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Der jüdische Wille · 1919-11-01 · Heft 3 (November 1919) · page 32

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 3 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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146 mWKIN, DIE ZIONISTISCHE STUDENTENSCHAFT IN RUSSLAND fälfdilich für eine Jugendorganifation gehalten wird. Viele werden ganz abtrünnig. Die beften Mitarbeiter des »Hechawer« wenden fich dem allgemeinen Feld der zionifiifchen Tätigkeit zu. Der »Hechawer«, wie auch jede andere zioniftilche Organifation in Rußland, pflegte ßets in feiner Tätigkeit Angriffen von links aus** gefetzt zu fein: von Seiten der zahlreichen fozialiltifchen Gruppen, die in Rußland Anfprudb darauf erheben, die einzigen Interpreten der Hoffnungen der jüdifdien Malte zu fein. Audi inmitten der Studenten haben diese Strömungen nidit wenig Vertreter, die durdi beßändige Kritik und Reden im Namen des jüdilchen arbeitenden Volkes bereits in der vorrevolutionären Zeit die Arbeit der Unterfiützungskaflen hinderten und in der Zeit der ver* ftärkten Tätigkeit des »Hechawer« ßets Angriffe gegen den »bourgeoi* fliehen Zionismus und den dem Volke fernliegenden Hechawer« richteten. Der erße Kampf, den der »Hechawer« mit diefen fozialifiifchen Strö* mungen innerhalb der ruffifch*jüdi(chen Studentenfchaft, dem Bund der »geeinigten Sozialifien« <den früheren zionifiifchen Sozialifien und jüdilchen Sozialißen) und den Poale-Zion, die in Rußland lieh in Arten uflnd Unterarten beinahe nach Städten differenzieren, auszutragen hatte, entbrannte wegen der Frage der Exifienz der jüdifch-akademilchen Unterfiützungskaflen. Die Sozialifien, welche in der Praxis alles vermieden, was das jüdilch^nationale Gepräge an fich trägt, eröffneten gleichfam wie auf ein Signal den Feldzug gegen die Kaflen. Der »Hediawer«, der aus den Kaflen in letzter Zeit eine jüdilche Zentrale der betreffenden Lehranfialten fthon deshalb gemacht hatte, weil die Kaflen die jüdilche Studentenfchaft zufammenfchlolfen, indem fie gemein* fame Intereflen für fie fihufen, nahm ihre Verteidigung auf fich. Faß in allen Univerfitätsfiädten kam es zu jüdilchen Studentenverfammlungen, auf denen die Sozialißen aller Schattierungen mit Reden hervortraten, die in Rußland großen Widerhall fanden. In ihnen forderten fie die Auflöfung von wirtschaftlichen Infiitutionen, die fich unter dem Druck nationaUaiauviniftifcher Ideen, nach Art der zionifiifchen, abfonderten und verlangten Linderung nicht der partiellen jüdifdien Not, fondern der allgemeinen. Die Vertreter des »Hechawer« dagegen verlangten die weitere Exifienz der jüdifdien Kaflen und fiellten gefunde nationale Prinzipien auf. Die jüdifche Studentenlchaft folgte dem »Hechawer«. Überall ohne Ausnahme blieben die Kaflen beliehen und machten fogar eine entfprediende Entwickelung durch, indem fie fich aus Wohltätigkeitsanftalten in genoflenlchaftliche Kaflen gegenfeitiger Hilfe ver* wandelten. Der Kampf um die Kaflen war ein glänzender Triumph des »Hechawer«, der bei Anbruch der ideellen Auseinanderfchiditung und Differenzierung der jüdilchen Studentenfchaft in Rußland die zionifiifche Fahne hochhielt. Aber der »Hechawer« verfiand es nicht, feine Erfolge richtig einzulchätzen/ indem er das Mittel mit dem Ziel verwechfelte, begann er, feine Aufgabe im politifdien Kampfe gegen verfdiiedene Gruppen der jüdifdien Studentenfchaft zu fehen und fchied de facto die innere Arbeit aus feiner Tätigkeit aus. Statt die äußeren Erfolge auszu-

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