Mannheim
Compact Memory

Freie Tribüne · 1920-10-01 · 34 (1.10.1920) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Freie Tribüne
Volume
2 (1920)
Issue
34 (1.10.1920)
Date
1920-10-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2827798-2827816-2827846--393-2828465
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

SEITE 4 FREIE TRIBÜNE NR. 34 meisten Schwierigkeiten bereitet. Wochenoft monatelang müssefri «sie auf ein Visum warten und alle „Annehmlichkeiten<f eines jüdischen Arbeiterwanderers auskosten. 3. Die dritte Kategorie umfaßt die ganz geringe Zahl jener, die keine Mittel 7Air Weiterfahrt * haben und hier Arbeit suchen. Für alle diese Arbeiter muß ein« intensive Arbeit sowohl beim österreichischen als auch beim internationalen Proletariat geführt werden, damit ihnen in dieser schweren Stunde geholfen wird und sia vor der Deklassierung bewahrt werden. Bs ist Pflicht eines jeden Sozialisten,, bei der Regulierung der jüdischen Wanderung mitzutun und den jüdischen Arbeitern die Möglichkeit zu schaffen, in der neuen Heimat •Ja organisierte Kämpfer am allgemeinen Befreiungskampf teilzunehmen. D. ö. Unsere Wähler-Versammlungen. Resolutionen der V. Weltkonferenz. Zum Punkte: Soziale Revolution und Internationale. A. Die durch den Krieg und den verbrecherischen „Ifrieden" zertrümmerte Weltwirtschaft hat den Tollständigen Bankerottder herrschenden Klassen und ihre Unfähigkeit, die Wirtschalt nach den alten Grundsätzen des Privateigentums und der Ausbeulung wieder aufzubauen, klar offenbart. Der durch die Entwicklung vorgezeichnote Ausweg aus diesor Krise ist der Wiederaufbau der Weltwirtschaft nach neuen sozialistischen Prinzipieu. Die Arbeiterklasse ist die einzige historisch-schöpferische Macht der heutigen Zeit; sie ist berufen, die sozialistische Gesellschaft zu errichten. Wir stehen in der Epoche der sozialen Revolution. Die Aufgabe dos Proletariates ist -es — nicht bloß die zerstörte - Industrie zu übernehmen, sondern vor allem die Produktivkräfte zu organisieren, die gesamte Wirtschaft aufzubauen und die neue sozialistische Gesellschaft zu schaffen. Zu diesem Zwecke muß die Arbeiterklasse die politische Macht ergreifen und die proletarische Diktatur in der Form der Arbeiterdemokratie, der Herrschaft der Arbeiterräte errichten. iDasProletariat konstituiert sich als Nation. Der Kampf für die proletarische Diktatur, der von der Arbeiterklasse jeder Nation und jedes Landes geführt wird, bringt nur dann einen endgiltigen Erfolg, wenn er einen allgemeinen, internationalen Charakter annimmt.' und so zum Kampfe des Weltproletariates für die Welt'revolution wird. Der Parlamentarismus und die sogenannte bürgerliche Demokratie sind nicht geeignet, die faktische Macht in die Hände des Proletariats zu bringen. Das Proletariat bedient sich deren bloß, um die Klassengegensätze zu verschärfen und die eigenen revolutionären Kräfte zu organisieren. Der Sieg der sozialen Revolution kann jedoch nur errungen werden durch die organisierte Massenaktion, den bewaffneten Aufstand and ■Bürgerkrieg. B. Die soziale Revolution greift an* schärfsten in das Leben der jüdischen Massen ein. Die Exterritorialität des jüdisohen Volkes , seine Trennung von dov Urproduktion und der unvermeidliche Untergang der Kleinindustrie und dos Handels erschüttern die ökonomischen Positionen