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Der jüdische Wille · 1919-11-01 · Heft 3 (November 1919) · page 28

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 3 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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142 MWK1N, DIE ZIONISTISCHE STUDENTENSCHAFT IN KUSSLAND jüdifch-'akademifche Leben, indem fie unter Schwierigkeilen in Peters* bürg den »Jevreiski fiudjent« und ein Organifationsbüro des »Hechawer« ins Leben riefen. Damit beginnt ein neues Kapitel im zioniftifdien Leben der jüdifdien Studentenfdiaft in Rußland. Die Organifationsarbeit fchreitet in erfolgreichem Tempo vorwärts. Sie verpflanzt fich in die Provinz, und im Dezember 1915 wird die Einberufung eines Kongrefles möglich, der in Moskau ßattfindet und auf dem Vertreter Petersburgs, Moskaus, Jurjews, Charkows, Kiews ufw, anwefend find. Die ganze Arbeit des »Hechawer« fowie auch der Kongreß in Moskau gingen in illegaler Weife vor fich. Man mußte alle Vorfichtsmaßregeln an* wenden, um feine Exifienz nicht offenbar werden zu laflen, im Schrift* wechfel eine Dedkfprache verwenden, in geheimer Weife fich zu den Verfammlungen begeben und dabei Umfchau halten, ob nicht hinter der Ecke ein Polizeifpitzel ftand. Und wenn unter folchen Arbeits* bedingungen ein Kongreß von Vertretern aus zehn Städten fiattfand, fo genügt bereits diefe Tatfache an fich/ fie illußriert die Intenfität und das erfolgreiche Wirken der Organifation der zionißifchen Kräfte in der jüdifdien Studentenfdiaft Rußlands. Der Kongreß befaßte fich mit der Ausarbeitung der Statuten und der Wefensbeßimmungder Organifation. Als Zweck der Organifation wurde die zionißifche Erziehung der Mitglieder des »Hechawer« und ihre Heranbildung zu Leuten, die tauglich für die nationale öffentliche Arbeit feien, feftgefetzt. Mit genügender Befiimmtheit wurde die Frage der ausgefprodien paläfiinenfifchen Tendenz in der Erziehung der Mitglieder des »Hechawer« unterßrichen. In dem auf dem genannten Kongreß gehaltenen Vortrag über »Die Studentenfdiaft und Paläßina« wurde die Thefe aufgefiellt, daß die jüdifche fiudierende Jugend für Paläßina nicht nur durch ihre Liebe tauglich fein folle, fondern auch durch ihre Kenntnifle, die fie bereits in den Univerfitätsfälen in Ein* klang mit den paläfiinenfifchen Bedingungen bringen müfie. Aber neben der fachlichen Vorbereitung für Paläßina müffe ebenfo hoch beim jüdifdien Studenten der paläfiinenfifche Patriotismus flehen, der erzogen werden müfle durch aie ganzen neuen Lebensbedingungen, die im »Jifdiuw« befiehen. Der Kongreß nahm auch einen Arbeits* plan unter der jüdifdien Studentenfdiaft in Ausficht, indem er fich zum Ziele fetzte, in alle befiehenden jüdifch*fiudentifchen Organifationen Zionifien hineinzubringen und allmählich ihre Farblofigkeit in die weiß** blaue Farbe zu verwandeln. Das war im allgemeinen die Hauptfache auf dem Moskauer Kongreß des »Hechawer«. Auf ihm wurden die für die ruffifdie Wirklichkeit ungewohnten Forderungen der Difziplin und firaffen Organifation aufgefiellt. Diefe Form mußte man mit dem auf dem Kongreß vorgezeichneten Wefen erfüllen. Es wurde ein Zentral* komitee des »Hechawer« <Petrograd> gewählt und bei ihm ein Kon* greß der Vertreter der hauptfädilichften Organifationen des »Hechawer« gefchaffen.

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