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Der jüdische Wille · 1919-06-01 · Heft 2 (Juni 1919) · page 34

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 2 (Juni 1919)
Date
1919-06-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
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104 PEREZ, ZURÜCK ZURÜCK Feft gefeiert wurde, fuhren einige in der Nähe arbeitende Galizier hin, wurden gut aufgenommen und brachten zur Erinnerung blau* weiße Papierfähnchen mit, auf welche fämtliche Strophen der »Hatikwah« aufgedrudkt waren. Ich konnte ohne Schwierigkeit auf der Polt die zionißifche, ruffifch gefchriebene Zeitfchrift »Raflzwjet« beftellen und bekam fie regelmäßig. So war idi über die großen Gefchehniffe im zioniltifchen Leben ftets unterrichtet. Inzwifchen ilt diefe Zeitfchrift dem fyßematifchen Kampf, den der Bolfchewismus bezw. derKommiffar für jüdilche Angelegenheiten in Moskau gegen den Zionismus führen, zum Opfer gefallen. Im allgemeinen habe ich, der ich mich ßets bei näherem Bekannt* werden mit Ruffen als Jude zu erkennen gab, die Erfahrung gemacht, daß der Ruffe fowohl in religiöfer al^ nationaler Richtung leidenfchafts* los iß, alfo von Natur aus nicht zum Antifemitismus neigt. Jeden« falls hatte ich nach meiner Rückkehr im Sommer 1918 in dem von den Deutlehen befetzten Gebiet viel mehr das Gefühl, in einem antifemi* tifchen Milieu zu fein, als je unter der ruffifchen Bevölkerung. Bresfau GEORG SCHUTZ ZURÜCK, ZURÜCK!*) Es war Ende Sommer, um die Zeit der Herbfifäden, unter der* Schwalben in irgendeinem Walde. In einem Walde, wo es viel böfes, kriechendes Leben gab, aber auch ein höheres, beflügeltes Leben. Unter dem unruhigen Schwalben* volk, das einß den Tempel zu Jerufalem retten und die Feuersbrunß mit feinem eigenen Blute löfihen wollte, aber es nicht fertig brachte und darum aus der Weltgelchichte heraus mußte, weil die Welt* gelchichte nur von glücklichen Völkern und gelungenen Unternehmungen meldet. Der Sommer, der eben zu Ende ging, war ein unruhiger Sommer gewefen,- viele Schwalbenneßer waren von RegengülTen fortgefpült worden, und unter vielen Neßern waren die Lebensäfie gebrochen,-fie waren herabgefallen, und die Schwalbenjungen waren zerßhmettert worden. Gar oft war der füße Schwalbenlchlaf bei Nacht gewaltfam unterbrochen worden. Jäger waren im Walde aufgetaucht, und oft knallten *> Mit der vorliegenden Novelle von Perez beginnen wir eine Reihe ern> maliger Übersetzungen aus dem Hebräifchen. Wir werden dabei nidit nur Belletriftik bringen, fondern auch Eflais, die geeignet find, einen Einblick in Stoffgebiete und Stil unferer hebräifchen Schriftlteller zu gewähren. Das nächfte Heft wird eine Er^ Zählung von Frilchmann, Die eherne Schlange, enthalten. Die Redaktion

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