Freie Tribüne
- Journal
- Freie Tribüne
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 37-38 (30.10.1920)
- Date
- 1920-10-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2827798-2827816-2827849--407-2828482- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Baku 1× ep/1000527
OCR text
NR 37 -38 FREIE TKiBÜNF. SEITE 3 Das arbeitende und R o s i ai Die Lage in Sowjetrußland. Die Delegation der norwegischen /Vlelallarbeiier berichtet über ihre Reise in Sowjetrußland: .Auf der VoliveiSammlung der norwegisch*.n Gewerkschaften berichteten die?wei Delegierten der norwegische Arbcücrdelegation Christcnsen und Langseth über ihre liri'olhiiüCjen in Rußland folgendes: Schon aus dem Empfang in A'uumcnek konnte man ersehen, daB man m einem Linde war, wo die Grundlage der Gesellschaftsordnung keine kapitalistische war. Als ob der Kapitalismus aus Rußland vorn Winde Weggefegt wo.den wäre, ist alles so einfach und klat geworden, daß es auch der ungebildete Arbeiter versi<li2:i kann. De Mitglieder der Delegation durften überall frei herumgehen, nur für das Kriegsgebfcl brauchten sie eine besondere Bewelljgung. Es ist wahr, daß die Preise durch den Scnteichfiandel sehr hoch sind, aber sonst werden sämtliche Waren gleichmäßig aufgeteilt und jede Spekulation" wird mit rücksichtsloser Strenge verfolgt, besonders wenn die Schuldigen Kommunisten sind. „Äm meisten rührte mich", sagte der Rednfer, „dieKinder- Tiirsorge. Ich bin A\itglied der Christiuniaer Stadtvertretung und weiß, was wir für die K.nder getan haben und ich muß gestehen, daß es für uns eine Schande ist, wie weit v r in dieser Beziehung hinter Rußland -zurückstehen. Die Kus..e i geben den Kindern vor allem das Beste. Als man die Lebensmitlehation der 25- bis;"0-;ährigen herabsetzte, wurde die .ider Kinder erhöht. , - Schwer war es, den Analphabeten d,e neue Ordnung erklärlich zu machen. Die achtstündige Arbeitszeit wurde ■in zwei Teile getollt: Vier Stunden in der Werkstatt, vier ' Stunden;n der Schule. Es wurden ideale Fortbildungsschulen [ gegründet, zum Unterricht der praktischen Gegenstände und Künste. Die filtern wurden nicht gezwungen, ihre Kinder den Schulheimen zu übergeben un 1 trotzdem ssind die Heirnie überfüllt. Nur jenen Eltern ,hm man die Kinder weg,' . die nicht fähig sind, sie selbsi -/u erziehen. Dnsselbe geschah auch in jenen Familien, die ihre Kinder dani benutzten, ruf "üer Sytraße verschiedenes zu verkaufen, jeder erwachsene tf.enscb, der schreiben und lesen kann, ist verpflichtet, d. e< .zwei Menschen zu lehren, die es nicht können. Auf diese Weise findet man in den Slädien sehr wenig /'nalphibeten. An den Arbeitsstätten, in den Arbeitsstätten und Fabriken sind die Veihäl nisss .In den verschiedenen Teilen des Landes verschieden.. In Jten We-stiichien Teilen, z. B. in Petrograd, sind ungefähr dieselben Zustände wie in Skandinavien. Weiter im Osten ist die Uge schon nicht :>o fortgeschritten. Im Uralgebiet z. B. .