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Freie Tribüne · 1920-10-01 · 34 (1.10.1920) · page 3

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Journal
Freie Tribüne
Volume
2 (1920)
Issue
34 (1.10.1920)
Date
1920-10-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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der lni*iatf#£0&ff .SöBdafttat^fümd*^P«€tsbttffl[gr';flr*. * beiter. Sit? SWtlVfte; Elcöiöitr imfäs: in der kofflfftädH stiscfeen Verwaltung nachahmenswerte Errungeaschäfte,* erzielt und befestigt hat. Die Petersburger Arbeiter habe« z. B. in einer angestrengten kollektiven Arbeit jeden Fleck Erde innerhalb und in der Nähe der Stadt für herrlich angelegte Gemüsegärten verwertet. Durch die Erhöhung der Erzßugungsffihigkeit ist es möglich geworden; den Tramwag-* Verkehr m der Stadt unentgeltlich zu machen. Der Kampf mit, derr Arbeitslosigkeit, oder vielmehr mit der Arbeitssabotage, die Ordnung der Arbeitsmobilisierung, der Ver-. teüung und Verwertung der Arbeitsenergie ist von de« Arbeitern so organisiert* worden, daß man behaupten k<ain, daß sie nicht nur das „ABC" des Kommunismus gelernt, sondern eine tief er greifende Initiative entfaltet haben. Gegen die sabotierenden oder weniger energischen Arbeiter werden Disziplinarmaßnahmen getroffen, wie z. B. die Verweigerung des Rechtes der Aufnahme in die sogenannten „Häuser der Arbeitsruhe" (Arbeiter-Sanatorien). Diese Maßnahme übt einen größeren Einfluß auf die Saboteure aus, als jede Agitation, denn in diesem Fall fühlen sich die Arbeiter nicht vor den „Vorgesetzten", sondern vor ihren Genossen schuldig und verdoppein ihre Energie. Es ist auch z. B. durch die Initiative der Petersburger Arbeiter möglich, eine bessere Verbindung mit dem AUirran 'herzustellen und gemeinsam' eine Versorgungsaktion für die Zentral-Gouvernemetits ein<- züleiten. Ünd es wird ihnen zweifellos gelingen, denn, trat* aller Nöten und allen wirtsdWaf Wichen Unglücks sind sie unerschöpflich in ihrem Schaffensdrang. Der Warenaustausch mit Sowjetrußland. „Ekonomitscheskaja Shisni" schreibt: Seit 1. September, fungiert in Moskau, Odessa und Reval die Repräsentanz der italienischen Kooperation; welche das jt'fiztge Organ ist, das faktisch den Warenaustausch mit Rußland (vermittelt. Der bevollmächtigte Repräsentant der italischen Kooperativen ist Rondini, Mitglied der sozialistischen Partei des italienischen Parlamentes, , der während des Weltkrieges schon oft in Konflikt mit dem Gesetze geraten war, wegen antichaüvinistischer Propaganda. Genosse Rocidjni hat in einem Gespräch mit unserem Mitarbeiter über den Warenaustausch mit Rußland folgendes geäußert: Die italienischen Kooperativen wurden im Jahre 1918 durch das Zentralkomitee der italienischen sozialistischen Partei, durch die. italienische Arbeiterföderafcion und durch den Milanasischea italienische Arbeiterföderation und durch den Müanäsisohepi Konsumentenverein der Arbeiterkommune gegründet. Das Büro vereint in sich alle Formen, der sozialistischen kooperativen Wirksamkeit, hat eine Million Mitglieder und umfaßt 45 kooperative Verbände. Das Büro hat mit Litwjiow eftf Uebereinkommen getroffen, demzufolge vier Schiffe mit Mer -dikamenten jiadi Odessa abgeschickt wurden. Eines dieser Schiffe stieß auf eine Mine und ging unter. Von Odessa hat man eine große Quantität Getreide nach Italien transportiert. Außer