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Freie Tribüne · 1919-06-28 · 24 (28.6.1919) · page 3

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Journal
Freie Tribüne
Volume
1 (1919)
Issue
24 (28.6.1919)
Date
1919-06-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 24 Freie Tribüne Seite 3 die auf die Anklagebank gesetzt wird, weil sie gewagt hat wegen des schändlichen Massenmordes in Pinsk, sich zu beklagen und anzuklagen. Abör das alles wundert einen hierorts nicht. Seit dem Bruche mit dem demokratischen Westen und dem asylfreundlichen England sind wir bereit zu allem All-right und Ameti zu sagen. Die wahren Pogromhetzer sind jetzt die polnischen Mauscherjuden, von dem weiß-roten Bankier Mendelson bis zum blaß roten Sozialassimilator Dia mand. Sie pilgern nach Paris, um gegen Paderewski und Dmowski zu kämpfen, die das Recht, die Frage der jüdischnationalen Minderheit selbst zu lösen, für Polen reklamieren. Diese modernen „Efialtes" Dmowski und Paderewski, rufen die Warner, wissen nicht, was sie reden. Es gibt ja überhaupt keine Frage, da es keine jüdische Nation gibt. Mit dieser Politik der Anerkennung wifd erst eine solche geschaffen und zwar eine deutsche. Denn: die jüdische Sprache ist deutsch und die Erstarkung des Jiddisch heißt Erstarkung der deutschen Kultur und Gedanken im polnischen Volk. Das soll auch eine Warnung sein nach Paris für Clemenceau und Lloyd-George: der Kampf für die nationalen Rechte der Juden ist ein versteckter Kampf für deutsche Interessen. Nun vielleicht wird man in Paris darüber lachen, v/eil man ebensogut das Englisch als ein verstecktes Deutsch denunzieren könnte, aber was das für Polen bedeutet, ist nicht zum Ermessen. Damit wird die Lunte an das Pulverfaß des allgemeinen Judenhasses gelegt, wenn der Kampf für unsere primitivsten Rechte als pour le roi de Prusse denunziert. Was hilft uns, daß gerade die Natans und Simons die „echten" Deutschen auch gegen die 'nationalen Rechte sind, es ist eben Kriegszeit, es genügt das umfliegende Gerücht und man stellt an die Wand. Wir werden aber um dieser Verräter und Brudermörder willen in unserem Kampf nicht nachlassen. Wenn dann aber jüdisches Blut in Strömen fließen wird, so wird es auf das Haupt dieser hündischen Sklaven fallen. Daß diese Schandtat ihr letzter Herostratos-Ruhm bilde, wird das jüdische Proletariat schon Sorge tragen. Eine neue Tischgesellschaft. Zur Gründung der »Jüd. *oz. Arbeiterpartei für Deutschösterreich«. Ander's kanta 'm'an die Rartiei, dtie aus ein paar Studenten; beisteht, kauim ftemnen; wodurch1 uriiteirö'diieiden sidh übrigens alle jüdisidhleti biürglerlleiten Yer einiguingleb und Vorhin düngen etwa, von dleiij Gsidhaftel'huhern der „LeopoldstäcJtjer Gemlutlidhkeit", allsi b'loß djur'cW ihlr großes Maul? Ja, 'im 'Sc'hl'afwajgien, beim' Diplbmat^lntis'clh* und1 biei Wo'hliätigkeitlsaktioiniefit läßt sidhli wahr Ii dh (großzügiger ,,arbeit|e!n" als bei dien1 ver: wahr losten Kindeirii oder in den: Massien quartieren efes1 Ghettos! Ja, nadh: Ro gr o mv.ers am m lim geh kann man die Ttäineh, d'ie fü|r das armie Judeitvolk $ref'l'ossen, dein Zorh (gießen d'ie Pölich ujnld Ukrainer, am übnaus'trand' eih paar Taigie na'dhihier bei