-wird noch nicht sehr intensiv gearbeitet, denn bis Jänner wurde hier noch gekämpft. Die Koltschaksoldaten' haben um-- ühlige Maschinen zerstört und die Gruben unter Was:-er .. »setzt, tiner unserer Dolmetscher war früher Direktor eines iUnternehmens, daß 30.000 Arbeiter beschäftigt hatte. Der ßejeffende ist kein Kommunist, aber seiner Ansicht nach kann -mir die jetzige Gesellschaftsform die Industrie Rußlands wiefdferhsrstellen. Die Leitung ist in den verschiedenen Ort.n tauch verschieden. In manchen Unternehmungen steht ein , Vertrauensmann an der Spitze, in anderen ein Arbeiterrat,!n manchen ein Direktor oder Ingenieur. Wo wir auch hinkamen, war die aktuelle Frage, wie man die beste Leitung erlangen Jtönne. . Die Gr ü n düng von Gartenstadt e n. D.c Wohnungsverhälinisse sind auch verschieden. In retrograd gibt es genug Wohnungen, in Moskau ist Wohnungsmangel. Große Pläne für (-Jausbcuten sind bereits ausgearbeitet worden, nach denen in fü.ii Jaforui die schönsten Gartenstädte der Welt erbaut sein werden. Die Zins frage ist ,ibelanglos geworden. Früher gab es oft Streiks. Doch;ifs wir jo'etzt die Arbeiter fragten, ob es noch Streiks gäbe, antworteten sie: .Gegen wen ^llen wir streiken?'/'Das Volk weiß es gut, daß jedes Produkt gerecht aufgeteilt wird, und da sie das wissen, geht die Arbeit ia$ch von statten. Christiensen schließt seine Rede mit der Bemerkung, dt.ß nur Fieiwiliige als Soldaten einrücken und es trotzdem so v e'e i2]^£^LSi?ijJ^aB-m£'n kai,m alle abrichten kann." Das gesammelte Material Harvard Langsetiis wurde beschlagnahm r und er erhielt erst einen Teil zurück. Er bespr i'Mi die Wirtschaf!liehen Veränderungen, die in Rußland vor sich gegangen waren. Wir lebenzu sehr in dßr kapitalistischen v-cdankemveit und können daher schwer versteh:n. was dort vorgeht. Im Jahre 1->Q5 war RuPland nichts anderes als eine wirtschaftliche Kolonie, do-'.h nach H07 entwickelte sich nfolge des Witie'schen Programms die russische lüdu;ir'2 : ehr rasch sodaß men mit der Produkten ces Rohmaterials Schritt halten konnte. Diese widernatürlich;a:;ciic Entwicklung hat eine große wirtschaftliche Krisis hervorgerufen, so dnß nach e;nem so lange dauernden Kriege bloß sine Rcvoluti n i-ußland letten konnte. Infolge der deul.sch.21 Invasion mußte man die Industrie vom Westen mehr in das Zentrum uüd 'n den Osten de-. Landes verlegen. Nicht nur die Maschirren wurden mitgenommen, sondern auch die klassenbewußten :evolutionären Arbeiter, was aui die Produktion vorteilhaft wirkte. Arbeitslosigkeit stand bevor und d;e Produktion sank, wäh.end der größte Tel der Bourgeoisie zu großem Kriegsgewinn kam, wie in aud'ere:i Lärtdeia. Das Herabsinken der Produktion war die K-aup'.ursache der russischen Rtvoliudu. i.'ude 1-3 in und An lang 191"/ forder: en schon n vielen Orten die Arbeiter eine K-cntrolle über d;e Produktion in den Betrieben. Es bildeten sich Fabriksorbeiterräte trotz der Empörung der Kapifalisten. Die Menschewiken, dio in den Avteirerräten zuerst die Mehrheit bildeten, hatten keinen Erlolg und deswegen ging die Macht in diesen Sowjets ri die Hände der Bolschewiken über. Die Oktoberrevolution vollendete den notwendigen wirtsdialilichen Ausgleich, so daß im Wirtschaftsleben eine gewisse Aktivität herrscht. Zur