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Der jüdische Wille · 1919-11-01 · Heft 3 (November 1919) · page 24

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 3 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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138 JAMPEL, J' ACCUSL die fich folidarifch mit dem außerdeutfchen Proletariat im gemeinfamen Kampfe gegen den Kapitalismus erklärt, wird fidh trotzdem gegen jede Brfchütterung der deutfcfien Nationaleinheit energifch wehren, Für die Pflege jüdifdien Wefens und jüdifcher Kultur in Deutfchland bedarf es keinesfalls der nationalifiifchen Provokationen. Das ermunternde Be* wußtfein der Vorbereitung für die künftige nationale Selbßändigkeit auf dem Boden der Väter würde hierfür völlig hinreichen. Die ab* ßrakte MelfiashofFnung hat Jahrtaufende hindurch Wunder gewirkt, und nun erft jetzt, da die »Fußfpuren des Meffias« <ukbata d'mefchicha) fo deutlich wahrnehmbar find. Scßweät a. O. DR. 5. JAMPEL Die Frage, die Herr Dr. Jampel aufwirft, nämlich ob der Zionismus in feiner Propaganda* und Erziehungsarbeit das nationale Moment oder die praktische Seite in den Vordergrund ßellen folle, iß, wenigfiens im deutldien Zionismus, von jeher, und namentlich feit dem Eingreifen Blumenfelds in die zionißifche Arbeit, lebhaft erörtert worden. Erfahrungen und Erfolge haben längß zu Gunßen einer Betonung des nationalen Faktors entfdiieden. Herr Dr. Jampel meint, wenn die »Zionismus« benannte jüdifche Bewegung fidh mit ihrem Paläfiinaprogramm begnügt und alle ihre geißigen und materiellen Kräfte auf die Eroberung des Landes kon* zentriert hätte, fo hätte ihr kein Jude fein Herz verfchloffen. »Der Zionismus wäre, anfiatt die Zahl der fich gegenfeitig befehdenden Parteien zu vermehren, das Ideal gewefen, in dem fich alle Parteien zufammengefunden hätten. Jüdifcher Großkapitalismus Weßeuropas und jüdifches Proletariat Ofieuropas hätten lieh gegenfeitig ergänzt, und ein Plan, an delfen Verwirklichung ein ganzes Volk arbeitet, könnte nicht mißlingen«. Man könnte demgegenüber fragen, warum es denn nicht dem anerkanntermaßen überaus nützlich arbeitenden Verein Efra gelungen fei, fich zu einer Volksbewegung auszuwachfen. Weshalb blieb er denn, wie die von Herrn Dr. Jampel zitierten anderen Unternehmungen, ein philanthropifcfaes Amateurfpiel, und wirkte der »Judenßaat« darum Wunder, weif man feine Verwirklichung in abfehbarer Zeit erwartete? Herr Dr. Jampel verkennt leider die urfädiliche Beziehung zwifchen jüdifchem Nationalismus und Paläfiinaliebe. Für den Juden, in aem nicht jüdifches Nationalgefühl lebendig ift, beßeht über* haupt kein Anlaß, fich für den Aufbau einer Heimat für das jüdifche Volk in Paläftina zu intereffieren. Ich gebe zu, daß jüdifches National* gefühl nicht nur in denen lebendig ift, die fich ausdrücklich und bewußt zum jüdifdien Volke bekennen. Es gibt heute noch eine kleine Zahl, meift älterer Juden in Deutfchland, denen man ein unbewußtes National* gefühl zuerkennen darf. Es handelt fich da um die letzten Refte der jüdifchen Kultur in Deutfchland. Zur Familientradition verflüchtigt, hatte fie in einzelnen Fällen die Kraft, fich durch vier oder fünf Generationen zu erhalten. Der weftjüdifche Großkapitalift aber <und

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