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Freie Tribüne · 1920-10-16 · 36 (16.10.1920) · page 3

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Journal
Freie Tribüne
Volume
2 (1920)
Issue
36 (16.10.1920)
Date
1920-10-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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NR. 35 FREIE TRIBÜNE SEITE 3 Alan kann jetzt täglich in der jüdischen Presse Polens lesen: „...die jüdischen Abgeordneten Grünbaurn, Halpexn und Schipper haben..." usw. Diesmal haben die jüdischen Abgeordneten eine Interpellation wegen der, durch die Petljurabanden verübten, Judenpogrome eingebracht. Nun bedenke man die doppelte Ungeheuerlichkeit, die Schipper sich erlaubt. , Zunächst bringt er gemeinsam mit den jüdischen Bürgerlichen und Orthodoxen Interpellationen ein. Als ob die jüdischen Proletarier nichts anderes über die Pogrome zu sagen hätten, wie der Rabbiner Perlmuter und der Zionist Grünbaum; als ob unsere Partei yüber die Ursachen, die Wirkung und die Möglichkeiten einer erfolgreichen Abwehr der Pogrome einer Meinung mit den jüd isc h e n Abgeordneten sei. Nun »dadurch, daß Schipper gemeinsam mit den jüdischen Abgeordneten die Interpellation eingebracht hat, hat er der jüdischen Arbeiterklasse und damit der Sache des jüdischen Volkes mehr Schaden zugefügt, als die Pogromhetzer selbst. Dadurch hat er der Welt vorgetäuscht, daß es im jüdischen Volke keine Klassen — und somit nur eine Klasse der Bankiers, der Ausbeuter gibt; dadurch hat er in den, mit antisemitischem Gift angesteckten Köpfen der P. P. S. 'sehen Arbeiterschaft heillose Verwirrung gestiftet. Ferner hat Schipper durch seine Interpellation <kr polnischen Regierung den... wertvollsten, ja, unschätzbaren Dienst erwiesen. Man bedenke: die Vertreter des jüdischen Volkes aller Parteirichtungen — und in diesem Falle werden die Herren, Doktor Schipper gerne als Ärbeiterv.ertrefcer gelten 'lassen! — interpellieren die polnische Regierung wegen der Pogrome, der, irn po 1 nischen Heere fechtenden Petljurabanden." Das heißt soviel, .wie: die polnische Armee allein hat keine Pogrome am Gewissen, nur die Petljlirabanden sind es, die Pogrome veranstalten. Dasheißt soviel, daß die „Vertreter des. jüdischen Volkes Grünbaum, Halpern und Schipper der polnischen Armee ein Alibi ausstellen. , Sollte dies das, von Schipper besungene „1 i c h tvolle" Resultat der polnisch-jüdischen Verständigung sein? \ Es scheint so. Denn die m u t i g e n j ü d i s c h e n Männer erklären in ihrer Interpellation, daß die polnische Regierung — die Regierung yitos—Daszynski—Sapihega — sei berufen, die Juden vor Pogromen zu schützen. Wahrlich mutige Männerl x Und der Ministerpräsident Vitos führt nachGaiizien, läßt sich von der jüdischen Bevölkerung — vörii-der i-",,mutig en'Gesinnüngsgenossen, Grünbaums, Perimutters und Schippers — mit >Brot und Salz, jamit den Thorarollen empfangen, über die durch Petl jurabanden verübten Greuel berichten und spendet den gemarterten Juden Trost. Dann... berichtet der Herr Ministerpräsident der Welt, wie (die Juden glücklich waren, durch die polnische Armee von den Petl jurabanden und Bolschewikigreuel befreit au werden. t Das scheint nun das greifbare 'Resultat der neue« ,,S c h i p p e i - A k t i.on". Die im jüdischen Blute watende polnische Armee und die verbrecherischeste alLer polnischen Regierungen stehen nun'vor aller' Welt durch die berufenen Vertreter des jüdischen Volkes nicht nur »ehabilitiert, sondern als „Schützer urid Befreier" da. Das ist nun das „edle", ^„mutige", ^proletarische" Werk „unseres"' Genossen Schipper. Wir wissen: