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Der jüdische Wille · 1919-04-01 · Heft 1 (April 1919) · page 7

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
II (1919-1920)
Issue
Heft 1 (April 1919)
Date
1919-04-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ROSENBERG, ERÖFFNUNGSREDE 5 bauen, die damals gegründet wurde, und nach dem ßhweren Leide um die Verlorenen, nach den drückenden Sorgen um Eudi alle begrüße ich Euch aus frohem Herzen wieder in unferer Mitte, Diefer Kartelltag wird Euch große Aufgaben (teilen. Es gilt nicht weniger, als unferem Gemeinfthaftsleben neue Lebensformen, unferem Ideal neue Betätigungsformen zu geben. Diefe fünf Jahre find unendlich reich an jüdifcher Entwicklung gewefen. Der Krieg war nicht nur eine ungeheure Erfihütterung der Machtfaktoren, feine Wirkung wird nicht nur in den territorialen und Maditverlchiebungen liegeA, die er gebracht hat, fondern vo^ allem in den großen Ideen der Gerechtigkeit und den neuen Ge~ fetzen, die das Gemeinfthaftsleben der Völker untereinander beherr* fthen werden. Diefe neuen Ideen und Gefetze über die Rechte und Werte der Völker haben unfere Hoffnungen, weil fie auf einer belferen Erkenntnis und auf einer höheren Moral aufgebaut find als vor dem Kriege, der Erfüllung nahegebracht. Wir erleben jetzt, was wir für unfere Enkel kaum zu träumen gewagt hatten: bei allen Völkern ein erhöhtes Verßändnis für unfere nationalen Forderungen, für unfer Recht als Volk, und in unferm Volk felbß das Erwachen eines ftarken nationalen Empfindens, ausgelöft durch den gewaltigen nationalen Willen, mit dem das Oftjudentum die nationale Wiedelgeburt unferes Volkes bejaht. Eine gewaltige Welle jüdifchen Lebens geht von dem erwachten jüdifdien Geißes* und Volksleben der Oßjuden aus und entbindet in allen Teilen unferes Volkes neue oder befler alte nationale Energien. Die Entwicklungen von Jahrzehnten find in eine kurze Spanne Zeit zusammengedrängt Vor fünf Jahren war der Zionismus noch 'eine Idee, heute iß er ein Gefchehen. Und nicht nur in den gewaltigen technischen und wirtfdhafcr liehen Aufgaben der Befiedelung Paläßinas liegt die Größe des Problems, fondern auch in der Tatfache, daß felbß wir Zionißen noch nicht fo ganz die Rückkehr zum Judentum vollzogen haben. Diefes ganze Problem, und nichts Geringeres, ifi es, was Euch in Geftalt der Umwälzungen ericheint, die Ihr im Kartell beobachtet. Wenn wir fehen, wie alte Formen, die uns voll Bedeutung erfdiienen, als überlebt zerbrochen werden, wenn neue Ideen und Ideale auftauchen, fo dürft Ihr das nicht aus der Enge des Kartellebens heraus be~ trachten, fondern Ihr müßt verfiehen, daß das eng zufammenhängt mit den großen Problemen der Durchführung des Zionismus. Es wäre traurig, wenn bei uns alles beim Alten bliebe in einer ZeitA wo das Werden unferes Volkes und feiner Freiheit gewaltige Ent* Wicklungen in eine kurze Zeitfpanne zufammendrängt. Auch bei uns drängen fich die Entwicklungen/ denn das K. I. V. ifi der Pulsßhlag: des deütfthen Zionismus, und wir find ftolz darauf, es zu fein. Ihr, liebe Bundesbrüder, von denen vielleicht mancher ent-r täuftht und vielleicht noch fremd den neuen Formen und Gedanken *egenüberfieht und vielleicht fehnfüchtig nach dem K. J. V. der Vergangenheit Ausfchau hält, müßt Euch ganz klar fein darüber:

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