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Der jüdische Wille · 1919-11-01 · Heft 3 (November 1919) · page 53

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 3 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
– (sequence 53)
Language
German
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FfilSCHMANN, DIE EHERNE SCHLANGE 167 »Heile midi doch, eherne Schlange, wenn du kannß. Und wenn du nidit kannft — dann werde idi fterben. Wenn ich bei meinem Tode nur wüßte, daß meine Liebe nidit mit ihr fterben wird. »Idi werde dir audi keinen Altar aufrichten, eherne Schlange, denn das Antlitz der Jungfrau ift mir zum heiligen Altar geworden, und kein Rauchopfer werde ich dir darbringen, eherne Schlange, denn all mein Blut und all mein Fleifch habe ich geopfert. Heile mich doch, eherne Schlange, wenn du kannft. »Wenn ich nur wüßte, daß, wenn das Leben zu Ende geht, nicht auch die Liebe endet.« —* Dann fchwieg er. Und als der Tag Geh neigte, bevor die Sonne unterging, ftieg das Volk aus feinem Verftedk hervor, und die Priefter kanten, und es kam Pindias, der Hohepriefter, trug die Räucherpfanne und opferte Rauchopfer und die Kranken und alle Bedrückten und die Ge* quälten kauerten auf der Erde und richteten ihre Augen zur Schlange empor. Difchon lag da die ganze Nacht, und auch feine Augen waren emporgerichtet. Und am Morgen, als die Sonne über den Bergen aufging, ftarrten feine Augen aus ihren Höhlen zur aufgehenden Sonne, und fie waren weit geöffnet. Und die Leute fahen, daß der Knabe tot war. Auch das Weib fchaute auf zu* der Schlange, fehr lange fchaute fie fie an — und dann nahm fie ihren Toten und begrub ihn im Tal, das vor dem Nebo liegt. DAVID 'FRISCHMANN Üßerfetzt von ROBERT STERNAU

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