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Freie Tribüne · 1919-10-18 · 39 (18.10.1919) · page 3

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Journal
Freie Tribüne
Volume
1 (1919)
Issue
39 (18.10.1919)
Date
1919-10-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 39 Freie Tribüne Seite 3 beVviesen, daß er nichts für das russische Vol1< tun wolle. Härte haben die Genössen Hehtferson und Lorigüet die Mission, das Pröfetarfat ihrer Länder zu beschwichtigen. Genossen, denken (Sie nach und Sie werden gleich -den Schlüssel für die Frage, Koalition oder Nichtkoalition finden. Es ist leicht, die Politik fortzusetzen!, die die meisten Arbeiterparteien während des Weltkrieges gemacht haben, es ist leicht zu verlangen, daß die Weltrcvolution draußen beginne. Genossen, ich bitte Sie, sieh bei der Frage der Koalition strikte an Bäder zu halten. Oic Rede Bauers und die des Ernährungsministers sollten durch Maucfanschlag der Bevölkerung kundgemacht werden. Gen. Bauer hat zur Zeit}, als er auf die Koalition eingegangen ist, geglätfbt, die N*öt Urtd den Hunger der Bevölkerung zu mildern, er glaubte durch das Bündnis mit den BKüerri das Elend der Bevölkerung zu bahnen. Heilte zeigt Ufrs ' die Rede des Herrn Löwehfeld-Ruß, wie wenig wir täfsächlich erreicht haben. Die Wirtschaftliche Not der Bev*>'ft\eriihg läßt uns zusammenfinden. Da vergißt auch der KVersarbciterrat den Unterschied zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten, wie Sie es bei der Rede des Gen. Hoffmann und Gen. Renner sehen konnten. Es wird immer wieder gesagt, die Koalition Sei eine ttrfbedifigte Notwendigkeit, ich sage Ihnen, Wir'!a^cTttfn>'HillseVefis'o^ wie vor elf Monaten. Damals war die KoahfftM'der 0rüÜd,!däß die 'Sowjetrepublik nicht proklamiert 'Wtfrde, damals fufchte'te man den Hunger, heute sind wir nicht ein bißchen besser daran. Die' Koalition wird Zustandekommen. Aber ich denke, der Ar (beilerrat muß sich dessen bewußt sein und sich immer wieder sagen— ob nun die Koalition zustandekömmt oder nicht —, die volle Bewegungsfreiheit muß Kewahrt werden. Ich will nicht auf das Persönliche hinweisen. Ich zAVerfle auch nicht an der richtigen Darstellung des Gen. Bauer. Atter das eine muß im Arbeiterrat erklärt werden: das Ausscheiden des Genossen Bauer bedeutet das Ausscheiden des sozialistischen Gedankens aus der Regierung. Geh. ••Baller sägt, die 'Koalition darf nicht Zustandekommen, wcM' 'sie 1:. an das Lebens inte resseK 2. den Grundrecht en und 3(. an der Ehre der Arbeiterklasse röhrt. Fragen \yir "uns heute, ob wir sozialisieren können, so ""HftÜfitfcn' Sie "mit n e i n antworten, denn wir beköriirrien nicht einen. 'Pföitiig, Wehn wir sozialisieren. Ist dadurch nicht'yetn L rtieff'fe'iii t e ress'e des Proletariats getroffen? Däs G r*üffi'ä f e'cTh i der Arbeiter, das Äle, das errungen Wrdfe/;T^^ 'der A r be it e r rat, und lesen Sie die ZaWfügfcn, Käö •'^elf'Ä&h. Siehelfen, "Haß "ffiän ihn Init"alten Mitteln zugrunde f rcfo*ert: Wtill. *'Reü'ti£ r>. geht auch darauf ein,-«wenn er dies auch unter den .verschiedensten Maskierungen tUt.' üli'd mm, Wie '^eht feä'irhit der Ehre *der Arbeiter- ^ft?%.as-'^e&dh1'JÖit dehri'Iate ScÄtenrlhg? GetfossSh!Sie hatfen''heute das Abendblatt der .