einem Wurzenfest, trodeinieh jund kühlen. Das faropse Tiedh'nikerkiränzchieh und ida's d'er jüdischen Redje und Lesteftalte nidht zu vergess'e^'! Nun ist diese kuriose jü'dtsteWe Gstfraftdhute'r- Sozialtis'tenpartei alte aridere, als sozialistisch'. Abgieseheil davon, daß diese» Jüw'gl'inge keinen blauen Dunst von den primitivsten wtrts'chaftlichien Problie'mfen hlableln, zeigeh s|i:e - 'die Hapoei-Hazaii für bilaßrot halten dur'dh' iWre Parole : Klassenkampf und Verwilrkliidhiunig h'atiottaler Ideale mit deii jüdis'c'hien Bürgelrlichiein, daß der Sozialistm'us für -feie ein Buch1 jmit kiebe'n Stcgejln <§'e;i. Wpvtn (sie -wenigstens! da!s ^Kommunistische Manifest" geiles eh hätten, so wüßten islie, daß d'iie Ideologie ökonioimfec'hi bedingt ist, und (daß es bei kohtrijüreu1 wirtsdhaftltcihen Interessen keine giemeih saniert Ideale geben1 kann. Aber dies'ejr Klaissenkainpf ist niclits' als Spiegelfechterei und ISeeiefnfartgi, zulässig bloß gegen die A"s!s!imfil!ante:n uhd Täuflinge. Im Lan'deskomttc».' .der Zionis'teh im'uß et s'dhw;eigieh das Jjudenturo stolT geeinigt sein; es gibt k|e;ii!e ,'bürgerlichen" Zionisten, trotzdem' faseüh sie von der Notwendigkeit die 'Führung" im Lain'des'komitee akri sich zu reißen. Sie wiss'en sic'h eins lnüt der Int er nationale, mit StodkhioHm und Amsterdam, mit Stricker un;d Annita Müller, wahlrscheihlidh' auch' mit ilrrem Geistesvateir Karl1 Lutger nur nidlrt mit ukis, den Ploälie - Zionistein, diel ihhen durch ihre ,,Littks- Sdriwenkung", besonders durch1 die Wahlagitation für die Soziallde'mlokraten un|d ift allerletzter Zeit cfuir'dh die entsch'ieldene Abteihfciung, den. Bülrgertdhien bei der Ersläufunigl des Sozialismus Hawd- Mngierdienistie zu leisten, eineiii wahren ,,'KömimInnisteni-Sdhreck" -eifrige jaigt nabjein. Das jüdisdhe Volk hat jja im1 Nationalrat, aber insbesondere in der ju$ea, einen empfindlichen Mangel *an einer klassenbewußten1 sozialistischen Partei empfunden juhd sb T/oH'en sfc einle gir.ün'(ten;, in der „Junlg iih'd alt, arm1 und reich" friedliclh beieinander sitzeh solfen. W&r bei ihrer konstituier end|em Vei&a'm'rnluhgi ein wa'Wres sozialistisches1 Wort spradh, erregte! bei diesen Sozialistl^nigen — f'ris'c'h vom j.ziohistts'ohJen1 Zapf eh" —efa hob*- uihjd! isichtbares Aelrge'rnis: wer die jüdisldh!e! Einiheit,: das Hinaus werfen »gSeichaW nicht in platonischött, sondern in „echt pio'hisldhen" Formen — wie auch die Haltung in den Stadträten sind sozialistische Piogrome, ivvogegiert dann die Ahtipogrom aufrufe des Warschauern Arbeiterrates' hohl verklingen! Was nützen sie uns, wenn dann von der Lartritagstribüne Das'zvnski schwört, daß es! in Polen keine Pogfrorriie gegeben hat. So wird idas jüdische Volk vogielfrei erklärt! Ppgrome sind jüdische Erfinidüng — ja Juden machen auf sich selbst Pogrome, um die polnisch« Sache zu schädigen. Recht hat Genosse Simson, wenn er meint, daß die R/ede Da^ylnslcis vielleicht die Ehre des nationalen Panzers nach außen hin reingewaschen hat — aber die (sozialistische Fahne der P. S. ist durch1 sie wohil noch mehr befleckt worden. Solange die P, P. S. nicht offen und ehrlich sich zur Bekämpfung' der Pogrome aufraffen wird, ist sie für die Pogrome in Polen