Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Tfäm$urget, Vom'Antifemitismus im alten Ägypten 351 VOM ANTISEMITISMUS IM ALTEN ÄGYPTEN BIS ZUR MAKKABÄISCHEN EPOCHE Über den Antifemitismus im alten Ägypten und vor allem in Alexandria, feine Erfcheinungsformen und feine Gründe haben in jüngerer Zeit die Gelehrten vielfach Unterfuchungen angeßellt. Der Eifer mit dem diefe Studien betrieben werden, erklärt fich aus der Erkenntnis von der weit in die vordhrißliche Epoche zurückreichenden E)iaspora und ihrer hifiorifchen und kulturellen 'Bedeutung, die den Wunfeh erweckte, fich auch mit diefem fo lange vernadiläffigten Teile der jüdifdien Gefchichte eingehender zu befchäftigen. Da fließ man fofort auf die Frage nach den Beziehungen zwifchen den Juden der Diaspora und den Nichtjuden und fpürte antifemitifchen Regungen nach, die uns die Quellen überliefern. Hier iß noch vieles unge^ klärt und zweifelhaft. Eine Hypothefe allerdings, die den Beginn einer bemerkenswerten jüdifdien Diaspora erlt in die Makkabäerzeit fetzen und recht gekünßelt ein Aufkommen des Antifemitismus erß nach diefer Zeit beweifen wollte, iß heute wohl allgemein aufge* geben worden. Daß wir darin jetzt klarer fehen, verdanken wir vor allem dem unerfchöpflichen Boden Ägyptens, der uns ßets neue Reichtümer an Papyri in jüngßer Zeit gefchenkt und uns dadurch in die Lage verfetzt hat, aus diefen Dokumenten unfer Wilfen über die Juden Ägyptens und ihr Verhältnis zu den andern Völkern in diefem Lande zu bereichern. Bis in die erfie Hälfte des 5. Jahrhunderts reichen die Papyri zurück und beßätigen für die Jahrhunderte vor der makkabäißhen Erhebung in Ägypten eine jüdifche Diaspora, die mindefiens in dem Jahrhundert vor jener von bemerkenswerter Ausdehnung und Bedeutung iß. Beweife für das Vorhandenfein der Diaspora im ganzen fieht ein fo hervorragender Forfcher wie Eduard Meyer auch aus jüdifdien Quellen : »Die Gemeinde von Jerufalem iß nicht die Judenfchaft/ um fie herum legt fich in immer weiterer Ausdehnung die Diaspora ,- ihr Ausgangspunkt iß die kompakte Judengemeinde in Babylonien,- von hier aus .verbreitete fie fich nach Sufa, nach Medien und bald auch in die weßlichen Provinzen. Zu vielen Taufenden denkt fich die EßheHLegende die Judenfchaft durch das ganze Perferreich verbreitet. ..... Die Anfänge diefer Entwicklung reichen weit hinauf,- die Pfalmen fetzen fie überall voraus.« In diefem Zufammenhange wendet fidi Meyer gegen die irrige Meinung, daß der Antifemitismus dem Chrifientum zur Laß zu legen fei, gibt uns in kurzen Strichen ein Bild von den Juden der Diaspora im Perferreiche und erfchließt daraus die hifiorifche Notwendigkeit, daß mit dem Judentum fofort fein notwendiges Korrelat, der Judenhaß, Jahrhundert war, er^