Kontrolle der ganzen industriellen Pioduuktion wurden Organe aufgestellt. Di?. Sabotage der Bourgeoisie brachte es mit sich", daß die Soziallsicruug rascher von statten ging, als man es gedacht hatte. Auch das ausländische Kapita' begann unangenehm?.a werden. Inmjiien des erbittertsten, Kampfes mit* der Bourgeois'e mußte man die Produktion hinauftreiben. Man brauchte eine starke zentralisierte Führung über die Produktion. Diese Zentralisierung, die Rußland rettete, ist etwas anderes als die Trustbildung der Kapitalisten, weil sie von den Arbeitern selbst überwach; werden kann. RuBhnd leidet noch immer unter dem wirlschafilichen Druck, der?iber nur die Folge äußerer /-'ngriffe ist. So kann und muß man die wirlschaithchen Einrichtungen der Bolschewiken verstehen, d:e ihnen die Macht verschallten, jene Macht, die sie auch behalten werden. Sie sehen ein, daß sie viele Fehier begangen haben, aber dem ist leicht abzuhelfen, denn das System ist ein gutes. Wir werden es sehen, daß Westeuropa dieselbe Wandlung mitmachen wird, wie Rußland. De^wegm müssen wir aus der entschiedenen und zielbewußien Politik der Bolschewiken auf wirtschaftlichem Gebiete lernen. Denn diese Politik ist es, die Rußland bis zum heutigen Tage aufrecht erhält. schaffende Rußland. Wien. Weiter berichtet Langseth, wie das wirtschaftliche Leben in Sowjetrußland geführt wird. An der SpiUe steht der oberste wirtschaftliche Rat: der aus 68 Mitgliedern besteht und zwar 10 aus dem allrussischen Exekutivkomitee 31 aus den Gewerkschaften, 10 aus den Bezirkswirtschaftsräien und je 2 aus edem Volkskommissariat. Die Gewerkschaften haben überall großen Eimtuß, sie sind die Repräsentanten des Volkes Im produktiven Leben. Es gründeten sich drei große gewerkschiftliche Trusts und es gibt drei verschiedene' Ornanisationssysleme: Eine Kollekiiv-{Arbeilerrat)Leihing, eine Einzelleitung (Direktor) und schließlich Pr vatleitung. Die Betriebsräte repräsentieren die direkten Interessenten der Arbeiter in den Fabriken, sie haben die Aufsicht darüber, daß jeder wirklich arbeitet, sie kontrollieren die Wohnungen, die Spitäler usw. Durch die Gewerkschaften haben sie auch Eküluß auf die ßemebsieitung. Mit dem Volkskommissariat für Arbeit zusammen besiimmett sie säm!lichte Arbeitstarife usw. Durch die Gewerkschaften haoen sie auch Einfluß auf die Betriebsleitung. Mit dem Volkskommissariat für Arbeit zusammen bestimmen sie sämtliche Arbeitstarife usw. Das große Problem der Produktion kann nur nach und nach gelöst werden. Zur Elektrifizierung Rußlands wurde bereits ein cinhii lieber Plan ausgearbeitet, im Laufe von acht ja'h.en soll er durchgeführt weiden. In Petrograd allein gibt e:; TU verschiedene Elektrizitätswerke. Diese werden zu e:nem riesigen Komplex vereinigt, der die ganze Stadt samt Imgebung mit Elektrizität versorgen soll. Die Frage des Heizmaterials ist eine der schwierigsten. Im mittleren Teil des Landes hat man dennoch 60 Millionen Kubikmeter Holz gesammelt. Nach der Einnahme von Baku bega:.n sofort der Naphtaexport und wurde während des ganzen Sommers fortgesetzt, 6 Millionen Pud wurden exportiert. Der