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Der jüdische Wille · 1920-03-01 · Heft 4-5 (März 1920) · page 40

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 4-5 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
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AUS DEN JUGENDORGANISATIONEN DAS K.J.V. NACH DEM FRANKFURTER KARTELLTAG Das K.J.V. iß nicht in demfelben Sinne Jugendorganifation, in dem es etwa der Blau*Weiß iß. Es umfaßt Menfchen vom acht* zehnten Lebensjahre an, und es liegt in feinem Wefen, daß auch die älteßen Mitglieder nie ganz aus ihm herauswachfen können. So iß das K. J. V. im deutfchen Zionismus der Platz geworden, wo die junge Generation immer von neuem fich gegen die Alten durchzufetzen hat, in denen das Feuer der Bewegung zu erkalten droht. Es iß diefelbe K. J. V.*Generation, die zuerß das K.}. V. revolutionierte und die jetzt feit, einigen Jahren in diefem Sinne die zionifiifche Organifation leitet. Das letzte Jahr der K. J. V.*Gefchichte war erfüllt von dem Streben einer neu herangewachsenen jungen Generation, das K. J. V. mit ihrem Geiß zu erfüllen. Es war ein erfreuliches Symptom für die Situation im K. J. V., daß diefe Jungen keinen erbitterten Kampf gegen die augenblicklich führende Generation, die fidb um Kurt Blumenfeld gruppiert, zu führen hatten, fondern daß beide Gruppen in fruchtbarem Gedankenaustaufch das K. J. V. im Laufe des letzten Jahres neu gefialteten. Als Geh das K. J. V. nach Kriegsfchluß zur erfien Tagung zufammenfand, war diefer Gegenfatz der jungen Generation, die viel* facht den Kreifen des Blau*Weiß entßammte zum K.J. V. ziemlich fiark. Es befiand die Gefahr, daß die verfchiedenen Gruppen nicht mehr in einem einheitlichen K. J. V. vereinigt bleiben konnten. Dennoch gelang es, ein Auseinandergehen zu vermeiden. Die ältefie Generation lehnte es allerdings ab, in der Leitung verantwortlich mitzuarbeiten, alle anderen Gruppen bildeten aber unter Blumenfelds Führung ein Präfidium, das es fich zur Aufgabe machte, die Organisation des Kartells wieder aufzubauen, die äußerlich aufrechterhaltene Einheit des K. J. V. innerlich zu befefiigen und gleichzeitig mit größter Intenfität an den wahren Aufgaben des K. J. V. zu arbeiten. Ein großer Teil der Forderungen, die die junge Generation geßellt hatte, hatte der Kartelltag bewilligt. Der energifche Entfchluß, mit allen deutfch*ßudenti(chen Formen zu brechen, hatte fich in der Abfdhaffung jeder Satisfaktion und in einer Reihe von ähnlichen Befiimmungen geäußert. Die Aufgabe des K. J. V. liegt in der jüdifchen Jugend* Bewegung, was diefer Tendenz nicht dient, iß überflüffig und ßörend. Die Ruder und Sportkorporationen, die jetzt in Berlin, Frankfurt, Breslau und Heidelberg vorhanden find, halten die Arbeit in der jüdifchen Turnerfchaft für eine ihrer wichtigßen Aufgaben,- die Blau* Weiß*Arbeit wird großenteils von K. J. V.*ern geleitet, und auch die Arbeiten des hapoel hazair und. des Volksheims liegen großenteils in den Händen unferer Bundesbrüder. Diefer erfreuliche Zußand hat fich im Verlaufe des letzten Jahres immer deutlicher herausgebildet.

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