Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- II (1919-1920)
- Issue
- Heft 3 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- – (sequence 51)
- Language
- German
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'FRISCHMANN, DIE EHERNE SCHLANGE 165* und an dem Maß war eine Schlange, aus Kupfer gegolten, die Ahalihab, der Sohn Adiifamachs, aus dem Stamme Dan, gefertigt hatte. Wie eine fliegende Brandfdilange hatte fie der Künßler gebildet. Ihr Bauch war zwei Ellen lang und ihre Hautringe waren wie Walzen, über* zogen mit glatten Schuppen/ dem Bauche entwuchs der Hals, eine Elle lang, und er war aufgerichtet wie eine aufrechte Waflerfäule. Ihr Haupt war kreisrund, zwei grüne Augen funkelten voll Schärfe, ihr Mund war geöffnet und ihre Zunge gefpalten und hing heraus —- ganz das Werk eines Künfilers. Und die Schlange funkelte weithin in der Glut der Sonne. Das Volk, das unten ßand, blickte empor, ein heiliges Zittern, ein Hauch des Glaubens, ein Hauch des Erhabenen, des Wunderbaren erfüllte das ganze Lager. Ein heiliger Schauer padtte alle, ein Grauen, das niemand kannte — und fie fielen auf ihr Antlitz und knieten nieder aus Furcht vor dem Gewaltigen. Am Fuße des Berges waren heben Altäre auf heben Kugeln errichtet, und die Prießer und Leviten gingen im Lager umher und hörten nicht auf zu rufen: »Wer krank iß, foll auf einem Altare opfern,- feine Krankheit wird von ihm weichen, und er wird gefunden.« Da führte das Volk feine Kranken, Geplagten und Gequälten hinaus, und fie brachten mit fich Ochfen und Widder und junge Schafe, Tauben jeglicher Art, Mehl und Salböl, jeder foviel er beißeuern konnte. Zu* erß nahm man die von einer Schlange GebilTenen, wie Mofe gefprochen hatte, und dann brachte man auch die übrigen Kranken mit jeglichem Leid, das ihnen anhaftete. Darauf erfchien Pinchas, der Sohn Eleafars und Enkel Arons, des Hohen Priefiers, und hinter ihm die Menge der Prießer. Sie gehen vorüber in Reih7 und Glied, je heben in einer Reihe, und Pinchas fchreitet vor ihnen einher, eine Räucherpfanne mit Räucherwerk in feiner Hand. Er iß mit einem langen Purpurmantel bekleidet, mit einem leinenen Ornat und dem Brußfchilde des hohen Prießers, und eine weiße Mütze bedeckt fein Haupt. Hinter ihm aber geht die Menge der Prießer, je Geben in einer Reihe, ein großes Heer, mit weißen Gewändern bekleidet/ in ihren Händen tragen fie brennende Fackeln,- am Rand ihrer Kleider find Granatäpfel und Schellen, und die Fackeln brennen und die Schellen läuten. So ßeigen alle hinauf, bis fie zu den Altären kommen, ziehen fiebenmal um die Altäre herum und fingen Gefänge/ aus der Räucherpfanne fieigt dichter Rauch, verdunkelt einen Augen* blick alles, und als die Wolke verfchwindet, iß das ganze Volk nieder* gekniet. Die Kranken aber liegen auf der Erde, erheben ihre Augen zu der Schlange dort oben, und ihre Augenlider und ihre Lippen be* wegen fich leife. Kranke kommen von allen Gegenden, wo nur die Israeliten in der Wüße zerßreut waren, von nah und fern kommen fie/ die, die keine Kraft zum Gehen haben, werden gebracht/ Tag für Tag kommen fie, und Tag für Tag werden fie gebracht; von Esjon^Gawer, aus der Wüße Ein, vom Berge Hör, von Zalmonah, von Punon, von Jjje^Awarim, von Diwon-Gad, von Alwon*Diwlatajmah und auch von