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Der jüdische Wille · 1919-11-01 · Heft 3 (November 1919) · page 26

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 3 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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140 mWKIK DIE ZlOHlStlSCHB SmDBNtMXSCHAf? IN RUSSLAND daß man ihre Fiktion niefit refpektiert, fondefti als folche enthüllt. Und niemand, dem es um den Aufbau Paläftinas ernft ift, kann dem f>olnifdien Judentum zumuten, feinen kulturellen Aufgaben zu ent* iagen. Wenn es fidi bemüht, durch Unauffälligkeit und Befcheidenheit das Wohlwollen der angeblich fo fanften polnifchen Beftien zu er* langen, fo wird es kaum gleichzeitig die innere Kraft entwickeln können, die die Vorausfetzung für den Aufbau Paläftinas durch jüdi* fdie Menfchen ift. So ungefähr fehen die von Herrn Dr. Jampel berührten Dinge aus, wenn man fie nidit von der Peripherie, fondern vom Zentrum des Zionismus aus betrachtet. E. C DIE ZIONISTISCHE STUDENTENSCHAFT IN RUSSLAND®) i Die zionißifche Arbeit unter der jüdifchen Studenten fchaft in Rußland mußte in letzter Zeit infolge der äußeren Ereigniffe fich in beträchtlichem Maße abfehwächen und zum Teil fogar gänzlich un* wirkfam werden. Nach dem großen Auffchwung in den erßen Monaten der ruffifchen Revolution trat eine Zeit erzwungenen Stillßandes ein. Das jüdifche öffentliche Leben, infonderheit das zionißifche, befindet Geh unter der direkten und indirekten Aufficht des. Volkskommiffariats für jüdifche Angelegenheiten, welches fich mit der Durchführung des Bolfchewismus im Judentum befaßt, fich in das jüdifche Scfaulwefen einmifcht, indem es die hebräifche Sprache und die hebräifchen Fächer verbietet und die bolfehewifiifchen Unterrichtsmethoden einführt,- es •> In einem Sonderheft über die nationaljüdifche Jugendbewegung <I, 4—5> hatten wir infolge der damals unüberwindliche« äußeren Schwierigkeiten einen Be* rieht über Rußland leider nicht bringen können. Zu unferer großen Freude erhalten wir jetzt ein in ruffifcher Sprache gefchriebenes Manufkript, das von einem Führer der zioniftifchen Studentenfchaft ftammt. Der Verfafler, der bereits in einem unferer »K. J. V.*er-Feldbriefe« erwähnt war, lieht uns dadurch nahe, daß er unfere Or~ ganifationsform auf die ruffifchen Verhältnilfe anzuwenden bemüht ift. Es ift frag* lieh, ob ihm das gelingen wird. Aber es ift nicht fraglich, daß die ruffit&e Formlofigkeit einen wesentlichen Grund für die bisher unzureichenden Erfolge der zioniftifchen Studentenfchaft Rußlands bildet. Und das gerade ift für uns das überaus InterefTante an dem vorliegenden Bericht: daß in dem Äugenblick, wo wir auf der Suche nach jüdifchen Formen in Gefahr find, in ruflifche Formlofigkeit zu zerfallen, 'die ruffifchen Studenten unfere Deutfchland entlehnten Formen als einen Weg zu betrachten icheinen, fich aus den Mißerfolgen ihrer chaotifchen Innerlichkeit in eine ftraffe akademifche Organifation zu retten. Die Redaktion

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