„.A.'Z." gelesen und gesehen, wie die Poliiiei den A. R. sofrm'ähl;; wie die Polizei-Oer Refiöh^Söst fftre Y^lemi^ül^bteridtte-^fiber ttle1'Sogenannten Uebergriffe der Arbeiterräte ^liefert. -Warum alle diese Verfolgungen der Kommunisten? Rühren die nicht an die Ehre der Arbefterl«utsfeie. EriMferh Sie sich an die No^iz und an die Empörung der Arbeiterzeitimg, daß ein Hauptmann der Volkswehr einen Soldatenrat steckbrieflich verfolgt hat, weil er Sozialdemokrat ist. Wo bleibt die Empörung der Arbeiterzeitung, wenn Kommunisten, bloß Wiegen ihrer Gesinnung, steckbrieflich verfolgt werden. Ein Genosse wird in der Früh aus dem Bette geholt. Eine kranke Frau und ein drei Monate altes Kind zu Hause. Er wird einfach abgeschoben. Wenin die Genossen Staatssekretäre es wünschen, werde ich Namen nennen. ■■•Ifelt t$äs nicht eine 9chältde?? Jläi, als'der AYbeite'rfät noch einen, grtten Klang Watte, hat Gen. Eldeilseh 'in solchen Fällen geholfen. Heute rührt er nicht einen Finger, Weil er selbst Gefahrener des Schottenringes ist. Heute erkennt 'auch Gen. Aü'stetlitz endlich, Was es'heißt', einen 'StÖrgkdietier als'höhen Polizeibeamten zu haben. Ein solcher kann auch einer nur demokratischen Republik nicht dienen. Ferner: Das erste einer jeden Revolution ist die Amnestie der •politisch Verfolgten. Und bei uns? Unter Euch sitzt M. K.-E. ObWohl er 27 Jahre in Wien lebt, hier alle SchUl'en äb'äölvlert liat, will "man "ihn heute ausweisen. Sogar 'zur Zeit Stürgkhs Hat man ihn als jännerstreikVerhafteteri hur äuf einen Tag Ausgewiesen, heute verfolgt man ihn auf Schritt und Tritt. Dies Wäre sogar in einer bürgerlichen Regierung nicht möglich. (Dr. Adler konstatiert, daß die Redezeit abgelaufen ist. (Zwischenrufe: Weiterreden.) Atich wenn die Koalition ziistandekomhrt, Wenn sie aüch ein noch so schönes Aktionsprogramm hat, der Klassengegensatz zwischen Stadt und Land wird nicht aus1 der Welt geschafft; auch nicht durch die schönste Bundesverfassung des Genossen Renner. Der Gen. Bauer, der hier für die Koalition gesprochen hat, hat als einziger aufrechter Mann ls|crh freie Hand gelassen. Er geht nicht in die Koalition. Der Arbeiterrat muß seinem Beispiele folgen. Was immer geschehen mag, der Arbeiterrat muß frei sein. Des einen muß sich der Arbeiterrat bewußt sein: er darf auf keinen Fall die Koalition mitmachen, auch wenn es die sozialdemokratische Partei tut. Nach dem SehTnßwort des Referenten and der Ablehnung der kommunistischen aehr weitschweifigen und mit Detailforderungen überlasteten Resolution wntde eine Entschließung angenommen, nach der im gegenwärtigen Zeitpunkte eine Koalitiotisregier«ng der .Sozialdemokrattn und Christlichsozialen geoildet werden könne, unter der Be'diffguttg, daß k«n afifttdfecht -des Frölefeniafcs. noch seine Ehre angetastet wird. Aus der Internotionflle. Der italienische Parteitag. Der bedeutsame Parteitag der italienischen sozialdemo kratischen Partei zu Bologna hat durch den entschlossenen Willen einer dreiviertel Majorität von Delegaten, die über 50.000 Stimmen repräsentieren, das italienische Proletariat in die Reihen des revolutionären Proletariates der Welt, unter der Führung der dritten Internationale, gestellt. Dieser Beschluß hat nur die prinzipientreue Politik des Parteivorstandes und der Redaktion des „Avanti" während des Weltkrieges vollinhaltlich bestätigt. Die historische Resolution, die