückzulegen sich anschickte, seine schwarzen, gespenstischen Schatten.--Die Bourgeoisie, die in Petersburg geschlagen wurde, raffte sich bald in Moskau, in den letzten Novembertagen, zum entschlossenen Widerstand auf. Zweitausend Zöglinge der Junkerschule, von dem rechten Sozialrevolutionär Rjabzeff, dem Generalgouverneur der weißen Zarenstadt begünstigt und bewaffnet, versuchten in dem glorienumwobenen Kreml dem Anprall der proletarischen Revolution standzuhalten. Vergebens! Auch ihr falsch angelegter Heldenmut, der in der gleissenden Mystik der „Volksherrschaft" und der „Konstituante" seine Nahrung und Selbsttäuschung fand, konnte nur zwei Tage lang dem ihm ebenbürtigen Helden- und Opfermute des Moskauer Proletariats trotzen, das bald seine siegreichen Zeichen Aber freilich! Es gibt auch deren, die einzig und allen ein anderes sehen. Arbeitermassen, die dem Druck harter Entbehrungen und schweren Schaffens zu erliegen drohen. Leidende, duldende, stöhnende Arbeitermasseti, die kulturfremd, stumpfsinnig, willenlos das Elend der revolutionären Kriegsjahre wie ein unabwendbares Geschick hinnehmen, wie früher die Hungersnöte, die Kosakenpeitschen, die Kerker, die Galgen des vereinigten Kapitalismus und Zarismus. D;c rechtsgerichteten Führer der USP. Crispien und Ditlmann haben sich bekanntlich auch den „Politikern" zugesellt, deren Verhalten und Urleil es entsprochen haben würde, wenn die Könige aus dem AVorgcnlande zu Bethlehem nicht etwa die Glorie des geborenen Jesuskindleins gesehen, sondern entrüstet festgestellt hätten, daß dieses in offenbar liederlicher Wirtschaft ohne Windeln und Leibwäsche auf Stroh in einem Stalle gebettet lag, während dicht nebenan muhende Kühe, mähernde Schafe und uaende Esel Reichtum und geordnete Verhältnisse bekundeten. Es ist nur das leidende und nicht das revolutionär Proletariat, das die Djttmänner aller Schattierungen in Rußland sehen. Es ist nur der Schatten und Rauch der Revolution und nicht der Feuerbrand der Revolution selbst, dessen Glutcn das alte kapitalistische Sein vermehren und neues, machtvolles geschichtliches Leben nähren. Vor den entsprechenden Urteilen, „aus eigenen Anschauungen gewonnen", erinnert man sich der ätzenden Worte, mit' denen Marx in seinem „Kapital" gewisse Beurteiler des „Segens" der kapitalistischen Wirtschaft in England gestäupt hat: Sie haben Augen, doch was für Augen! Sie haben Ohren, doch was für Ohren 1" Mit geschärftem Blick erkennen die „objektiven Berichtenden'* dieser Art alle Züge der Entbehrungen, der Sorgen, des Kummers, die der Kampr mit Hunger, Kälte und den Mächten der Gegenrevolution in das Antlitz russischer Arbeiter und Arbeitericmen gegraben hat. Mit verfeinertem Ohr hören sie den Schrei des leeren Magens und den bitteren Ausdruck Uazufriedenex und Ungeduldiger. Allein, hinter ihren Augen und Ohren fehlt das Organ der Seele für die Wahrnehmung und Wertung des neuen geschichtlichen Lebens, das die Proletariermassen Rußlands beseelt, das trotz des kalten Heims revolutionäre Glut entzündet und trotz des darbenden Körpers die Kraft für Arbeit und Kampf stählt, den Willen unzerbrechbar macht. Diese Erkenntnis beseelt die rußländischen Pn - letarier in ihrem schweren, heldenmütigem Kampf. Deswegen soll am 7. November 1920 in der g$t* zBfi Welt der Ruf erschallen: sichert dte Diktatur des Proletariats! Der dritte Jahrestag der Weltrevoiution soll nie. durch schöne, zu nichts verpflichtende Resolution«: gefeiert werden. An diesem Tage soll die Arbeiter schaft' aller Länder endlich einmal die große Idee der internationalen Solidarität wahr machen, indem, sie sich zu einer großen einheitlichen Aktion für die Erzwingung des Frieden? mit Sowjetrußland er hiebt. Dann wird der 7. November der Tag der WeUrevolution werden. der Sichel und des Hammers auf den Mauern de» alten Zarenpalastes aufpflanzte. Doch die letzten Zuckungen der sterbenden Bourgeoisie beschränkten sich nicht bloß auf die beiden Hauptstädte, sie fanden in der nächsten Zeit schon kräftigen und dauernden Widerhall in den Don- und Kubanraijons, in dem Kornilowputsche und dem ihn ablösenden Kaledinaufstände. Wenn auch die letzten Widerstandsversuehe der russischen Bourgeoisie in ihrer Entfernung von den proletarischen Zentren, wie auch in der eigenartigen, traditionellen Rückständigkeit der Don- und Kuban-Kosaken Boden und Begünstigung fanden, so ist es doch bezeichnend für den Fortgang der russischem