Redner berichtete noch über die Transporlverhältnis^e, über die Lebensmitte!frage und erzählt, daß die Verpflegung in Rußl.v.id besser sei, als sie während des Krieges in Teutschland war. Er leugnete, daß jn Rußland Minoritätsherrschatt sei, weil das ganze zentralisierte System unter unmittelbarer Kontrolle der Arbeiterk'asse steht. Oos ist die einzig mögliche Uebergangst'orm. Die kapitalistische Tendenz wjid immer schwächer, doch Zentralisierung bedingt freiwillige Selbstdisziplin. Die russische komniunstsche Partei wußte die gesamte Kraft der Arbeiterklasse zu -vereinen und so den Sieg der russischen Revolution zu sichern. Die Gewerkschalten ballen die Innere Ruhe aufrecht und schützn die Städte gegen kapitalistische Putschversuche. Zum Schluß charakterisiert Langseth den Moskauer Kongieß, der die HL -nterna'.ionale aim vorzüglichsten Kampfmittel gemacht hat, denn man darf nicht vergessen, daß Rußland ke.n gewöhnliches Land sei*sondern der rsiehst« Erdteil. Wenn die Bolschewiken die Produktion geregelt haben werden, wird Rußland ganz Europa verpflegen können. Der Bericht beider Delegierten wu.de mit großer Begeisterung aufgenommen. Der wirtschaftliche Wiederaufbau Sowjetrußlands, Aus Petrograd wird berichtet, daß b s .-.um 1. Oktober auf dem Was.erweg 199.000 Kubikklatter Holz nach Petrograd gebracht wurden. Eine Zahl, welche die L eferung des Vorjahres in derselben Periode um 55.000 Kub kHaiter übersteigt. Auf Grund der Zahlen für den Monat September bezüglich d'-r Nahrung-initial kann festgestellt werden, daß in den zwei leisten Monaten unter der Sow/elherrschaÜ die VerprüVir,nferung:-;akti-on ebensoviel Brot eingebracht hat, v/ä:• während des gaucn ersten Jahres der Sowjetregierung. Im Zusammenhange mit der Säuberung Sibriena ind des Kauulia;:;; von Weißen Ga'-den hat die Versorgung Sow- >t-Kuf>k'.nds e.n? bedeutende Besserung erlahren. Nach den unüberh lebenen Schäl, ungen des v'olkskomiuissärs rür Ernölirunn wird d,. n erso.gun:; für das ,"a'nr l>-20—21 auf volle 401).000 Pud geschätzt, das bedeutete das e;ne'nuaibtac!:-2 des vergangenen Jahres, mbe-ug auf die Versorgung sieht SowjetruBland auf einem festeren Grund als im lai itcri J; live. Larin bringt;i ej-.em 'Artikel der ,,Prawda" bemerken.;- werie Da Inen über neue Eisenbahnnau'en in Sowjelrußlahd. Larin steil, fe^t, daß seit dem Beg nn des Eiscnbähnbsues in Rußland in den f\'einig;gefahren' noch nie so viele weitspurige Ekbnen jährlich) gebaut wurden als;u;ier der Sow-;_-t; e;^iei ung. Während zwe'er Jahre, von 0 s 1920, s"uci ungcM'ähi- 5lOQ Werst Eisenbahnl nie.i gelegt wrdeou, .-inbegrif'en den W ede; ..uibau sowohl bre'.lals c-neii sclitnaispuuriger Lin en. üngeiahr 2000 Werst Eiseiibd!;nli-i en si'id im Bau und werden nät liste; Jahr dem Gebrauch üi erc e'en werden. Eine besondere Kommission begann Pläne ausutarbeit'-n zur Elektrifizierung des Ackerbaues von 100b1 Desjat'iKn im Peli ograder Gouveniemeiit längs der elekirische.-! Kabellinien. A!i> Aekerbauarbe t in dieseni (' eblele wird vom 1!?rbst uu tuit'.el.. Elekfriiüt bewerkslellfgl werden. In -' bir en wurden lauf der Omsker Zeiiuag „Sowie*.