Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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338 Rpsen&äütH, Üj&cr" jüiififie' ÖttAiM&äfis'&rzkhMg'. in Btxitßhhnd hatiötialeh Gefdimacks entßehen und unfere Jugend gegen die Anwürfe des zeitg&iöffifchen Lebens feien und kräftigen. Weiß fie dann doch, welchen Wert Tie zu verteidigen, welchen Befitz fie als Gegengewicht gegen alle Zurückfetzung ihr eigen zu nennen hat. Zu diefem nationalen Ehrgefühl wird dann aber auch gehören, daß nicht jedes moderne Gedanken Experiment, jede Laune eines modernen Gefdimacks in tinfere jüdifche Kulturarbeit hineinzupfufchen hat. Gewiß foll unfere Jugend vergleichen und abwägen. Aber es iß ein Mangel an Gefchmack wie ein Mangel an jüdifchem Ehrgefühl, jede moderne allgemeine Idee unferer Sache aufzufeürden, sie zum Vorfpann, zum Experimentierobjekt für alle möglichen Interessen und Ideen zu machen. Die nationale Idee hat vor allen anderen modernen Gedanken und Bewegungen in weitestem Abßand zu prävalieren. Wer fich einer fo gewaltigen Aufgabe, wie es die Neu^ €rfchaffung unferer Kultur iß, widmen will, der muß auf alle europäifchen Intereffen und Ehrgeize zu verzichten imßande fein. In der nationalen Arbeit allein finde er feine Befriedigung und fein Glück. Zu diefer nationalen Arbeit gilt es, unfere Jugend zu führen. Jede kleine Handlung für das Ganze hat ihren immanenten erzieherischen Wert. Worin auch nur eine Spur unferer Arbeit fieckt, das lieben wir als ein Eigentum. Nationalfondsbüchfen zu leeren, Gänge im nationalen Dienß zu machen, fchließlich auch eine Arbeit für jüdifche Wohltätigkeit, das kann kaum früh genug als Schulung in nationalen Pflichten unferen Zöglingen der nationalen Arbeit zuteil werden. Damit fie rechtzeitig lernen, fich ganz und gar, ungeteilt, für die jüdifche Sache einzufetzen. " . Lernt unfere Jugend, dies, wieder ganz fich für die eigene Sache einzufpannen und das ganze Leben aus der Perfpektive ihres innerlich ihr zu eigenen, felbfiverßändlichen Judentums zu betrachten, dann werden wir einen neuen Menfchenfchlag fchaffen, den jüdifchen Vollmenfchen, nach dem unfer aller Sehnen geht,- den Juden ungeteilt im Willen und im Fühlen. Einfi, in der Scheuklappeneinßellung eines liberalen Zeitgeißes, war es dem Juden möglich, Vollmenfch und Affimilant zugleich zu fein, denn damals fah er nicht, daß Judentum mehr iß als Religion und EtMk. Heute, wo das Natiönale und Allumfalfende des Jude^ seins \on uns wiedererkannt iß, gibt es nur einen Weg zur Ganz** heit und zum Glück: dies Judefein auch* ganz zu erfaffen und ganz auszuleben. Wenn man will: fich zu opfern. Richtiger: im Voll^ Erfaffen diefes Judefeins Vollmenfch und glücklich zu werden. Gelingt es unferen Jugendgemeinfchaften, folche Juden heranzuziehen, dann werden fie nicht nur jedem einzelnen und der Juden^ heit das Beße geben, was fie geben können, fie werden auch von allem, was den Juden^Namen führt, das Beße und Edelße zu fich heranziehen,- nationale Werbe- und Erziehungsgemeinfchaft in einem und im befien Sinne fein. Königsberg i. P. _______ ^r. Rofenßaum