die polnische Partei ist hocherhaben Iber solche schmähliche Politik. Der Parteivorstand verdammt einen derartigen Liebesdienst für die polnische Regierung. Nun gilt es, den Mann, der solche Schmach unserer - Bewegung angetan, aus unseren Keinen endgültig zu verbannen. Wir fragen daher: Was tut unsere polnische Bruderpartei gegen diesen Verrat des Schipper? . Wir wissen: in schweren Bedingungen, wirken und kämpfen unsere polnischen Genossen, wir vermuten, daß die polnische Partei den Schipper öffentlich desavuiert hat. Allein diese himmelschreiende Tat kann nur durch eine mutige, entschlossene Tat wettgemacht werden. Und so fragen wir weiter: Was tut das Verbaudsbüro, damit die Welt »ehr bald erfährt, daß die poalezionistische Bewegung diesen Verräter an der jüdischen Arbeitersache aus ihren Reihen ausgestoßen hat? Die Schipperschmaeh muß ein Ende haben. Uta sdipgi&l uss aas tierbanösöüro: Werte Genossen! In der Nummer 35 der „Freien Tribüne" veröffentllcchen Sie einen Hufsatz über die Beteiligung Schippers in der „Verständigungskommission1 in Polen. Da der anonyme Verfasser unter anderem auch das Verbandsbüro interpellierte, sehen wir uns zu folgender Feststellung gezwungen: Noch am 3. Oktober (fünf Tage vor dem Erscheinen der Nummer 35 der „Fr. Tr.") wurde auf der Sitzung des Verbandsbüros nach Behandlung der ganzen Angelegenheit beschlossen, dem Z. K. der polnischen Partei die Stellungnahme des Büros bekanntgegeben und den Ausschluß Schippers aus der Partei zu beantragen, dieser Beschhiß sollte auch in den „Mitteilungen" veröffentlicht werden, außerdem Passus vom Ausschlüsse Schippers, mit dem bis zur Antwort des polnischen Z. K. abgewartet werden sollte. Da aber inzwischen in der Presse bekannt wurde, daß von Schipper bezüglich der Pogrome der Petljurabaaden in Ostganzien eine Interpellation eingebracht wurde, die nach der Ansicht des Büros einen Verrat nicht nur an den Interessen der jüdischen Arbeiterschaft, sondern dien der ganzen jüdischen Bevölkerung Polens bedeutet, beschloß das Büro schon jetzt, den an das polnische Z. K. ergangenen Antrag bezüglich des Ausschlusses Schippers zu veröffentlichen. Mit Parteigruß Das Verbandsbüro: Eine Berichtigung, Zu unseren Notizen in der Nr. 34 über„Poaie Zion auf dem Kongreß in Baku" und die „Spaltung dor J. S. D. P,. Z. in Rußland" schreibt uns das Verbaudsbüro : In der Nr. 34 dor „Fr. Tr." lesen wir zwei Mitteilungen aus Rußland über „Die Spaltung der J. S. D." und „Die Poale Zion in Baku", welche die autentisehen Nachrichten, die wir darüber aus Rußland erhalten haben, nicht ganz richtig wiedergeben. Ueber die „Poale Zion in Baku" wird mitgeteilt, daß Gen. Z. Ostrowski in das Büro des Kongresses gewählt wurde, während er nach unseren Informationen in das Exekut vkomitee zur Revolutionieruug des Ostens, vom Kongresse , gewählt wurde. Ueber die Spaltung der J. S. D. wurde berichtet, daß der Parteirat der J. K. P. sich mit den programmatischen Deklarationen und mit der Taktik der kommunistischen Fraktion auf der V. Weltkonferenz solidarisch erklärt hat, während naoh unseren Inlormaüonen der Parteirat die -Plattform der V. Woltk o nie venz anerkannt und sioh mit der Erklärung, die die komm.. Fraktion aui der Konferenz abgegeben, s o 1 i d a y i s i e r t h a t. Wir bitten Euch, diese Notizen in einer der nächsten Nummern richtig zu stellen. Mit sozialistischem Gruß Für das Verbandsbüro: Kl, Berlinrot. - RUNDSCHAU. Das Anwachsen der revolutionären Bewegung unter dem polnischen Landproletariat, Im September wurde von de<n Bürgermeistern und Delegierten des. Bezirkes Tarnobrzeg eine Resolution