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Der jüdische Wille · 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 31

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 1 (April 1919)
Date
1919-04-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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KRQJANKER, DER HAPOEL HAZAIR 29 der Theorie mitunter ins Ungemeflene auswächß, ganz wesentlich geringer würde, wenn man bereit wäre, zur Erörterung des neben, sächlichen »Wie« herabzußeigen. Um nun das praktifche Programm des Hapoel hazair kennen zu lernen, fieht fidi der beforgte Lefer auf ein fcfiwieriges gemifchtes Verfahren angewiefen. Irt der »Arbeit« felbfi findet er kurze Leitfätze zu einem Programm, die von Strauß aufgeßellt find und in denen das Wörtchen »Wir fordern« eine bedeutsame Rolle fpielt Seibit wer alle diefe Forderungen unter?* ichriebe, würde (ich doch gerne näher unterrichtet fehen, um auch davon überzeugt zu werden, daß hier aucb nichts gefordert #ird, »wovon man felbft: nicht weiß, wo es zu finden iß«. Und in diefem Beßrebea greift er zu ArloforofFs Brofihüre, deren Umfang ihm ein glückverheißendes Omen für den langerfehnten Auffchluß gibt Leider aber werden diefe grundlegenden Dinge auch hier »wie es die Natur diefer Schrift erfordert, nur in gedrängtefter Kürze dar* gefiellt«. Und wieder fieht man (ich auf eine fernere Zukunft und «inen anderen Zufammenhang vertrößet Immerhin ift ArldforofF ausführlicher als Strauß, und man könnte deshalb den einen gut zur Ergänzung des anderen benutzen, wenn fich nicht fihon nach kurzem ergäbe, daß fie in durchaus nicht unwefentlichen Dingen von einander abweichen. Denn während fich Arfoforoff mit einem fozialißifihem Liberalismus nach Oppenheimers Vorbild begnügt, weil er in der Nationalifierung des Grundes und Bodens bereits die Gewähr dafür fieht, daß die Privatinitiative in den anderen Gewerbe* zweigen keinerlei Schaden mehr anrichten kann, fordert Strauß kurzweg die vergefellfchaftung aller Produktionsmittel. Das iß ein ganz bedeutsamer Unterlchied, zumal wenn man die Privatinitiative unter allen Umfiänden, befonders aber unter unferen,für die unerläßliche Vor*' ausfetzung eines blühenden Wirtfihaftslebens hält. Einigkeit befteht zwilchen beiden darin, daß fie den marxißifihen Sozialismus nicht nur feiner geiftigen Grundlage, fondern auch feiner praktilchenGeßaltung nach ablehnen. Denn während der Marxismus eine von oben einheitlich ge* regelte und mechanifierte Staats* und WirtfihaftsverfalTung propagiert, legen fie den Hauptnachdruck auf eine weitgehende Dezentralisation, die eine Zufammenfaflung von unten nach oben ftatt umgekehrt erfordert. Und wenn fidherlich auch diefe Forderungen, die denen der kommu* nißifihen Anarchißen ganz ähnlich find, bei ihnen aus der reinen Idee hergeleitet werden, bewegen fie fich doch hiermit tatfädhlidi auf dem Boden unferer praktifihen Erforderniffe, da die Form des marxifiilchen Sozialismus ja auch in Wirklichkeit nur als Refultat eines fich felbfiaufgebenden Kapitalismus vorfiellbar iß. lieber die entfcheidende Frage, wie wir die wirtlchaftiiche Möglichkeit zur fofortigen Nationalifierung des gefamten Grundes und Bodens erlangen follen, findet fich leider bei beiden Gewährmännern nichts. Es fei denn, daß man ArloforofFs Auskunft, wir müßten »das große Volks* kapital, die jüdifihen Nationalanleihen« mobilifieren, für erfihöpfend nimmt. Ebenfo werden wir über die fehr wichtige Frage, wie weit denn nun diefe Sozialifierung den Erforderniflen des Sozialismus -entfpricht, völlig im unklaren gelaflen. Denn wenn zwar allerdings

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