- skija Sibir" folgende landwrtsrhai'ihche M:i-v:hinc;i der Bevcikenmnq übereteben: 6951 PÜüqe, 36^ Säemasch'nen, 105.;1.\" -jcri'en. 32.07'}. S-cheln, 8ö6 Heumdlmiascliiuen. 9^0 Kor:isrlincic.'empsch'.neji, l'Ü Garbeub nder, m237 üeur abei::, <i\.5'B ei: eine Scht'uie'n. Es haben sich J5'.5 laudw rtscuaivli-che Kooperativen gebildet, de 5-10.000 Desjatfneu Land i eb: ucn „Ekonomitscheskaja Shisni" berichtet, daß das General - komitie der Arbeil jetzt d e Daten über die'Tätigkeif der kaukasischen Arbeitsarmee m Monale Juni ernalten hat. -uf dem Gebiete der Naphlagewinnung waren senr v el vorbereitende Arbeiten aus:uführen, da de Zisternen usw. ••■•cli in recht vernachläss giem Zustande befanden. Im •/Vergleich mit den letzten Monaten wächst d e Naphtagewin - iuing. In den ersten zehn Tagen des Juni wurd?n 2i):t Zisternen täglich wegtransportiert, u den letzen Tagen bereits 2~\> Zisternen, (m gvm.;an sind 6700 Z s'erncu ab Iran Sportler fc worden. (Die vo;gcs:hriebenen Nonnen waren %i)i> Zisternen.) Außerdem sind nach Pclrovvrsk (U0.00 Pud per Schiff angekommen. Bei Eisenbahnarbciten w iren 1731 qualifizierte und -i2.12'i unquiibfiziertc Arbeiter beschäftigt. Außerdem arbeit3ien *n den Depots täglich 2Mi» .'lualilicierle .M.rb?i!e". Das Hauplaugenmerk wurde auf die Vergrößerung der Stalion Gro:ng gerichtet. ,,Ekononi«tich-eskaja Snisiij" schieb., daß jeUt de R.esultate der Arbeit der 'ersten Arbc-itsarmee vom I. Jänner o s zum 1':. Junj bekennt geworden sind. Das Arbe tsltoniüee des L'rai hat folgende Daien veröflentliciit: A.uf dt-in Cebiete der Waldurbeiten;s nci im Verlaute von iüui .Monaten bei einer GesatnÜe sluny vo:: 668.160 Arbeitstagen bJO596.65 Kubiksashen Holz' gesclilagen worde' 83*807.85 Kubiksashen Höh und 22^5 Stück Balken wmd'; l weglransportierl. 17.339.08 Kubik-ashen Holz st gesägt und klein gespalten worden, Uli Desiatjnen 'Wald und 21 Desjalneu Suumpf wurden urbar gemacht. Bei einer Inanspruchnahme von 166.905 Arbeitstagen wurden 121.454 Stück Balken und Bretter transportfähig* gemacht, außerdem 5280 Pud Torf und 856 Pud Holzkohle.*" Im Ural sind in 1639 Arbeitstagen 523.853 Pud Steinkohle gefördert worden. Auf dem Cebiete des Eisenbahnwesens wurde folgendes geleistet; In 37.547 Arbeitstagen s.nd 2'48 Lokomotiven und '155 Waggons remont.ert worden; 3556 Stück Ersatzteile wuurden in 2965 Arbeitstagen hergestellt. Das Eisenbahnnetz wutde auf einer Strecke von 1002 Werst: binnen 45.317 Arbeitstagen völlig instand ge.etzt, außerdem wurden 18 Brücken ausgebessert. In 77.083 Arbeitstagen wurden 73.92't Kubiksasheu Holz, 671 Stück Balxcn uuhd Bretter verladen und 10.158 Waggons verschiedener Waren expediert. Ausgeladen wurden" jn 52."Ab Arbeitstagen 266/ Waggons, außerdem 595.008 ivubiksasben Holz, l'U'57 Ball en ujid Bretter. In 7842 Arbeitstarren sind 1-159 Werst Telegraphentu.d TeIephonlin.cn untersucht und instand gesetzt *uud 103 Werst Teiegraphenkabci gelegt worden. Außerdem wurden an 35.7'W Arbeitstagen Bauarbeiten geleistet, 11.310 Arbeitstage wuurden für Efdarbe teil benutzt, zur Hersiellung