angaiommen, in welcher dem Abgeordneten Tomas Dombai, dem Führer der radikalen Bauern im Sejm, das Mißtrauen ausgesprochen und der Sejm aufgefordert würfle, .die Gültigkeit des Abgeordnetenmandates Dombai abzusprechen und ihn dem Kriegsgerichte zu. übergehen. Die Tatsachen, sind nun folgende: Der Bezirkshauptmann hat Von der Warschauer Regierung -den Auftrag erhalten, ein solches Mißtrauensvotum zu fabrizieren. Zu diesem Zwecke ließ der B2zirkshaiiptmann die Bürgermeister der Gemeinden zu sich kommen, wo er ihnen unter' persönlichen Drohungen 'das Votum abpreßte. NatürlcTt darf keiner offen erklären, ein Anhänger des „bolschewistischen" Abgeordneten Domhai zu sein, da er sofort verhaftet werden würde. 'Von den 74 Vertretern der Gemeinde, welche sich beim 'Bezirkshauptmann eingefunden hatten, verließen nicht weniger als 69 den Saal, als es hieß, ein bestimmtes Dokument, in welchem das Mißtrauensvotum formuliert war, zu unterschreiben. < , Nach dieser Geschichte fand eines Tages eine riesige Massenversammlung der Landbevölkerung statt, die Dombai einberufen hatte, ohne nie Vorbereiitungen des Militärs und der Behörden zu fürchten. Dombai kam aus Warschau und sprach vor 20.000 Bauern. D;e Behörden hatten durch Plakate vorher ausdrücklch die' Versammlung verboten, zwer Bataillone waren bereitgestejlt, eine Menge Maschinengewehre, d e ganze Gendarmerie und Polizei. Gegen diese Vorbereitungen hatte sich eine 'starke Garde von Bauern gebildet, welche Dombai zu seinem Schutze fortwährend begleitete. Nach einer zweistündigen Rede, die fortwährend von ungeheurem Beifall unterbrochen wurde, nahmen d':e 20.000 Bauern eihstimmilg folgende Resolution an: 1. Die versammelten Bauern verlangen einen sofortigen Friedensschluß mit SowjetruBlahd und die möglichst rasche Demob/lisierung. 2. Das Landproletariat steht auf dem Standpunkte des Klassenkampfes b;s zur vollständigen Vernichtung der Klassengegensätze und e.nigl sich n seinem Kampfe gegen die Ausbeuter vollkommen mit den Organisationen des internationalen Proletariats. 3. Das Landprolctariat verlangt die Aufhebung sämtlicher politischer Verfolgungen, die Befreiung der politischen Gefangenen und de Beseiti'guncj des Ausnahmsznstandes. 4. Das Landproletariat' kennt nur eine Herrschaft des Land- und Stadtprolelar.ats und schreckt vor keinem Schritt zurück, welcher zu einer solchen Herrschaft rührt. 5. Die versammelten Bauern, 20.000 an der Zahl, sprechen bei ihrer Tagung ihr vollkommenes Vertrauen aus, erklären d;e Resolution des Bezirkshauptmannes für eine Fälschung, danken he;ß ihrem Abgeordneten für sein unerschrockenes Auftreten im bürgerlichen . Parlamente und fordern;hn auf, auszuharren im Kampfe mit der Bourgeoisie bis zum endgültigen Siege des arbeitenden Volke:; über eine Handvoll Ausbeuter. " . Der '„Swjt" Vom 1. Oktober berichtet,: Nicht nur, daß die P. P. S. (Polnisch-sozialistische Partei) an der bürgerlichen Regierung teilnimmt, sie hat auch ihre Vertreter in der polnischen Ochrana. Sämtliche Kommunisten, die den Führern der P. P. S. bekannt Waren, wurden an die Polizei verraten. Dasselbe Los traf auch die Mitglieder der P. P. S., welche den Mut hatten, gegen ihre Führer offen aufzutreten. So suchte die Polizei 'Nowicki, ein Mitglied des Zentralkomitees der P. P. S., noch in derselben Nacht auf, als er den Mut besessen hatte, bei einer Sitzung des Komitees gegen Daszynski aufzutreten. — Sie traf ihn nicht an. Die Führer der Warschauer P. P. S.