Revolution, daß sie von den örtlichen Kräften des Proletariats, dem es an jeglicher organisiert?r Unterstützung von Moskau aus fehlte, liquidiert oder wenigstens in ihrer Ausbreitung gehemmt wurden. Dies ist um so höher zu bewerten, als die einheimische Kontenevolution bald bei den äußeren Feinden der roten Räterepublik, in erster Linie bei dem deutschen Imperialismus, Anlehnung suchte und —- fand. Im engsten Zusammenhang hiermit stand der Vormarsch der Deutschen in d«r Ukraina, der Kampf gegen die „ukrainischen Bolschewiki" und die Einsetzung Skoropadskis als „unabhängigen Hetman". Es war nur die unumgänglich«, wenn auch scheinbar paradoxale Entwicklung hievon, daß gleichzeitige dem angrenzenden Dongebiete der von den Bolschewiki begn adigteKr as~ noff sich festsetzte, während in dem südlich gelegenen Kuban der ententophile D e n i k i n als Nachfolger des bereits erledigten Kaiediu auf den Plan trat. So waren bereits im März 1918 a-.ii tfct Peripherie Rußlands zwei konterrevolutionäre Herde angelegt und angeschürt, die im wunderbaren Gegensatz zu den heftigsten Kämpten „auf Tod und Leben'', die gleichzeitig an der Westfront tobten, eine Neutralilätssphäre des allorten sonst zwiegespaltenen Weltkapitalismus bezeichneten — u nd seine rührende Ucbereinstimmung im Kampfe gegen das proletarische Rußland unverhohlen illustrierten. Dem zukünftigen Geschichtsschreiber wird es obliegen, an der Hand der konterrevolutionären Erhebungen und ihrer Eigenart die Entwiek - hmgsphaseii der russischen Revolution f e s t z u s t e 11 en. Denn es unterliegt keinem Zweilei, daß die ersten Regungen der Gegenrevolution in» Zeichen der Res*tauralion des Zarismus standen. Damit waren sie jedoch von Anbeginn an zum Scheitern verurteilt. In Rußland gab es keine Vendee und konnte es auch im Hinblick auf eines der wich- Unbestreitbar und unbestritten. Die Massen der rnss sehen Arbeiter entbehren, leiden; auch das Notwendigst. Unentbehrlichste ist knapp und zeitweilig kaum erhältlich, k doch soweit ich auf Grund meiner Beobachtungen urteilen darf, lebt der Durchschnitt der russischen Proletarier nicht schlechter, darbt er nicht bitterer, nicht sorgenvoller als de/ Durchschnitt der deutschen Proletarier. Man darf die Not und Plagen hier und dort nicht an einem absoluten allge meinen Maßstabe messen, muß vielmehr die verschieden^ gewohnheitsmäßige Lebenshaltung der werktätigen Massen in Deutschland und Rußland zur Beurteilung heranziehen Ein Unterschied in der Lage dürfte nur insofern bestehen, als im deutschen Reiche der herrschenden Kriegsgewinnler, Schieber und Orgeschheldgn eine sehr dünne Schicht von arbeiten« etwas über dem Durchschnitt leben kann, weil sie aus den verschiedensten Gründen einige Brosamen des Ueberflusses. zu bezahlen vermag, über den die Ausbeutenden noch verfügen. Ein Stand der Dinge, der den vielen Millionen Darbenden in Deutschland weder Nahrung, Kleidung, noch Trost gibt. Die V'ülksspeisehäuser, Fabriksküchen und älr.iliche Einrichtungen mildern unstreitig die Tagessorgen russischer Arbcitarih'assen und erleichtern namentlich erheblich die Arbeitsbürde der proletarischen Frauen. Im höchsten Maße gilt das alles von den geradezu einzig dastehenden Fürsorgeeinnchturigeu für die Kinder. Den Vätern und Müttern mag manchmal der der Magen knurren, ihre Kinder wissen sie versorgt wie ..Herrenkinder". Mit stolzer Freude kann Sowjetrußland seine Proletarierkinder zeigen. Außerdem hat das russische Protariat in seinem Leiden starke moralische Helfer zur Seite. Es ist das Vorrecht der kulturell über den „stumpfsinnigen" Russen erhabenen deutschen Arbeiter, daß sie mit ihrem „gesteigerten Selbst- und Persönlichkeitsbewußtsein" den durch den Krieg riesig verschärften Gegensatz zwischen blutigem Massenelend unten und wahnsinnigem Luxus, tollster Verschwendung oben reichlich und täglich genießen. Denn ihre Novemberrevolution krümmte dem Kapitalismus kein Haar, sondern beschied sich höchst ehrbarlich damit, die bürgerliche Demokratie und als ihre Lakaine und Henker zur Durchführung der kapitalistischen Klassendiktatur Mehrheitssozialdemokraten und Gewerkscnaftsbürokraten in die Regierung zu tragen. Die rückständigen, sich blind dem „Despotismus der Moskauer Parteipäpste rügenden russischen Arbeiter zerschmetterten den Zarismus und die kapitalistische Klassen- Das kämpfende Rußland (1917-1920).

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