medizin scher Bedarfsartikel dienten 11.252 Arbeitstage. * Die l'Jkouomitseheskaja hSIiisii spricht, in ■(■iiK-in Artikel über die russischen ExportinöyiichkeiU'u. speziell;iui <h)iv. '(luhieto der Montunindiisfrie. Vo/ dein Krietre 'j.elaiu!Oii lol.uende Produkte der Montiiniiulustrio -;iuf den Aiißmi: markt: Asbest, Eisen-. .Mangan-. Pia;in- und ändert' nr/e. Ste-inkohl". Koks. N"aplirlia und NaphttuiProdukte, in vm.;..fu«r.. lür SS Millionun liubel. was <» v. II. der Summe des ^-saiaten russischen, Exportes bildete. Prozentual verteilten sieh die Waren Iol;xend<n-maKoii: Zement 0.17, Asuest 2.08, Wto ukohle und Kok-. 1.38. Erze ZLVJ9. Pbitin 11>-7-i v. iL, Nahpl.h.t and Xaphthaprodiikte;"u".v. IL infolg*: der veriinderten w uschafi'.icheu Verhäituisse des Landes werden die Produkt.) der Bergindustrie im künftigen. Warenaustausch eine h?.vo,- rauendore Rolle spielen als bisher. Zu den aulgefühite/i Waren wird noch hinzukommen Gold, Edelsteine, Malbuileisteine und Magnesit. - Die Maiiga'.ieiv.grubeu von Nikopol exportieren' über Nikolajem und ilie West grenze bi's :>.5 Mi;l. Pud Erze jährlich. -- Nach tfkonomitsehesk»};v Shisn können diese Uruben ohne N'achtuil. für die russischen m<.iuillurgisciien Fabriken zurzeit mehr Manganerz aii:i!i'ihie:i ivä vor dem Kriege- -- Die großen Voi kommen der magnetischen lüsener/.e im Ural können iuiolgo dci- Transplut- Schwierigkeiten vorderhand nicht realisiert werden. •- Li; günstigerer Lage befinden sich die JOr/.gniben von Kriwoj Kog, die vor;mssicht;ich eine beträchtliche Menge b'ir die Ausfuhr liefern werden. Die Platinausfuhr betrug vor dem Kriege diue'useluiiUlieli 100 Pud jährlich, vhn denen 50 v. Ii. für /ahnäi :'.f,lieh.i Zwecke dienten. Während des Krieges wurden ausgeführt: 1015 nach Kngland 30 Pud 7 Pfund; HUli nach l'in-- Iautl .">5 Pud. nach Amerika .1 Pud I Pliiucl -AS rfolomlk. nach Fraukroich 1.01 Pud Ii Pfund 30 iSololnik, nach Italien L"J Piund 2!> Öolotnik, iiacii titimänton 2 Pud 39 Pfund o- Solotuik, nach Norwegou 26 Pfund h.J Solotnik. nach .fap«m 13 Pud 13 Piund 94 Solotnik. Xac-Ji 191ü gelangte nur wenig Platin auf den ausländischen Markt. Auch die Goldproduktion könnte in Kußiand gau/, bedeutend gesteigert werden; in Bodaioj sind große Goldfunde entdeckt, doch ist infolge von Transport- und Lobensmittelschv/ierigkeiten eine ilealisieruag dieser Punde vorderhand unmöglich. x Außerdom Jehll. es an Zyankali, das vor dem Kriege in einer Menge von JO.OUO Pud jährlich aus dem Auslände eingeführt wurde. E.) sind Bestrebungen im Gange, O.ut, Zyankali am Orte selbst zu erzeugen durch die bekannte Ausnäbuing von tierischen Abfällen unter Zuhilfenahme, von Pottascho. In Jekatoriiionburg ist im Februar dieses Jahres eine Schleif Werkstatt errichtet und eine .liogistriorung des gesamten Rohmateiiales vorgenommen worden. Die Feststellung ergab einen Vorrat von einigen Hundert Pud, die bei den gegenwärtigen Arbeitsbedingungen erst in einigen Jahren verarbeitet werden können. - Auch Magnesit wurde umher au» ILußland cxportieit, und /war ist russischer Magifc.ii! wogen seiner bedien Qualif.it sehr ucexuoltt - Fl, d''i.m>ii a'ile Aii'/.oicheu darauf, hin. dall ILußlaud mit. der Oi- .