der jüdischen Arbeiterklasse und führen zu einer vollständigen Zerrüttung der jüdischen Volkswirtschaft. Die Notwendigkeit, die jüdischen Massen zu produktivieren, wird immer klarer, die Emigrationstendenz immer deutlicher und mit der fortschreitenden internationalen: Ausbreitung der sozialen Revolution tritt der internationale Charakter der Judenfrage immer schärfer hervor. Die soziale Revolution verstärkt das Streben zur Schaffung ciliar jüdischen Arbeitsgemeinschffc in Palästina und beschleunig .zugleich die sozialen Vorgänge im jüdischen Lobeflty.'i^ie^jsup Realisierung des proletarischen Palästini^iu^Juh^e.^.,^ . /; G. ^-2Diervfetonvatiqnale Arbeiterschaft stand dorn Weltkriege igegeüütier ■ vollständig desorientiert und desorganisiert da. wDiftiZ^ye^e internationale hat nicht die fakösohe »Macht:»besessen,, sieh; dem Weltkrieg ent-ogon- ^löstellenviEs.ihati\iki\ auch.\di#: $0,0}ogische und moralische Krüft1 gefehlt* den; Prudermord zu verurteilen. '/D^äh''>äoh^hu\yto4hd•' des! Krieges sammelte sieh der: 'gedtift'd'e'Kern;' der1 internationalen Atbeitorbow 0gühg,' der der'' revöfütionären' Taktik' des' KlässonkainpfeS treu'' geblieben war1^ Mit' dem Siege der;proletarischen Revolution in Rußland -«ntstand, die dritte hv töina,tiönale,[ die" einzig und!;1 alleinimstande »ist,! die Maöht der herrs'öhrfh'deri 'klaäsen zu 'brechen, dio.;proletat-'ische'Di^ättfr z\V verwirklichenund die Welt nach soziaUstisbheii' Grundöätifön; 'neu äufzuhauen. .:■ ', fljt,$rvvägupg. ^d'l'e^r Tatsachen V., 'W^o^f^renz rdes ,.ftidisclicn SöziaÜötisöhen, Är>>o)• teryerbaQ^ '^ale Zionv sich der d fitt eto, k ö m« m u n, \ srt i s c, h. e n I n t e> r n a t i 6! 11 a1 e! a n usßhließ en!»>il..- : ,\ ■ Donnerstag, den 1. Oktober, 1 Ohr abends, ini FROSS-BÜSS1NG-SHHLE Wien, XX., Wallensteinstraße Wähler:Versammlung des Wahlkreises Nordost (Brigittenau). Referenten: Dr. B. Wattenberg, Alexander Serpow und die Kandidaten der Kommunistischen Partei, Genossen Dr. J. IWe rtheim und Hubl. Samstag, den 9. Oktober, 7 Uhr abäids, tm Hotel „Post", Wien, 1., Postgasse, WflEHLERVEBSflÄMLÜNG des Wahlkreises Innen-Osf. Referenten: Ignaz.Kandel, Genossin M a l kt Sc h o r r und d i e K a n d i da t e n d e r k 0 m - m un i st i sehen Partei Genossen: Josef Strasser und Dr. Karl Frank. f Mittwoch, den 13. Oktober, 7 Uhr ab«tid* WflEHLER VERSAMMLUNG des Wahlkreises Nordost (Leopoldstadt). Referenten: Alexander Serpow, Dr. B. Walten berg, Ignaz Kandel und die Kandi- ' daten der kommunistischen Partei Genossen Karl Toinann und Josef Strasser. Das Lokal wird durch Plakate bekanntgegeben Zum Punkte: Nationale Autonomie. Die soziale Revolution hat die Lösung der nationalen Frage auf die Tagesordnung der internationalen Arbeiterbewegung gesetzt und die Arbeiterklasse vor die Aufigabe gestellt, seine sozialistische Aufbauarbeit den bei verschiedenen Völkern verschiedenen Lebens- und Kampfbedingungen anzupassen. Um die nationalen Konflikte zu beseitigen, die nationalen Bedürfnisse zu befriedigen, den ökonomischen Prozeß übereinstimmend mit den Hauptzielen des Sozialismus zu regulieren und den Kampf der Arbeiterklasse gegen die eigene Bourgeoisie zu erleichtern, muß die vollkommene nationale Selbstbestimmung durchgeführt werden, die nur in der Form der national personalen Autonomie, möglich ist. Das jüdische