Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- II (1919-1920)
- Issue
- Heft 3 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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tt*---™-- ■•■•JU&fAHKm -PQM-FALSCHEN GEIST ®E$ JUDENTUMS (liefer Erkenntnis als Schlußapotheofe noch hinzufügt, erfcheint mir als völlig unzureichend. Ich glaube, daß man der Frage nur hißorifch gerecht werden kann, indem man zeigt, wie fie im Zionismus entßand, gentßehen mußte, und wie ficfi als Ergebnis ihrer Entwicklung die inge heute darßellen. Es gab Zeiten im Zionismus, die wir dank dem Gefetz der Entwicklung glücklich hinter uns gebracht haben. Ach, das waren finßere und barbarifche Zeiten, von denen man beffer gar nicht mehr redet. Damals waren die Zionißen fpielerifch Vie die Kinder und unjüdifch wie nur ein Heide. Spielerifdh: denn fie wollten einen Judenßaat haben, ohne zu bedenken, daß der fchönfie Staat ihnen nidits frommen kann, fofern fie nicht vorher das Heil ihrer Seele ge* rettet haben. Und unjüdifch: denn fie begehrten ein Volk zu fein gleich allen anderen. Zu fo frevler Gefinnung kamen noch Trotz und Verfioditheit. Denn fie machten fogar Worte, die Oberflächlichkeit ihres Ziels zu rechtfertigen. Was nämlich das Heil der Seele an« betrifft, fo vertraten fie die Anficht, das jüdifche Volk hätte fich damit durch lange Jahrhunderte fo ausschließlich befaßt, daß es am Ende beim Handel mit alten Hofen gelandet fei. Sie maßten fidi deshalb ein Recht darauf an, der Pflege des Volkskörpers vorzugsweife zu« gewandt zu fein, an der Seele aber nicht viel herumzukurieren, londern ihre Gefundung durch die des Leibes in Ruhe zu erwarten. Ja, es fchien ihnen fogar eine Gefundung bereits in der Tatfadie zu fiecken, daß fie, die bisher mit allerhand fernliegenden und hochgeifiigen Dingen befchäftigt waren, jetzt plötzlich der Pflege unferes hinfälligen Organismus alle Aufmerkfamkeit und liebevolle Mühe zuwandten. Und in ihrer Dummheit — fie wußten es nicht anders — vermeinten fie, daß es für uns gar nidits Belferes geben könne, als wenn auch wir ein Volk würden gleich allen anderen. Dies Ziel erfchien ihrer Verblendung fogar noch als leuchtend und erhaben. Denn den Grund für alles Ungefunde in uns glaubten fie ja gerade in der Tat* fache zu erkennen, daß wir eben nicht wären wie die anderen Völker, fondern fAwebend in einer luftigen Geifiigkeit, während jene fchwer und gebunden über die Scholle fchritten. So ßellt fich, ungelehrt ausgedrückt, das rein formale Rahmen* Programm dar. Und man kann es fogar nur auf diefe Art darßellen. )as Bild wird ganz fchief, wenn man fich fiatt delfen nach Herrn Dr. Schiefingers Vorgang einen Satz etwa von Klatzkin herausgreift, wonach die Kriterien einer Nation in Land und Sprache zu finden find, und dann diefen Satz durch eine wirklich nicht gerade fchwierige Beweisführung erledigt. Es kommt für den, der die Dinge in ihrem Zufammenhang fehen will, überhaupt nicht auf Klatzkin, Berdyczewski und andere an. Denn deren bewußte Kampfßellung gegen das in* haltlich beßimmte Judentum iß für die ganze Frage von überaus geringer Bedeutung. Es kommt vielmehr auf jene unbewußte Ein* Reitling an, der der moderne Zionismus fpine Entßehung verdankt. Der wefijüdifche Nationalifi, der aus den Reihen der halb fchon Ge* lößen und Verlorenen kan), der nur mehr ein zwar fiarkes, aber an