•;anisi..'nu:g seines Anüenhando.ls nnorgiseh zu Werlo geh;., auch hat es mit der Bearbeitung »|i'r Exportfu-od'.ikfi' zum Teil bereits begonnen. Ueber die Gold- und Plating«\vinnu)!.g Sowjet.) uriluads im ersten Halbjahr i020 veröffeiUlichl „Kkonomii s.-iieskaj.i Shi --u••' tolgenne Zahlen: bis wurde gewonnen in den Goldgruben au der Ben;; IS Pud, 3S Pt'uud, nt Solofnik, im miliioriai. Sibirit'ii 'J Pud. d Pfund, im wost iclien Sibirien 3 Pud II Pfund 78 Solotuik tuid im i.'ral I Pud :'rj Pfund TS Solotnik, y.usaminou W Pud ."> Pfuiul 13 Solotuik. An PlaMn wurden im Ural ti Pud 1 Pfund ,*•! Solotuik gewonnen, von Ivoltschak erbeulet 13 Pud :, Pfund 3i Solotuik. Das sind zusammen l'J Pud t) Pfund 81! Solonuk. Iii dor Ukraiiir1 arboiti'ten im August IS nietallurtiischo PaDi-ike,:. die in dieser Zeit lü.üM Pud (iul.lstahl mu 13.SU3 Pud ( iul.leisen iii-i'.-t-.'llioii. Gewalzt wurden in tiie.- t1- Zt it JO.HO Pud Banvieisen. lr»....-,!';» Pud Fonneisen, TlöO Pud IvsenbliMii, G030 Pud Daeheisen, G3:^» Lokomit-rohro, 17.073 Pud Draht, LlSb.i-:) .Pud Eisenblöcke, 8Iis Pud vorgestauuiedoi'o Stücke und 2i;.:!30 sonstige , Bisenwaren. Auf diesen Fabriken wurden gleichzeitig hergestellt 3 neue Lokomotiven, Ii Waggon.-, 101 landwirt.ichafliiehe Maschinen, 4SS0 Peilen, r.iiiO!) Wa.-srrleitungsröhren, Ol.M'i Pud Schweileiinägei und 20.027 Stück Schrauben. Ausgebessert wurden 10 Lokomotiven und »ju Waggons. Die Eniähiüngslage. Aus Mockau wii'd vorn 21. gemeldet: Der ru^sisena Bauer hat zu unterscheiden gelernt, zwischen Koliscuak, De- / eikin unti anderen und seiner Sow,etregierun/-:. Im Kubange.bier. sind die Lotzt"n I vbenällc Wrangeis -ratio zure'-ia. gekomnum, um die Kosaktni ti:/ die Sowjetregienuig zu go- Winnen. Linsomelir ind di«> Ernähri.ingskampa:;:io im eigentliche:! Pußlaud einen, tlie vorigen, .lalnv beiräiirlieh übers'loigend'rtji. ürt'oig zu verzeiebneu. 1 >ie Zahl- und iiectiou- -.•ii;iit^,beneiiic d'ir Monate AugiÄl und September zeugen oavau. Die Aprovisionierungsakt-ion hat ersi be^onueu und schon sind im vergangenen Monat mehr als 30 Millionen Pud abgegeben worden, d. b. ungelähr «las Vierfae-lii! dc.-> v<»eigen .lahro.-». Waruni aber, wird man samt, dies; drin •icMden. Aiiirufe der koiuniuuistisohea Parlei und der Ue.'^iei-ui)^. -wartun diese Mobilisierungen .J Gairz einfach d 'sbaiii. weil mau, um -idO Millionon Pud t;inzusanuue''.n, mehr teilte i»ratio,ht. als um deren. 2UU oinzidiiin^ftn. Außerdem i -a l-e- -ehio:-,.-;(?u woi'den, ilen l-]rnäiiri:n'j,sd.j.en-r, dieses Jahr auf diu höfjii.si'M-reiehl'aro Höht; zu btiugtm und ihn uubeohzgl. bis Dezember zu beendigen, so dal.; die zur Erfüllung des bhuäbriin.uspio-ramiues nötige Lebensmittelmenge rcciif.'.oiiig zu erstellen ist. Endlich wird die Last des Brnähruiigsdieuste,-. noch erschwert dadurch, datl in diesem Jahre zum ersten Male das Land ny-ht nur Getreide und Kartoffeln, .vmdoru auch Butter. Gemüse, Rior. Käse. Honig und Hülim-r zu liefern lujt. Der gestärkte Suai ist der fast alleiniuj Liefe-