Proletariat, als Teil einer exterritorialen Minderheitsnation hat ein brennendes Interesse an der Verwirklichung der nationalen Autonomie, die wenigstens zum Teil die Linderung seine/s ökonomischen und kulturellen Not ermöglichen würde. Der erfolgreiche Gang der sozialen Revolution, der,die ökonomischen Positionen der jüdischen Bevölkerung im Osten , erschüttert hat, vergrößert bedeutend die Masse der Pauperisierten und Proletarisierten. Die Produktivierung der jüdischen Massen, die Regulierung der Emigration und eine umfassende national-kulturelle Arbeit sind jetzt die Hauptprobleme der jüdischen autonomen Organisation. Das jüdische Proletariat als einzige revolutionäre und schaffende Kraft des jüdischen Volkes kann jetzt seine nationale Selbstbestimmung nur in der Form der Arbeiterdemokratie verlwirklichen — in der Form der jüdischen Arbeiterrüte. Jn den Ländern, in denen das Proletariat die politische Macht noch nicht erobert nat und in denen die jüdische Bourgeoisie das jüdische Loben durch, die demokratisch-weltliche Gemeinde zu beherrschen sucht, nutzt das jüdische Proletariat in seinem Befreiungskampf diese Institution aus, indem er das Prinzip der Ärbeiterautonomie vertritt und zur Verwirklichung desselben die revolutionäre Massenaktion zu organisieren trachtet. > Gleichzeitig muß das jüdische Proletariat die Selbsttätigkeit der Arbeitermassen wecken, durch* Schaffung spezieller Arbeiterinstitutionen, die die kulturelle Arbeit zu leiten, die Massen zu produktiver Tätigkeit heranzuziehen, die Emigration zu regulieren und die insbesondere beim Aufbau der jüdischen Arbeitsgemeinschaft in Palästina mitzuwirken hatte. Diese, Arbeiterorganisationen sollen die naturliche Grundlage der künftigen Arbeiterautonomiß bilden. Zum Punkte: Unsere Stellung zur zionistischen Weltorganisation. .1. Das gesamte jüdische Volk ist an dor territorialen Konzentration der jüdischen Massen in Palästina interessiert, jede Klasse ist jedoch aab,oi bestrebt, ihre eigenen Klasseninteresseji durchzusetzen. Die Ziele und Methoden der Auibauärbeit in Palästina sind bei jeder Klasse verschieden. Die jüdische Bourgeoisie ist bestrebt, die alten Ausbeutungsioriaen der kapitalistischen Gesellschaft nach Palästina zu übertragen. Das jüdische Proletariat hingegen will dort eine jüdische Arbeitsgemeinschaft errichten. 2. Der zionistische Kongreß mit seiner bürgerlichen Mehrheit kann unter keinen Umständen die sozialistische Aufbauarbeit in Palästina durchführen, da diese im schärfsten Gegensatz zu den Interesson der jüdischen Bourgeoisie steht. 3. Der unverbindliche Charakter des Kongresses macht von vornherein auch die Durchführung der Beschlüsse einer eventuellen zufälligen Mehrheit für eine Är{>eiterforderung unmöglich. Das Proletariat kann daher .'den zionistischen Kongreß für seine Interessen nicht ausnutzen. Die Teilnahme am Kongreß -würde biqÖ öcpdHche Illusionen bei einem Teile dor Arboitox$($$f $rj$$$jBn, (und seine Aktivität in der selbständig^!! pootet^ii^env. Aufbauarbeit in Palästina sohwä- ChenT'' : ' »"."rf ' ''':'ir^'^^^'att ^e'Äsen: 6rklart stehdie V. Volt--- kQ^eren? ./Sud*' Soz^,1 ^rbeiterverbandes Poale- Zicoi gsgen ,cli© Teiln^nii^ ani Zionistischen Kongreß. _Bezifksiorganisati&n I (Innere Stadt)._ Mittwoch, den 6. Oktober, 7 Uhr abends VEBEINSÄBEMX Vortrag d'ßs G eno sisen Jab 1 onsky. Thema vorbehalten. Alf« Genossen der Bezirksorganisation I werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Der Ausschul?. Konsumgenossenschaft für jüd. Arbeiter 11. Angestellte ,11., Taborstr. 