-Bezirke delegierten offiziell ihre Vertreter in die zweite Abteilung dieser Ochrana. Diese Delegierten leisteten der Ochrana bei der Jagd'auf die Kommunisten die besten Dienste. Der Vorstana dieser zweiten Abteilung, Tedeusz Tomaszewski, ist ein Mitglied der P. P. S. Bei den Sitzungen ihrer Organisationen forderten die Führer der" P. P. S. jnre Mitglieder auf, sämtliche ihnen bekannte Kommunisten der Polizei anzugeben. Der P. P. S.¬ Abgeordnete Mfll;nowskr sprach» dies ganz offen bei elfter Versammlung in Lublin aus. Der Warschauer Gemetnderät, der Vorsitzende des sogenannten Warscfiauer Ärbeiterrates und Hauptmann Jaworski förderte offen seine Genossen aufr den Familien der Kommunisten den Brotbezug zu unterbinden, die Kommunisten aus allen legalen Institutionen hinauszuwerfen. , * Vorbereitungen zur Feier der Oktober-Revolution. Rn alle Partei- und AgUatiouiskomites! Laut Beschluß des Zentralkomi tes der Russischen Kommunistischen Partei über einheitliche Durchführung der Feier der großen Oktoberrevolution, Wird ttiemit vorgeschlagen, den 7. Nov. durch Massenversammlungen, die der Besprechung der Ergebnisse des Sowjetaufbaus zu widmen und durch verstärkte Agitation und Aufklärung über die nächsten Aufgaben' unserer inneren und internationalen Politik, schließlich durch die. Hinweisung auf die Notwendigkeit der Fortsetzung des Kampfes mjt der russischen und internationalen Gegenrevolution zu kennzeichnen sind. Folgende Losungen müssen aufgeworfen werden: 1. Der Kampf mit Wrangel. 2. Allseitige Hilfe der Roten Armee durch Erhöhung der Produktionsfähigkeit, durch Sammeln von warmer Kleidung etc. 3. Die Notwendigkeit der aktiven Unterstützung unserer Ernährungspolitik. Das Zenlralkomite hat ferner beschlossen, das Hauptgewicht der Agitation an diesem Tage in das Dorf zu verlegen. E;ne bedeutende Anzahl an Redner- und Agitations- ' kräften muß an d.esem Tage auf das Lgnd geworfen werden. Das Zentralkora.te hat beschlossen; an dem tage der Oktoberrevolution keinen kommunist. Samstag zu machen, aber auch von allen Demonstrationen und Umzügen abzusehen und keinen Meter roten Stoff zu verschwenden. Tesen für, Meetings werden demnächst angegeben werden. Zentralkomjte der Russischen Kommunistischen Partei* Professor Pecliterjeff über Russland. % Die Petrograder „Pravda" bringt einen außergewöhnliche* Artikel des Akademikers Bechterjeff. Dieser Gelehrte, der auch über die Grenzen Europas hinaus ein bekannter Psychiater ist,'hat sich schon von allen Anfang an der Sowjetregierung angeschlossen und hat vor nicht langer Zeit einen Aufruf an die im Auslande lebenden russischen Gelehrta.1 erlassen, jn welchem er sie auffordert, in ihre Heimat zurückzukehren und ihre Kräfte dem russischen Volke zu opfern. Se;n Aufruf hat bei manchen von dei las Ausland geflüchteten russischen Intellektuellen eine 'gegenteilige' Wirkung erzielt, wie z. B. beim Professor Rostofzeff, der in einem Pariser russischen Blatt gegen den Aufruf Bechterjeffs protestierte. Bechterjeff schreibt als Antwort auf den Protest folgendes: ,jiWe;n Aufsatz wünschte ^enen Aufruf der russischen studierenden Jugend zu unterstützen, in welchem sie, die. im Ausland wollenden Gelehrten, Professoren und Studierenden hemrufien. In meinem Brief gab ich der großen Notwendigkeit Ausdruck, die wissenschaftlichen schaffenden Kräfte fürs eigene Land nutzbar zu maChien, und erklärte den ganz unpolitischen Charakter der "wissenschaftlichen Arbeit, der es dem Gelehrten ermöglicht, unbegrenzt zu arbeiten, ohne an der Politik teilzunehmen. Leider kenne ich den Aufsatz Rostofzefl's n;cht ganz genau, doch daraus ziu schließen, was die; Petrqgrader „Pravda" mitteilt, soll nach Aussagen Rostofzeffs, mein Aufruf gegen das Vaterland gerichtet setti.