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Der jüdische Wille · 1920-03-01 · Heft 4-5 (März 1920) · page 48

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 4-5 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
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•218 NEUE BÜCHER fdion damals <\vie heute) Emanzipation um fchweren Preis, und da nur halb, er* langen konnten. Auch hier ein neuge* fundener jüdifcher Wert „Die Rettung der Juden" und „Jerufalem" haben Berührungspunkte in einem beiden gemeinfamenrationalreformierendenLInter* ton. Im Gegenfatz dazu find die 1838 zum eritenmal erlehienenen „Neunzehn Briefe üßer dasJudentum"'des bekannten Frankfurter Rabbiners Samfon Raphaef Hirfcß, welche der Doppelband 4—5 der Weltbücher in dankenswerter Weife wieder an das Licht gezogen hat, lebensvollfte Ablehnung jeder Reform, fciirlch kennt nur einen Weg: „Vergelten die herab* geerbten Anflehten und Niditanfichten über Judentum,- nehmen die Quellen des Judentums Tnadi, Schaß, Midrafch; fie fürs Leben gelefen, ftudiert, begriffen,- daraus die Anhebt des Judentums gefchöpft über Gott, Welt, Menfihheit, Jißroel nadi Gefdiick und Lehre . . ." Diefes „fürs Leben gelefen", ift eine Perle judenblut* durdipulften Temperamentes, das fo viel, viel mehr Ganzes, Jüdifdies gibt, als die ganze vor-, mit* und nachfolgende re* formiftifche Orthodoxie Deutfdilands. Die Anficht des Judentums fchöpfen über Gott und die Welt — das ift. prägnantere Abfage an die Anflehten der Anderen, auf welche die blühlcten Reformen gebannt horchen. Das Büchlein ift voll von jüdifcher Kraft. Es ift ein währender Wert, den wir brauchen. Hoftentlidi bringen die Welt-Bücher viel ähnliches ans Lidit! . . . KAUFMANN: VIER ESSAIS ÜBER OST* JÜDISCHE DICHTUNG UND KULTUR. Band 6 der Weltbücher. Weltverlag, Berlin. Angefichts der Maftenproduktion »oft* jüdifcher« Literatur in deutfeher Spradie, wie fie durch die Konjunktur des Krieges nach der Befetzung Polens entftanden ift, berührt dietes fchmale, aber gehaltreiche Bändchen befonders wohltuend. Wir kennen Kaufmann feit langem als den Verfechter einer ernften und refpektvollen Liebe zum Jidifchen. In den vier EITais, die gedank* lieh, aber nicht ftofflich mit einander ver* bunden find, erweift er fich als ein ftrenger, aber gerechter Eiferer gegen die Sünden wider den Geilt der oftjüdifchen Seele und ihres fprachlichen Ausdrucks. So weilt er in dem erften Auffatz über Mendale und die Übertetzbarkeit feiner Dichtungen an Hand einer der landläufigen Übertragung gen nach, mit welcher Ignoranz und welchem Mangel an Refpekt vor dem Wefenhaften der Sprache ein gut Teii unterer »Oft* judenliteratur« gefchneben worden ift. Als ein Gegenftück zu diefem Auffatdarf der über die Aufführung jüdifcher Volksmufik vor Weltjuden gelten, der in eindringlicher Form Wege zur oftjüdifchen Mufik weift. Zwei andere Arbeiten über den Pinkes und den Erzähler Agnon geben ein ge^ danklich wie fprachlich glei<h hochftehendes Beifpiel dafür, wie oftjüdilche Diditungen gewertet fein wollen. Jedem, den es nach wahrer Erkenntnis oltjüdifchenGeifteslebens gelüftet, kann die Lektüre diefes Buches dringend empfohlen werden ,• es ilt gteidi ftark in der Abwehr des Minderwertigen wie im Aufzeigen des Echten. — ef DAS DEUTSCHE JUDENTUM, SEINE PARTEIEN UND ORGANISATIONEN. Eine Sammelfchrift, herausgegeben vom Verlag der Neuen Jüdifchen Monatshefte. Berlin 1919. Brofch. M. 3,~, geb. M. 4,50. Diefe Sammelfchrift erhält ihren Wert dadurch, daß in ihr prominente Vertreter aller bedeutenden Parteien und Organifa« tionen in nicht allzu umfangreichen Auf* fätzen alles Wiflenswerte über die von ihnen vertretenen Gruppen mitteilen. So erhält man zum erften Mal eigentlich einen Gefamtüberblick fowohl über die politifchen und religiöten Strömungen, wie über das organifatorilche Leben im deutfdien Juden* tum. Diete Sammelfchrift wird befonders als Nadifchlagewerk bleibenden Wert be* halten, wozu befonders der tehr reichhaltige Literaturnachweis beiträgt. Aus dem In* halt nennen wir als die wichtigften Kapitel: Orthodoxie, Liberalismus, Zionismus, Central verein,Verband der deutfehen Juden, Deutfdi*Israelitifcher Gemeindebund, Bene 8riss*Logen, Hilfsverein, Verband der jü* difchen Jugendvereine, national * jüdilche Jugendbewegung u. a. m. Bei dem bevor* flehenden Kampf um die Neuorganifierung des deutfehen Judentums wird das Buch als zuverläffige, v/eil authentüche Quelle, allen Parteien gute Dienfte teilten. ~ f DAS JUDENBUCH DES MAGISTERS HOSMANN. <Neu herausgegeben von Heinrich Conrad, Robert Lutz, Verlag. Stuttgart 1919.) »Das fchwer zu bekeh* rende Juden*Hertz. Von Magifter Sigis* mundo Hosman, Confiftorial* und Stadt* predigern in Zelte«, erfchien 1699 in Zelte. Es wurde im Laufe der Jahre in mehreren Auflagen ausgegeben und viel gelefen,

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