von den sogenannten M a x i tri a 1 i s t e n eingebracht wurde, wollen wir im' Wortlaut wiedergeben: ,,Der in Bologna vereinigte Parteitag der sozialdemokratischen Partei Italiens erkennt an, daß das Programm von Genua durch die Ereignisse und die internationale Lage, die die auf den Krieg folgende Weltkrise geschaffen hat, überholt worden ist; er erklärt, daß die russische Revolution — dieses bei g) 1 (üc kendstc E r e i gJn i s in der Geschichte des Proletariats — in allen Ländern kapitalistischer Zivilisation die Notwendigkeit gezeitigt hat, ihre Verbreitung zu erleichtern; ih Erwägung, daß bis jetzt ke ine herrsc hen-dc K)la$se auf ihre Herrsc'hiaft verziehtet hat, ohne durch die Gew alt dazu gezwungen zu sein, und daß die atte beutende Klasse von der Gewialt Gebrauch macht, um ihre Vorrechte zu verteidigen und die Befreiungsversuche der bedrückten Klasse zu ersticken: spricht der Kongreß die Ueberzeugung aus, daß das Proletariat von der Gewalt Gebratich mächen muß, um die Gewalt der Bourgeoisie stirückzuwcisen, tun die Macht zu erobern und die revolutionären Errungcnsfchaften zu festigen; er betont die Notwendigkeit, das Augenmerk aüf die geistige und technische Vorbereitung zu richten; ih Beiiig, auf die gegenwärtige politische Lagje und den bevorstehenden Wählkampf beschließt der Kongreß, die energisj'ch est e Betonung der komlm unis tisiclh e n. Grundsätze *ühd die Zerrüttung der Organe der bürgerlichen Herrschaft 'der Wahlagitation zugrunde zu, legen; im Einklang mit den dargelegten ErWägungien beschließt der Parteitag, das Piarteiprograrrinj., 'lim^z^estäjften und ihm die följgiehde Formulierüngi ziu (geben: fe^^w^igiuhg^ daß in der heutigen Gesellschaftsordnung die 'Menschen in.., zwei Klassen geschieden sind: die der ausgebeuteten Arbeiter und die der '.Ktapitalisten, die den sozialen Reichtum innehaben und monopolisieren; daß die Lohnarbeiter beiderlei' Geschlechts in allen Berufen und Lagen durch ihre wiitsWaitKicfhe Abhängigkeit das Proletariat bilden, das in einemi Ziasirand des Elends, der Minderwertigkeit und der Bedrücklüng gehalten Wird; 1 ' in Er%ägung, daß die heutigen wirtschaftlich-sozialen Einrichtungen, die das verhaßte-politische System: verteidigt, die Herrstihaft der Monopolisatoren des sozialen und natürlichen Reichtums jfcber'- die '••AtfBelt&kÜs&e -dareellen; daß die Arbeiter ihre Befreiung nur durch1 die Sozialisierung der' Ärbeitömtfttel »(Betgwierke, Fkbrjkeny Beforderungsim1ttelileftC.) und 'düreh^die geseW&haWllche Verwaltung der 'Prödüktiön 'erl|ahg-en können; in Erwägung, daß die kapitalistische Gesellschaft und der aus ihr folgende Imperialismus 'blutige Kriege entfesselt hat und in Zukunft in immer größerem Umfang entfesseln wird; 'daß allein der Sozialismus zum bürgerlichen und wirtschaftlichen Frieden führen wird; daß die in allen Kulturländern zu Tage tretende Zerrüttung offenkundig den Bankrott anzeigt, der Sieger und Besiegte bedroht; daß die klar am Tage liegende U nf ähigkeit "der bHi r g e r 1 i ch e n K 1 a s s e, den von ihr heraufbeschworenen Schaden zu heilen, das Einsetzen einer revolutionären Periode tiefgehender Umgestaltung der Gesellschaft anzeigt, die zum gewaltsamen Umsturz der kapitalistischen Herrschaft und zur Eroberung der politischen und wirtschaftlichen Mächt durch das Proletariat