Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- II (1919-1920)
- Issue
- Heft 3 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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mWKIK DIE ZIONISTISCHE STUDENTENSCHAFT Ih PUSStÄND iS des Referatfyßems dies durcharbeiteten, indem jeder Teilnehmer ab* wechfelnd mit der Abhaltung eines Referats des auf ihn entfallenden Kurfusteils beauftragt wurde. Die kundigßen Fachleute übernahmen in der genannten Frage die allgemeine Leitung diefer Art von Seibit* bildung. Diefe Sektionen fchloflen fich zufammen und entfandten je einen oder zwei Vertreter in die Zentralfektion, die ihrerfeits die all* gemeine Arbeit des betreffenden »Hediawer« leitete, neue Mitglieder heranzog, die für die Arbeit notwendigen Büchereien fchuf, die Mit* gliederbeiträge einzog und den Verkehr mit dem Zentralkomitee des »Hediawer« und den örtlichen anderen zionifiifthen Organifationen vermittelte. Die Arbeit der Selbfibildung ergab nicht die Refultate, die man hätte erwarten follen, und fchon auf dem Moskauer Kongreß wurde die Frage der Einführung des Prüfungsfyßems und der Einteilung aller Mitglieder in interne und externe, d. h. vollberechtigte Mitglieder, die die Prüfung beßanden hatten, und junge Studenten, die Hörer des Kurfus waren und fich zur Prüfung vorbereiteten, auf* geworfen. Diefe Einteilung, in allerdings unbefiimmter Form, wurde nicht überall durchgeführt, denn der »Hediawer« hatte, nachdem er beßimmte erzieherifche Aufgaben übernommen hatte, das nicht genügend unterßrichen, was in Wirklichkeit erforderlich war, er hatte das Be* gonnene nicht zu Ende geführt, d. h. er hatte nicht eine unbedingte Disziplin und Untereinteilung in Jüngere und Ältere durchgeführt. Nur in Ausnahmefällen gelang es, Prüfungen in der Praxis durch* zuführen/ dort, wo es gelang, gaben fie glänzende Refultate. Auf dem Petersburger Kongreß wurde das Erziehungsfyfiem einer wefentlichen Kritik und Änderungen unterzogen. Dem Dogma der Demokratie wird das Prinzip der zionißifiien Bildung zum Opfer gebracht und diefe zu einer freiwilligen Sache gemacht,- zugleich findet eine Gleichfiellung in$ »Hediawer« fiatt. Überhaupt hört er auf, fich mit der Erziehung feiner Mitglieder zu befaffen, denn feine Auf* gäbe läufi jetzt darauf hinaus, nur eine medianilche Vereinigung der örtlichen zionißifchen Studenten zu fein und dem politifthen Kampfe unter den jüdilchen Studenten zu dienen. Dergeßalt iß die innere Revolution, die der »Hediawer« in Rußland durchmacht. Seine Arbeit iß diarakterifiifih für den ruffifih* jüdifchen Studenten, der es nicht verßeht, den dem zionifiißhen Studenten vorbefiimmten Platz in der Organifation zu finden. Nachdem der »Hediawer« fich felbß entwertet hatte, iß er fogleich bei der erfien Probe aufs Exempel genötigt, fich von der Mehrheit feiner Mitglieder zu trennen, die entweder ganz dem zionißifchen Leben untreu werden oder in die Reihen anderer zionißilcher Organifationen treten. Bei Beginn der permanenten Unruhen in Rußland vermochte er nicht, die MalTe der zionißifchen Studenten feßzuhalten, und verlor fie endgültig. Der jedweden eigenen Wefens beraubte Verband zionifiifcner Studenten war ein totes Gebilde geworden, nachdem er eine nur mechanifche Verbindung darzufiellen begonnen hatte. Viele feiner Mitglieder treten in die Organifation der Zeire*Zion ein, die in letzter Zeit eine eifrige Tätigkeit entfaltet hatte und die