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Der jüdische Wille · 1919-02-01 · Heft 6 (Februar 1919) · page 39

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 6 (Februar 1919)
Date
1919-02-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
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356 Hatnßurger, Vom Antifcmitfsmti« im alten Ägypte* gehäffiger Weife im Gegenfalz zu den vorher bei den Hißorikern üblichen Berichten erzählt/ ein Beweis von dem plötzlichen Atv wachfen des Antifemitismus in feiner Zeit. Der Vater der Literatur des theoretifdien Antifemitismus läßt die Juden von unreinen und ausfätzigen, des Landes vertriebenen Ägyptern abßammen. Sie hätten von ihrem Oberhaupt, dem Prießer Osarfeph, der (ich fpäter Mofes genannt habe, Gefetze bekommen, die allem, was den Ägyptern heilig war, Hohn fprachen. Im Verein mit den ver* triebenen Hyksos, die damals ferufalem bewohnten, hätten fie die Ägypter befiegt und dreizehn Jahre lang eine fchändliche Herrfchaft mit Mord, Brand und Frevel über Ägypten ausgeübt, bis fie dann von einem großen ägyptifchen Heere unter Führung des früheren Königs gefchlagen und bis nach Syrien verfolgt worden feien. Schrieb fchon Manetho, deflen judenfeindliche Tradition fpäter die Quelle der antifemitifchen Schriftßeller wurde und die früheren sine ira et studio die jüdifche Gefchichte behandelnden Autoren in den Hintergrund drängte, als hellenifierter Ägypter feine Gefthichte in griechifcher Sprache, fo war Mnafeas von Palara, ein Schüler des berühmten alexandrinifchen Univerfalgelehrten Eratosthenes, ein halbes Jahrhundert fpäter der Fortfetzer diefer hifiorifchen Ver^ leumdungen. Er erzählt, daß in einem Kriege der Juden mit den Idumäern einß ein Apollonverehrer aus einer idumäifchen Stadt durch eine Lift den goldenen Efelskopf aus einem jüdißhen Tempel ge~ ßohlen habe. Auch diefe Befchuldigung, daß die Juden einen Efels* köpf verehrten, die fpäter immer wieder aufgenommen und erweitert wird, tritt uns hier zum erßen Male entgegen. Es handelt fich ganz offenfichtlidi um Gefchichtskonfiruktionen, die auf dem Boden der Abneigung gegen das lieh fchnell vermehrende jüdifche Element erwuchfen und dem Antifemitismus der Griechen und Ägypter entgegenkamen. Diefer fand in den Arbeiten der Gelehrten feinen geißigen Niederfchlag, da er fich politifch unter dem Regiment der Ptolemaier nicht betätigen konnte. Denn die Ptolemaier legten tat* fächlich Wert auf gute Beziehungen zu den Juden diefelben waren ihnen innerpolitifch von großem Nutzen als kapitalkräftige Leute, regfame Indußrielle und Stützen des hellenifchen Beßandteils, auf dem die Regierung der Ptolemaier begründet war, gegenüber dem ägyptifchen. Aber auch außenpolitifch hatten fie mindeßens im 2. Jahrhundert ein InterelTe daran, das Verhältnis zu ifrcen jüdifchen Untertanen zu pflegen, da fie dadurch in ihren fiändigen Kämpfen mit der Syrien beherrfchenden Seleukidendynaßie, die von 203 ab auch Paläßina beherrfchte, den Rückhalt im eigenen Lande ver* fiärkten und eine Rückwirkung auch auf die Juden im Lande ihrer Gegner felbß ausüben zu können hofften. Bei dem wirtfehaftlichen und geißigen Verkehr der Juden Ägyptens mit denen Judäas mußte diefes Verhalten der Ptolemaier feine Früchte tragen. Als Antiodios Epiphanes von Syrien 169 bei einem Streit um die Hoheprießer* würde von der der Affimilation geneigteren Partei herbeigerufen -in

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