- Folglich begehen die In ihrer Heimat gebliebenen Gelehrten, welche ihre wissenschaftlichen Arbeiten leisten,- ein. Verbrechen gegen das Vaterland. Es scheint, daß Rostofzeff, einen \ neuen Versuch mit der sogenannten „Intellektuellen/ Sabotage" anstellte, die er schon einmal versuchte, aber die ganz von selbst ejn Ende nahm, weil diejenigen eben damit aufhörten, die sie proklamiert hatten. Solche Sachen gibt es in Rußland jetzt nicht mehr. Aber es ist möglich, daß sich einige im Ausland lebende russische Gelehrte noch dessen rühmen,, zu sabotieren. Professor Rostofzeff kann wahrscheinlich im Ausland arbeiten und da er glaubt, daß es e;ne Sünde wäre, jetzt unsere Grenzen zu überschreiten, so soll er -m Frieden arbeiten. Aber es gibt andere russische Gelehrte, von denen ich z. B. weiß, daß sie m Finnland durch Musikunterricht ihr Leben fristen. Sie bekommen zwar, jetzt vom amerikanischen Roten Kreuz eine Unterstützung, aber meinet- Ansicht nach ist dieser Zustand ciens Gelehrten nicht würdig, zu einer Zeit, wo in Rußland großer Mangel an Professoren und Gelehrten ist. Ganz selbstlos frage ich: Wäre es nicht besser, zu Hause, ohne an der Politik teilzunehmen, mit unserem Volke zusammen zu sein,. 'hier zu unterrichten oder wissenschaftlich zu arbeiten? Wenn, unser Vaterland eine 'schwere Krise durchmacht, ist es unsere Pflicht, zu hellen und nicht in fremde Länder zu gehen. Es wird Professor Rostofzeff nicht schaden, zu erfahren, daß es Russen mi Auslände gibt, die nicht nur mit Phrasen, sondern auch mt Waffen gegen uns gekämpft hatten um ihrer politischen Grundsätze wegen und doch eingesehen haben, daß sie nach Hause zurückkehren müssen, um dort zu arbeiten. Im April erhielt, ich aus Pjuchtliza (Estland) folgendes Telegramm: „Eine Gruppe der Judenrtsch-Offiziere und Soldaten, die mit den Parteien nicht sympathisiert, . möchte nach Rußland heimkehren, nicht um Soldat zu se.n, oder an der Poiltik teilzunehmen, sondern um für Rußland zu leben und für den Fr.eden zii arbeiten1. Wj-r brauchen Ihre Hilfe, es ist überhaupt wichtig, jene Schar zu organisieren, die Rußland verlassen hat, und sich jetzt nach der Heimat zurücksehnt". Ich setzte mich sofort mit dem Volkskommissariat des Aeußeren in Verbindung und d.c Angelegenheit wurde sofort erledigt. Deswegen meine ich; daß Professor Rostofzeff anstatt so entschieden zu sagen: „In das lasse ich mich' nicht ein!" sich eher vor die Alternative stellen sollte: Entweder für das Volk sein, oder ohne das Volk!" Professor W. Pechterjeff. Der dritte allrussische Kongress der kommunistischen Jngend. Erste Sitzung. Zum Kongreß (haben sich über 6(}0 Delegierte eingefunden. Nach den Präsidium wählen hat Lenin in einer großen Rede den III. Jugendkongreß begrüßt. Er führte u. a. aus: „Der kommunistischen Jugend steht die große Aufgabe des Schaffens e.ner kommunistischen Gesellschaft bevor, deren Gruundsteine wir jetzt im Kampfe legen. Die Jugend muß die große Kunst der Errichtung einer kommunistischen Ordnung lernen, hartnäckig lernen. Vor uns, setzt Lenin fort, steht die Aufgabe des wirtschaftlichen Wiederaufbaues des ganzen Landes, dessen Umgestaltung nach neuen Grundsätzen» mit Hilfe aller technischen und wissenschaftlichen Errungenschaften der Gegenwart. D]e Generation, die heute 15 Jahre alt ist, wird in 20 Jahren in einer kommunistischen Gesellschaft leben und deshalb muß dje Jugend alle Aufgaben ihrer Ausbildung so aufstellen, daß. sie jeden Tag, in jeder Stadt, in jedem Dorf irgend eine Aufgabe der gemeinsamen Arbeit praktisch löst. Wenn die halbe Million der Mitglieder der.

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