führt; daß die Wer k e u g e der B e d r ii c k u n g und Ausble utung der bürgerlichen Herrschaft (Staat, Gemeinde und öffentliche Verwaltungen) in keiner Weise in Organe proletarischer Befreiung umgestaltet werden können; daß diesen Werkzeugen neue proletarische Werkzeuge entgegengestellt werden müssen (Arbeiterräte, Landarbeiterräte, Wirtschaftsräte etc.), die fcuersf in bürgerlichem Regime funktionieren, als Organe des gewaltsamen Befreiungskampfes, um dann die Träger der sozialen und wirtschaftlichen Umgestaltung und der neuen k o m m u n i s t i - si c hen Ordnung zu werden-, daß die gewaltsame Eroberung der politischen Macht durch die Arbeiter den Uebergang dieser Macht von der bürgerlichen auf die proletarische Klasse bezeichnen muß, und den Eintritt in das Uebergan^regime der Dik tatur des gesamten Proletariats; daß in diesem Regime der Diktatur die geschichtliche Periode der sozialen Umgestaltung durch den Kommunisitfus beschleunigt werden soll, .worauf mit dem Verschwinden der Klasfeen autli jede Klassenherrschaft verschwinden und die freie Entwicklung jedes ein-, zelnen die Bedingung der freien Entwicklung aller wird, beschließt der Parteitag: 1. Die Organisation der sozialistischen Partei Ttalifctas den oben dargelegten Grundsätzen anzupassen; 2. der dritten Internationale beizutreten, als dem Organ des Weltproletariats, das diese Grundsätze vertritt und verteidigt; i. bei den aüf dem Boden des Klassenkampfes stehenden Gewerkschaften dahin zu wirken, daß sie ihre Tätigkeit auf (fen vollkommenen Sieg der dargelegten Grundsätze richten." Der Parteitag hat es für taktisch klug gehalten, derzeit noch am Wahlkampfe mit revolutionären Losungen, teilzunehmen. Nun war beinahe die vollzählige parlamehtari-, sehe Fraktion gegen die beschlossene Resolution. Es ist also fraglich, ob erstens. die alten Abgeordneten überhaupt fleu kandidiert werden, oder ob zweitens zwischen der Majorität der Partei und der parlamentarischen Fraktion nicht ein solcher Wiederspruch entstehen wird, daß die gesamte, parlamentarische Aktion als Klassenkatnpfmittel ausgeschaltet werden wird. Jedenfalls ist die klare StellttrtgniahWe ,des,ge-, samten italienischen Proletariates in der Zeit der schwersten Bednängnis der russischen sozialistischen Sowjetrepublik von nachhaltigster Bedeutung. SowJ^traBlanü in Gefahr! Das sozialistische Sowjetrußland ist in.Gefahr! Die Enn tente will in einer energischen Anstrengung a|He Lebensnerven der Sowjetrepublik unterbinden, sie hat die verschärfte Blockade verhängt. Gleichzeitig machen die konterrevölutio-, nären Armeen D e u i k i n s und J u d e n i t s c h's ihre letzten kraftvollen Versuche, um vor Einbruch des Winters den Sieg zu erzwingen. Das internationale Proletariat 'muß auf der Hut sein. Es' gilt das Sdhieksal der Weltrevolution. Das italienische Proletariat hat in nachstehender Resolution seinen Willen, der russischen Sowjetrepublik beiz4isteh^ energisch kundgetan. Wird das internationale Proletariat, das Proletariat des siegreichen Ententekapitairstmus, das Pro-, fetariat Englands, Frankreichs und Ataerikas1 seine Pflicht erfüllen? Wird es dem Beispiele der italienischen Genossen folgen? Die Protestresolution des italienischen Proletariates laufet: ,,Der 16. Kongreß der italienischen sozialistischen,Partei