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Der jüdische Wille · 1919-11-01 · Heft 3 (November 1919) · page 17

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 3 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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KROJANKER, VOM FALSCHEN GEIST DES JUDENTUMS 131 Es Iß deutlich gentw zum Ausdruck gebracht worden, daß fein Werk durch alles hier Gefagte völlig unberührt bleibt. Es iß auch hervorgehoben worden, daß in uns felbß eine Notwendigkeit für den inhaltlich beßimmten Nationalismus beßeht, daß alfo nicht etwa die aufgezeigten Folgewirkungen ihm zuzufchreiben find. Und es foll zum Oberfluß noch betont werden, daß er nur bedingt dem inhaltlich be* fiimmten Nationalismus zugezählt werden darf. Wenn man trotzdem in diefem Zufammenhange an ihn und nur an ihn appellieren muß, dann gefchieht das, weil alle, die lieh heute durch Verfiiegenheiten, überspannte Geifiigkeit und Menfchheits* beglückungswahn auszeichnen, irgendwie im Schatten des Titanen kämpfen, weil fie alle fich durch ihn irgendwie gedeckt fühlen. Zum Ausdruck kommt das—durch, den Bewunderungsbetrieb, der Heppen* heim zu einem neuen Sadagora macht. Das muß einmal ausgefpfochen werden, nachdem es bisher nur flüfiernd von Mund zu Mund ging. Dies um fo mehr, wenn man den Mann und fein Werk hochfiellt und gerade deshalb fiille Ehrfurcht für einen würdigeren und ihm angemelTneren Dank hält als den ge* räufchvollen Rummel, der fich jetzt um ihn in Szene fetzt. Schon harrt man feiner als eines Propheten »wie der Wächter der Morgenröte.« Man braucht gewiß nicht zu glauben, daß Buber die Dinge fo fieht, wie fie hier dargeßellt wurden, aber es iß nicht anders denkbar, als daß auch er bereits gefühlt haben muß, wieviel Verlogenheit und Verbogenheit fich rings um ihn breit macht und auf ihn als Führer fieht. Er hat das bis jetzt zur Verwunderung und zum Schmerze aller, die ihn hochßellen, ßillfchweigend hingenommen. Es iß an der Zeit, daß er zeigt, wo er ßeht und endlich von all dem abrückt, was in Wahrheit nicht zu ihm und gehört nur geeignet iß, fein Bild zu ver* dunkeln. Dann werden wir auch ihn in hellerem Lichte fehen. München GUSTAV KROJANKER

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