Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- II (1919-1920)
- Issue
- Heft 4-5 (März 1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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174 Kr., ANTISEMITISMUS in München, der Mitglied eines paritätifähen Gefelligfceitsvereins war, rnit allen Miltein die Verhinderung eines Befchlulfes verfucht, der den Äüsfdiuuß der jüdifchen Mitglieder herbeiführen follte. Er mag da in feinem Kreife gefagt haben, was die Juden in Deutfchland feit mehr als einem Jahrhundert unermüdiidi in allen Variationen vorzubringen pflegen. Er mag darauf hingewiefen haben, wie auch der Jude nach den edehten Gütern firebe und wie ihm das deutfdie Vaterland immer als ein befonders erftrebenswertes Gut erfchienen fei,• wie auch er fein .Blut für Deutfchland vergofien habe und wie fehr es nun an der Zeit fei, daß der Deutfche den Juden, dem Gedanken der Humanität .folgend, als Bruder aufnehme. Diefe Rede haben die Brüder mit der Annahme jenes feindfeligen BefihliuTes beantworter. Er hob. noch einmal an, da fetzte eine kräftige deutfche Mufik ein,- er verließ den Saal und madite feinem Leben durch einen Schuß ein Ende. V, ■. Diefe Tat, * die als ein Opfer gedadit war, die durch das Ein^ drudtsvoüe ihrer Gefie und das Echo, das fie weithin finden würde, zur Befinnung auf Menlchlichkeit Anlaß fein follte, iß im Hinblick auf den Erfolg fidierlich nicht fehr finnreich gewefen, aber ein tiefer Sinn liegt ihr im Zusammenhang mit unterer ganzen Situation und den verfehlten Bemühungen um ihre Rettung zugrunde. Der die Tat vollbrachte, war gewiß kein guter Jude, aber ein ausgezeidmeter Äffimilant. Er zog die letzte Konfequenz er wählte . das männlidie Ende eines unmännlichen Ausgangs. Die jähe Erhellung, durch ein Erlebnis zeigte ihm die Ausfichtslofigkeit feines Weges, und, er ging von dannen, Itatt, gleich den Dickhäutern, weiterzutrotten tind fchließlich den Weg zum Taufbedien zu finden. Die Taufe oder der Schuß — für den einzelnen mag es ein Unterfchied fein, für die Gemeinfchaft ilt es das Gleiche: das Refultat eines verfehlten Jahrhunderts. Audi der Zioniß hat vor dem gleidien .Br^jbjeip geltenden,- nur daß er ßärker noch als den Schmerz über den t^n^4er.]andern Schmerz darüber empfand, einer Gemeinlchaft anzu^ g^o$fin,!$\§,phnt Ziel und Aufgabe dahin vegetiert, um Schließlich in i^rer^ G|?f^mtaeit|,4^n Weg jener einzelnen zu nehmen. Und er rettete |U^i>., - Me3! ,\^qrkVpiflujpg über das Nichts, da er aus der Stärke feines jii&jkfee^ L^enjsp^ill^p^ , jd^n Glauben an die Zukunft feines Volkes Vi.;.':"' A .,nj,3%; Pätnjt jßückte; aber auch die Frage nach der Liebe der andern lü^^ihn.an ^ät^.jStelle.^NiLigbe, die überhaupt nicht zu erzwingen i(t,, g^ipnt gewiß nicht, weruum fie buhlt. Ächtung aber kann man erzwingen. :[ Nicht >4^4ur4x:3.^j^clings, daß man fich lieb Kind macht/ ^icht,^ur<h/£^ i^nd^icht durch Tiraden über die eigenen Vorzüge,, Qeachtet wird, oW^,,feitiir ( eigenen Art treu, in ihr fich be* ^yänrt;, Und dies allein, nahm rfich , fier Zionilt zum Ziel. Scheinbar fuHrt^er, neng und begrenzt, 0nur ^feine eigene Sache,- er will nichts weiter als jüdifchem Menfchentum wiederdie Möglichkeit geben, auf eigenem Boden rein und unverfälscht zu erßehen. Und er zieht fich dc^bei 4ie Verachtung allen,deutfcfaen Staatsbürger jüdifdien Glaubens z\i>x weil er, in feinem nationalißifdien Wahn befangen, die hohen Ideale