A-erantwörtlich! Ich bewundere *a;ur den hohen sittlichen Grad 'des polnischen Volkes da trotz dieser allgemeinen Verhetzung täig,Iich! und nicht stündlich jüdisches Blut in Strömen 'fließt. — Unldf ich! bewundere die olympische Ruhe des jüdischen Volkes, daß es1 noch nicht zu ieincr Bande von Terroristen, Bomb,ehwerfenri, Brandstiftern und Bru nnen vergifte in wu rde .... Die Diktatur der Sozial-Schlachzizen, Ich glaube, niemand' von .uns, der die Möglichkeit hat, ein widnig Einblick in die Entwicklung der P. P, S. zu igiewmnieW, kah-n nodh' «darüber zweifeln, daß ihr offizieller Kurs immer konterrevolu:- tionärer wird. Ich abstrahiene1 sbhbn von ihrer Stellung im Landtag zur Außenpolitik, wo si,e; für den Burid mit der 'impiCrialisitisChen Koalition und für die Mobilisierung von sjelchs' Jahrgängen' zum Kämpf gegen das revolutionäre Rußland im Intereslse der blutdürstigen und raubgierigen polnischen Bourigeosie stimmte. Aber ihre . Taktik in den Arbeit er raten! Der polnische Arbeiterrat ist d;as S'dhimerzensfcind!d|e!r polhisCheh Unabh!än;gigk;eit und er 'hatte die hohe hisitiolrisChe Mission zu erfüllen, dasi pol'nisChe Volk auch von seinle'r ftuneren kapita'llistisCh-fieudalen KnleChttschaft „unabhänigig" und frei zu machen. InizAvisfdhlein aber mußte die verbreche risChle Pohtik der Sozial-Jesuiten immer mehr* und mehr 'die polnische Arbeitersfchaft mit Unzufriedenheit erfüllen unfd s'ie in die Arme der kommunistisChen Partei trieiben. Anstatt nun in! sich zu igiehen und leine elh'rhdh'e proletarische Klassenkampf politik zu treiben, blemüht sidh die P. P. S., die Ärbeitelrräte, die viel! — für die P. P. S. allzit viel! — zur Aufkl'älrungi und Revolutionierüng des Proletariates! beigetragen haben, zu zertrümmern. Statt mit den polnischen! Kommunisten und jüdischen Sozialisten eine einibettlidbe proletarische Front zu bilden, macht sie Biirgfriedens'polittk mit den reaktionären; ETemieWten der polnischen Gesellschaft, deren "Mej'tze sie igfewordfen ist. Daß Polen heute die HoChburlg ider Rieaktion u.n»d das1 polnische Volk al!s; euriopäisChle Gendarmerie igegen die soziaiie Revolution im Osten mißbraiuCht vvird^ daran trägt die P. P. S. die glrößte Schuld, Sie ist immer bereit, mit defr Bourigeoisie zu paktieren — nur nicht mit dem 'revolutionären Flügel des Proletariats. Wo sie die Mehrheit im Arbeiiterrat besitzt, entliediiglt sie^sich! der unangenehmen Opposition durch1 das' Hinauswerfen, wie das: in Wlocfaw, Ostrowiec und Zychiin geschah. Wo sie äbsör Sn'Mind'eirhleit istdhi befindet, sabotiert sie den Arbeiterrat odör verläßt ihn und: bildet einein eigtenen Parteirat, wie1 in LuhHh. In Galtzien anierkennt die P: P. S. keine: aridferidn sozialistisCheh Götter neben sidh, die Arbeitejrräte sin'd deshalb1 h Ga- Hzien in nationale un;d parteiische gjeis^alten. Aber die Krone dieser verräterisdhien P/oMtik am Prolletariate hat das* Velrlas'sen der Bieraturig! der gtössieren Arbeiterräte! sieitens' der P. P, S., weil nicht ihre vorgeschlagene Tagesordnung' (1. Der Termin de's Rätelcongire'sis'es, 2. Pogrome), sOndiern 'die der Mehrheit (1. Poiglrdmfe, 2. Der Rätekongreß und slein' Charakter) angenommieb wurde, geisietzt. Schon hier zeigte