all dem wird Italien nach einem lieber-- einkömmen mit dem Zentrösojuz auch landwirtschaftüdw Maschinen, chirurgiseihe Instrumente, Sägen; Telegraphen- und Telephonmaterial und Webmaschinen liefern. Rußland hat auch Lokomotiven für schmalspurige Bahnen bestellt, Italien erhält t von Rußland außer Getreide noch Naphtha, <ias es äußerst dringend braucht. Bericht aus der Ukraine. London, 2i. September 1920 (,,Rosta Wien"). „Daiiy Herald" ehielt von seinem' russischen1 Bericht-: -exstatter folgenden Bericht: Ich komme soeben von ei.-ier längeren Reise aus der Ukraina zurück und habe im Laufe! derselben Charkow, Poltawä, Krementschug, Kiew, sowie verschiedene kleinere , Städte besucht. Eines steht im Kaleidoskop meiner Eindrücke fest: Die Ukraina ist ein aus Wütigen Tränen und maßloser Verelendung errichtetes Denk-1 mal jenes Entschlusses der Entente und Amerikas, Rußlaad . eher zu zerstören, als dem russischen Kommunismus zu gen statten, sich im Frieden zu entwickeln. In Großrußland sind die Ergebnisse dieser Politik nicht so augenfällig, auf jeden Schritt und Tritt wahrnehmbar. In der ukraina foabei die einander folgenden Wellen der verhatzten und ßedungeoien lnvasionslheere und der Bürgerkrieg schreckliche offene WunK den zurückgelassen. Städte, wie Fastow, Brussilow, Tscher.«, kassi sind Ruinen, gleich1 den Städten in Nordfrankreftett. Andere Städte, wie Kadomysl, sindvon der jüdischen^ Bevölkerung gänzlich geräumt. Es muß festgestellt werden« daß die Juden durch1 Pogrome, die Denikjin, Petljura und die Polen veranstalteten, gänzlich1 aus den kleinen Städten vertrieben, wurden und sich1 in die wenigen größeren Zentren begeben haben, d. b. jene' Juden, die.nicht durch die Mask saker und den Hungertod als Folgen des Raubens und; des Plüriderns um gekommen ,sind . NaCh einer mäßigen Schätzung sind über 200.000 Menschen den Pogromen zum Opfer gefallen. Noch mehr sind um gekommen, weil sie infolge der Pogrome sich selbst tiberlassen werden mußten. Es waren - dies meistens Bourgeois, . Kaufleute und Handwerker mit vßigenen Läden. Die westlichen Bourgeois opferten woftN überlegt die ukrainische Bourgeoisie, um sich vor der even*, tüellen Gefahr eines erfolgreich'en kommunistischen Expemiw taentes in Rußland zu schützen. Die Pogrome gingen (Sa ihrer Planmäßigkeit so weit, daß ganze Städte von der LeJ Jxensmittelzufuhr abgesperrt wurden, Das ganze durch die Sowjets, begonnene Erzichungs- und Kulturwerk wurde von Grund aus zerstört. In Kiew wurde mir auf (die Fragen was zur Wiederherstellung geschehen ist, geantwortet: Wir tun unser Bestes, um die Fabriken wieder in Betriebzu setzen. Wir sind erst seit sechs Wochen (wieder in Kiew und |jaben. alles das, was wir naCh umfassenden Plänen geregelt und erfolgreich durchgeführt hatten,, ehe wir Kiew verließen, von den Polen vollständig desorganisiert wtedieor-, gefunden. In der Sanitätsabteilung von Kiew wurde folgendes gesagt; Kaum hatten die Sowjets die Schäden wieder einigermaßen gut gemacht, als die Polen kamen. Als die Polen sich entfernten, ließen sie alle Spitäler und auch die übrigen' Anstalten ohne jede Nahrung oder sonstige Vorräte zurück. Diese Anstalten vor dem Verkommen zu retten, nahm1 alle Kräfte der Regierung in Anspruch. Die Spitäler betinden sich trotz aller Schwierigkeiten wieder m ausgezeichneter Verfassung. Einige haben sogar neue Abteilungen