Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- II (1919-1920)
- Issue
- Heft 1 (April 1919)
- Date
- 1919-04-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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14 BLUMENTELD. DER GEIST DES K.J. V. gewadifen ift, hat bei uns keine Stätte. Unfer Bund ifi nur dann* auf der Höhe der zionifiifdien Entwicklung, wenn alle Flutungen des jüdifihen Lebens in ihm eine Stätte finden. Unfere Bundesbrüder werden im neuen KJ.V. einheitlich den Aufgaben zugeführt, die uns der Zionismus heute ftellt Sie werden für raläftina erzogen, fie werden feelifih, kulturell und beruflich auf Palältina vorbereitet, fie müflen Hebräifih lernen, fie lind gezwungen, fich im öffentlichen jüdifihen Leben Deutfihlands in der von uns ver~ langten Form zu betätigen. Das menfihliche Ideal des KJ.V. wird fich jetzt erfi recht zu bewähren haben. Der K.J.V.^er wird Herr der Weltfiimmungen werden, weil er einem gefihloflenen zionifiifthen Welt^ bildzufirebt. Deshalb wird es bei uns auch keinen Unterfchied zwifchen bürgerlichen und nichtbürgerlichen Zionifien geben können. Da der Zionismus ebenfo fehr unfere Beziehung zu den Dingen derGeifteskultur wie des Wirtfihaftslebens regelt, wird unfere Wirtfchaftsgefinnung untrennbar verbunden fein müflen mit unferer zionißifchen Auffaflung von den Beziehungen aller Glieder des jüdifihen Volkes zueinander. Zionismus ohne Wirtfchaftsethik wird von uns nicht verßanden werden können, da die Herrfihaft der zionißifchen Idee über alle Erfiheinungen unferes Lebens für uns fefi begründet ifi. Unfer Ideal der Einheit der jüdifihen Perfönlichkeit wird uns, wenn wir das ganze jüdifihe Leben in unferen Bund hineinßrömen laflen, die Männer fchaffen, die von Staatsgefühl erfüllt und den Anforderungen des öffentlichen Lebens gewachfen find, Männer, für die die Freiheit nicht Hemmungslofigkeit, fondern Tun aus innerer Notwendigkeit ifi, die fich deshalb freudig unterordnen, um nach einheitlichem Willen am Aufbau mitzuwirken, Sie ertragen eine ttarke Führung zu jüdifihen Zielen, weil fie fich der aufbauenden Kräfte ihres Wefens bewußt geworden lind. Wer fich in diefen Kreis einlebt, dem wird das KJ.V. zur Heimat und zum Lichtfpender werden, und in diefem Sinne dürfen wir fagen, daß das KJ.V die Hochfihule des Zionismus ifi, an der wir lernen, um wirken zu können, daß wir in ihm die ganze zionifiifihe Bewegung verkörpert fehen. Ift das KJ.V. wirklich der Erziehungsbund, der es fein foll, dann werden wir uns dem Lichtkreife feiner Flamme niemals entziehen können, dann werden und müflen wir in ihm all das finden, was in fiarker Form Leben werden will im jüdilchen Volke. Wir wollen KJ.V.^er bleiben, uns zufammenfchließen zum* Kartell Jüdifdher Verbindungen als aufbauende Menfihen, die nach einem einheitlichen Plane wirken. Und wir tun das als Bundesbrüder, als die Menfihen, die fich ohne Weichlichkeit zu einem Bunde der Arbeitenden und Aufbauenden vereinigen und die fich näher fiehen, wenn fie richtig erzogen find, als die in enger Gemeinfihaft von Gefühls- und Geifiesgleichheit Entwickelten. Wir gehen jetzt an den Neubau des KJ.V. heran, weil dem KJ.V. unfere Liebe gehört, weil wir in ihm unfere jüdifihe Heimat haben und weil wir glauben, daß das KJ.V, uns durch die Verwirklichung feines Programms als bauende Bundesbrüder hinführt nach Zion,