Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- II (1919-1920)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1919)
- Date
- 1919-06-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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DEUTSCHMANN* JUDENTUM - DEUTSCHTUM 93 mus!> Ohne die Volksidee iß aber auch der politifdie Sozialismus, der auf Grund der ökonomifdien Äuffallung das geiftige Helen von den äußeren Bedingungen abhängig macht,, ideenlos: Wohlftand ift nicht Ziel des Menfcfaen und auch nicht die Vojrausfeftzung für die vom Sozialismus proklamierte Menschenliebe, Aber es gibt einen höheren Begriff des Sozialismus/ fosgelöft von den Forderungen des nicht Befriedigten, der »P&fofophie des ReSentiments«, einen Begriff, der ausgeht von jugendlicher Art und jugendlicher Reinheit. Buber und Landauer haben diefei* Begriff War ausgefprochen, durch den der Sozialismus lösgeföft wird voi* der menfchlichen Gefellfchaft, in der Gott nicht erfcheinen kann> folänge man an fie den Maßßab des Wiffenfchaßsaberglaufeens fegt Von einer heiligen Idee gilt es auszugehen, und fo iß es kein Zufall, daß gerade Buber und Landauer von Blüher hier genannt werden und welche Wertfehätzung fie finden: »Martin Buber und Gußav Landauer bringen den Deutfchen die tieffien Beziehungen zum Problem des Sozialismus/ und beide find Juden, und beide find Zionifien.« Es kommt für uns hier ni6\t darauf an, eine Kritik an der Schrift in dem Sinne zu üben, daß wir angreifbare Punkte herausholen/ was für uns wefentlich iß, iß der Geiß, der aus ihr fpricftt, die Erkenntnis von der Struktur unferes Volkes und vor allem die Würdigung des Geifies der jüdifchen Renaiffance. Wir fehen, daß das Streben* nach harmonifcher Entfaltung unterer Kräfte nicht nur uns' Gfüdtfeligkeit bringt, fondern überhaupt eine Bereicherung bedeutet, daß aus unferem Volksbegriff Reinfies und Heiligfies und Höchfies entfpringfc Und idi möchte hier mit einem Worte Bubers fchließen: »Die nationale Bewegung ift die Form, in der ßdi die neue menfehheitliche Kultur für unfer Volk ankündigt. Uns Hegt ei» innerer Kampf ob; ehe wir ihres Segens teilhaftig werden können. Manchen Krankheitsfioff muffen wir entfernen, manches Hemmnis niederzwinge», bevor wir reif werden zur Wiedergeburt d<es Judenvolkes,. weUhe nur ein TeiVtrom ift der neuen Menfchtheits^RenaiffanGe.« Bresfau WALTER S>EUTSCHMÄNN * Die Fortfetzung der im vorigen Heft begonnenen Arbeit über aDie Lehren Blühers« erfcheint im nächften Heft.