eröifnet. Doch die Ausstattung mit Hilfsmitteln ist sehr mangelhaft und oft fehlen so elementare Gebrauchsgegenstände, wie Thermometer. Doch Westeuropa schaut gleichgültig dem Sterben tausender Menschen zu, so lange der Krieg gegett'; das kommunistische Rußland geht. Erschreckend ist die Wirkung dieser endlosen Kriege, die die Ukraina auf eimes Stufe gebracht haben, auf der sich Deutschland nach dem dreißigjährigen Kriege befand, auf die ukrainischen Bauern,' die von jedem Eindringling zu Pogromen, Rauben und PltinM dem aufgefordert wurden, und denen es sehr schwer fallen wird, wieder zu friedlicher Arbeit zurückzukehren. ' MtfT «W M mmtfee ^»;-TWr^««v«. uhd Deuten* detögielrf wareftr\ wlSrdell ,.äfädtfA(l£$fflr. das' Büro gewährt. Die Gesamtzahl der. Delegierten am Kon-f gresse betrug 1273, darunter 55 Frauen. Was die Zusamn teeösetzung des Kongressesvanfielatfgt, war die Zahl def! Vertretet-der einzelnen. Ndtiitfialitäten folgende: Georg)«* 100, Armenien 157, Ouzbekien. 15, Persien 192, Baschkiren iL Araber 3, Kalmüken 3, Kaztareh 11, Kurckxn 8, LesgcHe^s25, 25 Djaucftten 12. Juden 42, Anadajaren 10, Hürden 10, Kirkisen 47, Tadjid Hindus M, Cihjnesejt 7* Coreaner 3, Avaren 7, Tschetschenzen 32, Kabordinen 9, Inguschen 12, Russen 104. *' l In Bezug auf defci in Baku abgehaltenen Kongreß* der Ostvölker schreibt die. „Iswestfa": 38 Nationen waren am Kongreß vertreten, darunter Völker, die sich! Jahrhunderte hindurch gegenseitig bekriegte« und die nur durch' d4e kommunistische Internationale in erie brüderliche Vereinigung r;Msammengeschweißt werden konnten-, so die Armenier, Kurden und Türken. Der Kongreß rückte das Verbrecher-« tum der Weltbourgeoisie in ein helles Licht und zeigte, wie diese die östlichen Völker gegeneinander ausgespielt hatte. Die äußere Erscheinung der Delegierten illustrierte deutlich, wo Freundschaft, Friede und Freiheit und revolutionärer Geist anzutreffen sind. Weder im Benehmen, noch in der Tracht oder der Sprache zeigten die Delegierten östlichen Prunk, oder europäisch geziertes Wesen. Durchwegs schMchte Leute, vielleicht etwas abergläubisch und rückständig, doch treuherzig und arbeitsam. Es waren Menschen, die vom/ Pfluge und von der Arbeit weg, nach Baku gekommen sind. Kein reicher Bourgeois war zugegen, kein Khan und kein; Bey, kein im Frisierladen aufgeputzter Intellektueller, sondern werktätige Arbeit war vertreten. norff schwach obwohl die englischen Parlamentarlef ihr eiiie große Bedeutung zuschreiben. Wirtschaftlich1 und politisch bleibt Indien noch bte Jieute das unterdrückteste Land der Welt. Alle diese Verhältnisse schaffen eine AtraosphäfeL der Verzweiflung, und unzählige revolutionäre Explosionen an denen auch die Bourgeoisie positiv teilzunehmen be-< ginnt. Nachfichten über Sowjetrußland gelangen allmählich in der W^ldergnbe der englischen Zeitungen nach Indien und erwecken in sämtlichen Gesellschaftsschichten das lebhafteste Interesse für den Kommunismus. Die revolutionären Perspektiven in Indien sind so günstig, daßmit Gewißheit >■ behauptet werden kann, daß im Moment der sozialen Revolution in Westeuropa ganz Indien von einer große«!, sozialen .Bewegung hingerissen werden wird. Die Streiks entwickeln sich in einem überraschenden Tempo und sind stets von politischer Färbjunig. Die Dfiszinlam der Massen, ißt ausgezeichnet. Die Bourgeoisie, unbefriedigt in ihrem Kampfe