44 (Eingang Blumauergasse). In der Woche vom 4. bis 11. Oktober-1920 gelangen folgende Waren zur Abgabe: Amerikanisches Feinöl, Kunerol, paketiert, Gänsefett, Bohnen, Erbsen, Maisgries, Kunsthonig, Frarikkaffee, Heringe, Konserven, Weine etc.; v; Ferner Textilien, wie: Herrenhemden, Kinderstrümpie, Kinderanzüge, Kinderschuhe und Sweater* Jüdisches Ärbeiterheim, II., Blumauergasse 1. Am 10. Oktober 1920 beginnen die Bildungskurse im Arbeiterheim: Sonntag; 9—10 Uhr: Englislah I. v \ 9—11 Uhr: Mathematik. 10—11 Uhr: Englisch II. Montag, 7—8 Uhr abends: Arbeiterchor. 7— 8 Uhr abends: Deutsche Sprache. Dienstag, 7—8 Uhr abends: Englisch I. 8— 9 Uhr abends: Englisch II. . Mittwoch, 7—vfe.9 Uhr abends: Französisch. 8 Uhr abends: Lichtbildervortrag. Donnerstag, 7—8 Uhr abends: deutsche Sprache Freitag, 7—8 Uhr abends: Arbeiterchor. Samstag, 6—V28 Uhr abends: Französisch: Ferner finden an Sonntagabenden literarische und musikalische Vorträge im großen Saale des Arbeiterheims statt. Einschreibungen in die *kürse täglich von 6—8 Uhr abends in der Kanzlei der Konsumgenossenschaft, Wien, IL, Blumauergasse 1. 1 flfteiterrBetiitsschutzL Täglich von 6—7 Uhr abends in der Kanzlei der Konsumgenossenschaft, II., Blumaueergasse 1. Jugendliebe Genossen und Genossen«*! Der Verband der jüd-soz. Arbeiterjugend veranstaltet Sccnteg, den 3. Oktober 1920, 4 Ufynachm. im großen Saale des Jüd. Äjri>eit«rheimes, Ii., BInmBnergasse l .ein^gr ( -7^. I( literarlscb-dntsikafschea Äbc?nd w ri Erscheinet pünktlich) und 2abireich. -•'■s-•"•>•'• Der Vw4»^(f;!^;:v " ' '.u1: jiv.b Jfid. sozialistisch Arbeiterpartei Poafe Zfo£i<> Bezirksorganisation Bräqittenau, XX., WaBenstsaj^fi^e^^' Di/enstag, den 4. Oktober 1920, 7 Utaab^sfv6%#gr Gen. Wo!hl über: „Die soziale Revolution und We11Tü4iscbje;: Arbeiterschaft". Gäste willkommen! ' ,r , ••r',)'-" -. <v Samstag, den 9. Oktobef 1920; 7 Uht ^beri^sVflMIStppeir--' ■tersanümlniig. Alle Genossen und Genioss!no<M müs^eii un^e-*' dingt erscheinen. ....':v';' :^.^!:'M:^t. ......■'» ■"■ ■' " . 1 ' J! VW '..H'.' 31. Pre»fonds-Äus*tefe.;._ ^: »'";r::\ 3 Kellner vom Äbendheim m^fen. r#ejrb«r; (t&rir it. M^^Lij-- *- 1 o neuner nvwiuuieiiu lVK.T^r^,«^{^•,,• ""ß j V Vo ' ■ Üferg) an!, seiner Verlobung mit Q^^ 'Liisi^ Nadel (Stenislau) 20.—, Gen. Nachbia un4:-Fra«t (^^.Ä;der:;G%^ ihrer 'Tochter Sara 50.—, Gen> .<Wi lobung mit Gen. Klara Bieg«iei^en. enl. seiner Verlobung mit Erl. rül Rückhaus S. gratuliert Genri>ÄRfeh Gen. Löwenkrop, grßliuliBft ^V^a p .*9&T Jejjel ',A w\tt .uiid, H Je^lwm.li Oh :un biv.i'.A i'.irii" &*Mt$to*temWfa>:~. :i ir.MÜ-f n. v 3'. Gen. Wilma Neumam^(Kostel),rcia^lrt:.HeiTO.Dir/J^^ für gezahlte Jause: tsett. K 201-, 'MStit&oa. Küttp*^ (ggs.)i 6—, Gen. Halpeni' Sak> 10.—. Gen, Reiss 20.—, Gen. Horner,, (Antwerpen) 1000ihn2iWWeft'-- >139*9f^ Bisher aus9^ wiesen K 1^,087,70 InSgesämt K 15.2Q8!60.;! .., jLviIjw tn.i r.S'.jii.CHJitj!">U jTT •» i j Heraus§ei»er und verantwertllcä«r Redakteur: Rubi« Glicftbiaciüa. y.A'dri»", DrtKskwi 7ert»gegoa^is^^l b, WUn*. Ii., T^botötreöft SR M

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.