Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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334 Rosen Baum, Über jüdifdi Gm^aiäi^s*B^iet|uflg An Deutfchland mit der riefenden Ofijudenheit geblieben iß/ während der Wiflende auch hier dasErgebnis heterqgenfier affimilierenderBinflüITe zu erkennen, imßande iß und lediglidi im allgemeinen und fiärkeren jüdifdien Willen das Anziehende und Vorbildliche zu erkennen vermag! In der Tat hat eine zweitairfendjährige Entwicklung unter den bbfonderlidifien Einflüflen des, Galuth immer nur in einzelnen Zentren und immer nur einfeitige Blüten getrieben, die gewifler* maßen nur einen Auslchnitt der denkbaren umfallenden jüdilchen Kultur darfiellen. Sie haben den jüdifdien Geiß lebend erhalten,, korinten vielleicht auch hier oder dort im Abfdiluß des Ghetto eine jüdifche Perfönlichkeit ganz erfüllen, mußten aber doch in der Entwicklung der Jahrhunderte fich immer wieder affimjlierende Ein* Hüffe der Außenwelt gefallen laßen und können vor allem einem, nach breiter Lebensentfaltung firebenden jüdifdien Geiße der Gegen* wart nicht mehr genügen. Jüdifcher Sinn des modernen Juden iß heute beßen Falles jüdifcher Inhalt in einem. allweltlicfaen Gefäß. Jüdifche Ganzheit kann dem einzelnen nur in einer alle Teile des Erlebens umfaflenden jüdifdien Luft zu Teil werden. Daher fireben wir ja letzten Endes nach unferem jüdifdien Lande, Dies Streben in Tätigkeit umgefetzt, iß unfer ganzes be* reditigtes Jude-Sein. Alles, was in diefem Streben, in diefer Willenseinfiellung nach Zion liegt, iß jüdifdi,- alles, was diefe Weg* riditung leugnet, iß unjüdifch, felbfi bei eifrigfier Betätigung in. Dingen der Judenheit. Diefer jüdifche Wille iß unferer Jugend an* zuerziehen und nach feinem Umfang und feiner Stärke der Erfolg . jeder jüdifdien Erziehung zu beurteilen. Was dann am Ziele diefer jüdifdien Willensrichtung gefchaffen wird, was uns alfo Erez*^ Ifrael zu Tage fördern, in jener jüdifdien Luft fprießen laßen wird, wird jüdifdi fein, und wenn es mit Ofijudentum oder aHen unferen heutigen Vorfiellungen von jüdifcher Zukunft nicht das geringfie zu tun haben wird. / Wer dächte nicht an das Erlebnis jenes jüdifchea Gelehrten, dem jede hebräifdie Neubildung ein Unding erfchien, bis er auf einer Reife nach Paläfiina das Recht zu hebräifdien Neubildungen drüben, in jener jüdifdien Luft, fühlte und anerkannte? Wir haben noch nicht die Möglichkeit, in jener jüdifdien Luft zu atmen, aber wir haben die Fähigkeit, für jenes Ziel tätig zu fein, das hier einzig wahrhaft Jüdifche: die Arbeit für Zion, uns zu eigen zu machen. Darum muß die Pflege diefes jüdifdien Willens, diefer Bereitfdiaft, alles in den Dienfi unferer jüdifdien Sache zu fiellen, die vornehmfie Aufgabe unferer Erziehungsgemeinfdiaften werden. Alle Streitigkeiten über die Frage der ^ionifierung unferer Jugendgemeinfchaften find belanglos. Wie fo vieles im Blau*Weiß, iß auch diefe Frage der Politifierung der Jugend aus dem Leben unferer Umgebung gegriffen und paßt nicht für unfere Verhältniffer. So wenig wie heute der Zionismus als Ganzes und begrifflich gedacht — Parteifache iß, ebenfowenig kann heute eine wirklich jü*- difche Erziehung anders als,zjonjfiifjzh fein.. /;