mit den Engländern und ihren politischen Forderun-... gen verhält sich im Klassenkampf passiv und ist sogar geneigt, die Arbeiter zu unterstützen. Die Revolution wjrtf zunächst von nationalem Charakter sein und sich in Form! eines Aufruhrs gegen das fremdländische Joch äußern. Da die Massen schlecht bewaffnet sind und den tadellos ansgo. rüsteten und ausgebildeten Regierucigstrüppen gegenüberstehen, bedarf die Bewegung einer erfahrenen, militärischen Leitung und Unterstützung seitens der Kommunistischen. Organisationen* Radek über dem Orientkonkreß. Der Orientkongreß, v Auf dem Orientkon greß in Baku waren folgende Ver-r treter des westeuropäischen Proletariats anwesend: Für England Queich, für Frankreich Osmer, für Bulgarien, Cha-i Radek schreibt in der „Prawda" im Zusammenhang mit dem Ersten Kongreß der Orienlvölker: „Der Kongreß der Orientvölker hat alle Erwartungen übertroffen. An dem Kongreß waren Millionen von Werktätigen durch über 2000 Delegierte aus der Türkei,, Persien, Turkestan, Ch'nai Buchara, Indien, Afghanistan etc. vertreten, wobei die Den legierten aus den nichfsozäalistSschen Ländern ungehieurej Schwierigkeiten zu überwinden, hatten, um nach Baku zii kommen. Noch überraschender war das Niveau des Klas* feenbewußtseins, der Delegierten. Unterhaltungen mit den Vertretern verschiedener Ostländer haben uns bewieset!, wje sehr rsämtliche, igritridsätzlichste Ereignisse und1 verschiedene Richtlinien der gegenwärtigen europäischen Politik in' das Bewußtsein der Werktätigen des Ostens. eingedrungen sind, und sich zu konsequenten Folgerungen und Üeberzeugungen .gestaltet haben. Sie wissen es gut, wer Feind omwi wer -freund ist. Niemand wird jenen feierlichen' Moment vergessen, als nach der Aufforderung Sinowjews zum,heiligen; Krieg gegen , die imperialistischen Unterjocher, die 2000 De-; legierten sich wie ein Mann erhoben und mit ihren. krumH men Messern, mit Pistolen- und Säbeln la der Hand geschworen haben, bis zum letzten Tropfen Blut für ihre Befreiung und die große sozialistische Wahrheit zu kämpfet. Wenn die Herren aus London und Paris dieses Bild!:erblickt hätten, würde ihr. ironisches Schein, mit dejnr sie de?» Hinweisungen Sowjetrußlands auf den erwachenden Osten begegnen, rasch verschwinden. Der erste Kongreß der Ostvölker war eine wahre Beratung der revolutionären Avant-/ garde;. des Orients. Der Kongreß, dokumentierte eine unn geheure Gärung aller W>efrfttjätige|n aller, Ostlander. Er .hat - die^f ideoIo^ehe^Förmg^u^^ . was ^die^i^elegier^ri^gehört1 "und^gesehOT^habenv hät . auf sie einen gewaltigen' Eindruck gemachtj 'Das^ was^ sie gelermt \ haben, werden sie in: ihre. Heimat tragen;;Das- Propagandabüro, welches vom Kongreß in Baku gebildet wurde, wird durch Herausgabe von Ägitations- und Äufklärungsliteratur und durch die Aufrechterhaltuing der organisatorischen Verbindung; des Ostens, viel zu dieser, großen Sache beitragen!. Die Hilfe, die das erwachende Weltproletariat; durch seinen. Kampf mit der imperialistischen Kolonialpolltik dem1 erwa* ichenden Orient leisten kantii ist der kürzeste Weg gur Vereinigung der Proletarier deS Westens und des Ostens und eine der nächsten Aufgaben der sozialen Revolution. Unsere Parteikonferenz muß sich unbedingt mit den neuen Richtlinien für die proletarische Orientpolltik und m$t der Liquidation unserer alten Fehler dringend. befassea. Allerdings haben es die VerKreter Sowjetrußlands im Oriente kohgreß schon jetzt verstanden, denrichtigen Weg ein-' zuschlagen; :; Die Konferenz der Buchdrucker, v Die Konferenz der Drucker in; der Provinz Moskau schloß mit einem Bericht über die mternätiohale' Lagie und nahm einstimmig folgende These an: 1. Die Konferenz dankt den Arbeitern anderer Länder für die Aeußerung revolutio^ närer Solidarität mit Rußland. 