es, sidh, daß es (mit idfer Supneimatie der P. P. S. zu Ende geht. (Auf 16 P. P. S. waren 12 Kommunisten, 3 Bund, 2 P(oa!e Zion', 1 Unparteiischer.) An Stelle der Diktatqr des; Proletariates wollen sie die Diktatur defr P;. )P. S. im Intereslse der Konterlrevolution. Ihr Abz;ug von dör Beratung war -ein Desperado-Sdhjritt. Damit wird der P. P. S. Gluck und Ende besiegelt. Am Schandpranger. Wir befinden uns in Polen in einem sehr glücklichen Moment, es wimmelt von Pogromprotesten, Beruhigungsaufrufen, Untersuchungskommissionen. Nun, die „Halerczyki" einerseits und die „Poznanczyki" (die, der des polnischen nicht so kundige Jude leicht mit „Pogromczykr' verwechselt) sorgen schon dafür, daß diese „edle Entrüstung" seitens der Gesellschaft permanent bleibe. Ja' man geht schon - daran Pogromprozesse zu veranstalten — aber meint Ihr gegen die Mörder und Banditen — ach nein, das würde ja nur den polnischen Mob aufreizen und das Ausland könnte zu viel erfahren — nein man zieht los gegen die Pogromhetzer, gegen die gesamte Warsehauer jüdische Presse, Auf den Tisch eines jeden jüdischen Arbeiters ugnd Angestellten gehUHt die „Freie Tribüne". Zionistisches Landejslco'mitee, oider die .?KufluB|g!cnxeinde" erwähinte, ^linitete einen tosiend«n Bseifal- Und afe ein juhig!er Meütsch sdh'üdh'temi ©in Wort für che so sehir verachitefce jüdische Spracht *in- Beglte, miachte der Obmann' defr „J. S. P,." (ftefe Ge^el'lsChaft für b:Cs*dhlränkten Klassenkampf) den Ziwiisfchenruf: ,,Wie (reimt sidh BnkJjunigi und Unbildung?" Auch wir flraigen: Was! hat diesier T,urm' Babel!, diese Bande profgramlmToser JüdisCih-Oeilbier, mit jüdischem Sozialismus zu tun? Das' verführerfe'dhei Blendlwerk dies'eir Sozial-Idioten, die ,.Poäle-Ztoln- Erisätz/- im Nationalirat und im „J. H. V." sie^lnf wolllen, mfuß entlarvt wjdrdeh, ein Blendwerk, das: Verwirrung', in das1 jüdische Partettebeh brtngiejii kann. Dieste Ziofeiistl'tn.gle hab^n sidh erfifecht, dien Namen jüdische Sozialisten zu usurpieren. Pier Sdhwindeli wir'd ihinietni kaulm helfen, jiejcV Lü^e hat kurze Beine. Und webn s^ie Ainlhlänigleir finden, (so werden wir unis1 darüber hilt dem älteti „Gott, wie bunt ist dein Tierreich" sdhofct trösten. Aus der Bewegung. Warschau. Diesmal will ich die Zahlen sprechen lassen. Auf der letzten Sitzungunseres Zentralkomitees gab Parteisekretär N i r einen Bericht über den Stand unserer Bewegung. Es sind politisch organisiert 14.886 Genossen. Die Partei nahm regen Anteil an den Wahlen zu den Stadträten (51 gewählte), Arbeiten* Ilten (262) wie auch zu dem Sejm (Landtag), in der wir 40.000 Stimmen errungen haben. Die Zahl der Arbeiter heime, die unserer Initiative noch in der Okkupationszeit entsprungen sind und vorbildlich für die gesamte Arbeiterschaft Polens geworden ist, beliinft sich auf 105, ohne die galizischen. Die Arbeiterheime wurden dank unserer intensiven Tätigkeit zu Heimstätten körperlicher und geistiger Erholung für tausende und aber tausende jüdische Proletarier. Die Partei entwickelte eine rege Tätigkeit auf dem gewerkschaftlichen Gebiete, über die vorläufig noch keine Daten vorliegen. Man kann die Zahl 30.000 gewerkschaftlich Organisierter ruhig hinnehmen. 