protestiert, miit. aller Kraft gegen djas infame und. verruchte Vorgehen seitens der italienischen Regierung und, der Entente gegen die russische Sowjetrepublik. Er richtet die Aufmerksamkeit des Proletariats auf den Beschluß des Veräailler Kongresses, die Blockade;, die das russische Proletariat aushungern .soll, «zu verhäingen und so jedes f Recht der freien Selbstbeätithmung dem russischen Volk zu nehmen. DersKipjngBeß.tlf^t der Parteileitungtidie Freiheit izu einer neuen internationalen Aktion, um' "der russischen Republik 211 Hilfe zu koltHnen uhädemokra-. tische Reaktion,».'Wie : in Ungarn^.jede Hoffnung für die pro- Ietarische Revolution in*Bilut ertränkt. Er fordert das italienische Proletariat und, dicpolit^ieti und gewerkschaftlichen Organisationen auf, mit:falten Mitteln darüber, zu,wachen, :daß die Absemdung. von Waffen ^oder Munition oder von. anderen. Unterstützungen, für ■ die.-^gegea die Sowjetrepublik kämpfenden Reaktionäre mit allen. Mitteln verhindert (Werde. - > Der Kongreßt begrüßt, in der. russischen Revolution die •höchste Errungenschaft: des Kampfes um die. Verwirklichung des Kommunismus durch das internationale Proletariat." Das tüglithe Brot. Die jüdische proletarische Organisätionsarbeit in Wien hatte bis zur Novemberrevolution .nicht zu einer Massenber, wegung geführt. Sie mußte sich vielmehr darauf beschränk ken, eine Anzahl jüdischer Proletarier zu starken sozialisti-i sehen Persönlichkeiten zu erziehen, die im geeigneten Mo-, ment ihren Mann stellen sollten. Diese Arbeit war auch, wie die intensive Teilnahme unserer Parteigenossen am Jännerstreik 1918 und an der Umwälzung im Oktober beweist, von Erfolg gekrönt. Nach dem Zusammenbruch der Mon-, archie jedoch erkannten die jüdischen Arbeiter den Wert einer eigenen leistungsfähigen Organisation. Sie strömten unseren Vereinen zu und füllten unsere Versammlungen. Auch in den Judengassen, Wo bislang nur das Althergebrachte Geltung gefunden hatte, wurde der Wunsch nach einem neuen Leben Iwach, die Hoffnung auf den Siegeszug des Sozialismus. Dieser zuversichtliche Glaube an den Anbruch einer neuen Zeit war nicht so sehr in den hangen politischen Errungenschaften begründet, als vielmehr in dem ungeheuren Elend und der Not, in die die jüdischen Arbeiter durch die Kriegsfurie gehetzt worden waren, und aus denen sie nun Erlösung heischten. Zumeist aus dem Osten der ehemaligen Monarchie stammend, waren die jüdischen Proletarier ihrer früheren Heimat verlustig geworden und gezwungen, ein Dasein als Flüchtlinge in einer Umgebung zu führen, die von jeher durch ihr besonderes antisemitisches Lokalkolorit bekannt war. Die Folgen dieser mißlichen Lage zeigten ' sich beders in der Ernährung. Die Schikanen und Drangsalic»- rungen, denen die jüdischen Proletarier seitens der zumeist christlichsozial gesinnten kleinen Lebensmittelverschleißer ausgesetzt waren und noch sinfd, lassen sich im Rahmen eines Zeitungsartikels gar nicht erschöpfend schildern1. Hiezu kam noch die traurige wirtstihaftliche Lage des jüdischen Pro letariers, die durch den Antisemitismus noch verschärfte Arbeitslosigkeit, welche es ihm unmöglich machte, die Phau- Auf den Tisch eines jeden jüdischen Arbeiters und Angestellten gehört die *~'"' " " : 1 1 ' „Freie Tribüne«. .

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