2. Die Konferenz ladet die Buchdrucker aller Länder ein, von der opportunistischen Taktik sich loszusagen. Die Resolution stelltfest, daß, da die Stärkung Sowjetrußlands von wesentlicher Bedeutuaa für die internationale revolutionäre Bewegung ist, alle Buchdrucker in diesem Intereisse zu 'wirken haben. Bucharin <hoÜ in seiner Rede hervor, daß die Moskauer Buchdrucker zur Zeit eine ausgesprochene kommunistische Organisation haben; Sowjetrußland ist die ausgesprochene Vorhut des Welt- Proletariats, die die Rote Armee als ihre eigene betrachte» kann. Selbst die Bourgeoisie anerkennt Sowjetrußland als einen entscheidenden Faktor in der Weltpolitik. Die Diplo.-* maten kommen überall nur zusammen, um über Bolschewismus! zu beraten. Könige und Minister träumen und sprechen nur vom Bolschewismus. Die Konferenz beschloß, die Anstreng gungen zu steigern, um die Arbeitsproduktivität zu steigern. Die Lage in Indien. Der Delegierte der indisdien Kommunistischen Gruppe schreibt in der „Prawda": Bis jetzt hat in Indien ketod sozialistische oder kommunistische Partei existiert. Die erste Arbeiterkonferenz, die Indien erlebt hat, wurde in diesem Jahre in der Provinz Madras einberufen. Die Jüdische revolutionäre Partei kann ihre Tätigkeit nur außerhalb der Gebiete Indiens offen entfalten: zum Beispiel arbeitet sie in San Franzisko, in Europa und Afghanistan, hat auch, ihre Filialen in Taschkent. Die indische revolutionäre Partei; d(ie eine illegale Existenz führt, zählt einige hunderttausend Mitglieder. Im Auslande geben die indischen Revolutionäre elp&> große Menge von Aufklärungs- und Ägitationsliteratur her-, aus,, viele Zeitungen und Broschüren. Die Gewerkschafts- /verbände sind von unverkennbar revolutionärem Charakter und zu revolutionären Methoden des wissenschaftlichen Kampfes. geneigt. In Indien existieren keine speziellen, revolutionären Jugendverbände und die gesamte fugend, die sich unter dem Einfluß der revolutionären Ideen befindet,, wird in die Parteiorganisationen aufgenommen. Die Frauenbewegung, die sich im Zeichen der rechtlichen Gleichheit der Frauen entwickelt, ist besonders in der Bombay-Provintz und in Süd-Jndjen stark. Quantitativ ist diese Bewegung Die jüdische Arbeiterwanderung. Es ist jetzt unsere Aufgabe, die Wege zu. bestimmen, welche der jüdischen Wanderung otten stehen,;, um die Regulierung dieser Wanderung in Angriff nehmen zu können. Wir haben schon im vorigen Artikel darauf hingexviesen, daß die Wanderung von der Ukraine, Weißrußland, Litauen und Polen-Galizien ausgeht und daß für 'die ersteren .Länder Polen bereits die erste Etappe, bildet. Von Polen aus gibt es nur Wege, die die Emigranten auf. ihrer weiteren Wanderung benützea4 können: Deutschland, Danzig und die Ts'checho - Slo-** wakei. Deutscliland ist in dieser Hinsicht eines der unbequemsten und sdiliinmsten Länder: die hohe Valuta, die geographische Lage, die es notwendig macht, noch mehrere Gronzen zu passieren, um ein Schiff zur