58 Bibliotheken, 11 Kooperativen, 16 Abendkursschulen, 8 Küchen und 2 Volks Universitäten wurden ins Leben .gerufen. Das alles betrifft nur Kongreßpolen. Wie bekannt, nahm in Galizien die k p n s u m- und p r d u k t i v g enossensc'haftliche Bewegung einen großen Aufschwung. Organisationen gibt es 162, der stärkste Kreis ist Lodz (2332 politisch organisiert, 13 Stadträte, 79 Ärbniterräte). In vielen Städten haben unsere Genossen Schulen, wie z. B. (Bornchowschulen in Warschau, Handwerkerschule in Wysoki Marzowiek) und eigne Bäckereien errichtet (Wloclawek, Lodz). Im Kieker Arbeiterrat bilden wir die absolute Mehrheit (42) während die P. P.S. nur 21 und der Bund nur 1 Rat). Wenn man bedenkt, daß wir eine der drei jüdischen-sozialistischen Parteien bilden, daß wir während der ganzen Okkupationszeit nur auf eigene sehr spärliche Agitationskräfte angewiesen waren und permanente Arbeiter- und judenfeindliche Atmosphäre, in der wir stets leben, so sprechen wohl diese Zahlen beredte Worte über die Stärke und Einfluß unserer Partei. Erst letztens haben wir einige Genossen aus Galizien herangezogen, iuu unsere Arbeit weiter auszubauen. Unser Organ die „Arbeiter-Zeitung" erfeeut sich nicht nur der unendlichen Liebe der Genossen, sondern auch des größten Ansehens in den österreichischen Kreisen — dank der ausgezeichneten Redaktion des Genossen Zernbawel und der Mitarbeit solcher Publizisten, wie Nir, Schipper, Jahrblum, Rozenhaus, Weintranb und vieler andere. Eine ganze Schar junger Künstler und Arbeiter-Dichter (es genügen nur die Namen Broderson, Gieser, Mastbanm zu nennen) werden durch sie weitgehendst gefördert. Auf dem Gebiete der sozialistischen Aufklärnng und kuitunellen Hebung der Massen wurde eminentes geleistet. So durchkreuzen und durchqueren die Genossen Schipper, Juris, Zerubawel, Rubaschow und Nir ganz Polen mit ernsten, wissenschaftlichen und literarischen Vorträgen. Die Jugendbewegung meldete sich erst später zum Wort, da es uns an entsprechenden Leitern fehlte. Gailzien kam uns auch hier zu Hilfe. Wir gewannen in Genossen Freund einen erprobten Organisator, in Genossen Leibel einen Uedakteur des „Junger Kämpfer''. Obwohl die Arbeit in den letzten drei Monaten energisch vor sich ging, konnte schon der Bericht, der auf der letzten Jugendkonferenz (vom 3.—5. Juni 1. J. in Warschau) abgehalten wurde, schöne Zahlen bringen. So gibt es jetzt «8 Organisationen (außer kleineren Gruppen) mit 5400 Genossen im Alter von 12 bis höchstens 20 Jahre. Der „Junge Kämpfer" erscheint in 6000 Exemplaren. In vielen Städten sind Abendkurse mit Bibliotheken speziell für Jugendliche errichtet! Die letzte Konferenz nahm Stellung zu wichtigen Organisation und Erziehungsfragen. Zunächst wurde, für den sozialistischen Erziehungs- und proletarischen Klassenkampfcharakter der Jugendbewegung ein einheitlicher Lehrplan festgelegt. In pnnkto Gewerkschaft wurden spezielle jugendliche Sektionen beschlossen. Die Organisation steht zwar unter unserem Einlluße, sie ist aber vollständig selbstständig. Die Jugeüd-Iiitsrnationale ist um eine ihrer schönsten Organisationen und unsere Partei um einen neuen begeisternden Kampfgenossen bereichert worden.

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