Weiterfahrt zu erreichen, macht es den Emigranten, fast unmöglich, diesen Weg zu benutzen. Der Weg über Danzig wird nur von jenen benützt, die nach Amerika wandern und von ihren Verwandten auf diese Route lautende ReisebUlets erhalten. Für jene, welche nach Palästina oder über Holland nach Amerika reisen wollen bleibt nur ein1 'Weg offen — der über die Tschecho-Slowakei. Bei einer richtigen Organisation müßte die Tsbhe-s cho-Slowakei die, erste und bequemste DurcWt&rstation^\ sein; aber das Fehlen einer, größeren jüdischen! Sieä--r hing, die 'dem Wanderer die nötige Unterstützung undfv, " die Möglichkeit eines kurzen Aufenthaltes bieten, soll, - der Mangel an den nötigen Paßämternj zwingt den; i jüdischen Emigranten, so rasch als möglich die Tsche-, cho- Slowakei zu verlassen, um nach Wienl zu kommen. Man hat sich in der letzten Zeit bemüht, den Emigranten alle Reisedbkumente in der Tschecho-Slowakei . zu beschaffen, doch scheiterte dieser Versuch ani der r Hältimg der italienischen Behörden, so daß den Emigranten nichts erspart bleibt: nach langem, langem Warten auf das englische Visum in der Tschecho-Slowakei müssen sie in Wien die Hölle der Schikanen und Demütigungen wieder aufs neuei durchmachen^ ' " Wir sehen also, daß die Emigranten nicht aas eigener Initiative; nach Wien kommen,. um es sich hier; ge. mütlich zu machen, sondern, daß sie gegen ihren ... Willen, gezwungen sind, durch Wien zu reisen und, sich hier, aufzuhalten.;Bei der ersten Gelegenheit) verlassen sie Wien, um das Endziel ihrerWanderung zü erreichen.; Wohin geht die; jüdische Emigration? Wir haben bereits in. unserem Artikel über die Lage der jüdischen Arbeiteremigranten einige flüchtige Bemerkungen über die Ziele der jüdischen Arbeiterwanderung, gemacht. Wir wollen uns jetzt etwas ausführlicher damit befassen. . , . .; Die Emigranten' können nach drei Kategorien eingeteilt werden: 1. Jene, welche nach Amerika wandern, welche jedoch nicht homogen zu betrachten sind. Ein Teil von ihnen kommt, mit allen nötigen Dokumenten und hält sich in Wien bloß einen oder zwei Tage auf: ' Ein anderer Teil hat nicht» die notwendigen Dokumente, da die Wanderer infolge der Verfolgungen Polen früher verlassen mußten; sie sind infolge des bürokratischen Systems bei dein fremden Gesandtschaften; gezwungen, mehrere Wochen in Wien zu bleiben. 2. Jene, welche nach Palästina wandern; auch hier sind verschiedene Gruppen zu verzeichnen. Ein Teil fährt nach Palästina., weil es ihnen nicht möglich ist, nach Amerika zu wandern; sie haben keine Verwandten in Amerika, die ihnen die Einreisebewilligung beschaffen könnten, und da sie gezwungen sind, zu wandern, sehen sie inj Palästina den einzigen Zufluchtsort. Es fehlt" aber auch nicht au Idealisten, die oft ein ruhiges und bequemes Leben von sich wcrlon, um mit eigenen Kräften am Aufbau eines sozialistischen Palästina mitzuarbeiten. Die Beschaffung der Visa für diese Kategorie liegt in den Händen der bür^ gerlichen Zjonisten, die durch oin „kunstvolles" Protektionssystem dem jüdischen Arbeiter die Reise waJirlicb nicht erleichtern. Besonders haben es> die bürgerlichen Zionisten auf, die poale-zionistisohen Arbeiter abgesehen, vor denen sie als Träger der sozialen Revolution eine ganz besondere Angst haben. Unseren, nach Palästina wandernden Genossen werden di&

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