Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1919)
- Date
- 1919-02-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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332 Rosenßautn, Über jüdifdie Gemeinfdiafts«ErZiehung in Deutfchland des Bauern Arbeit zu unferem Kolonifationswerk. Aber diefe Naturverknüpfung kann nicht erwandert werden, nur erarbeitet wird fie zu eigen. Nidit im Herumfireifen durch Wald und Flur, nidit in der Pflege des Empfindungslebens iß Natürlichkeit zu er^ werben; fo fchaffen wir nur Träumer im Galuth, nicht Schaffende für Erez Ifrael. Aus der Arbeit allein wächß die Verknüpfung mit dem Boden, jener Tatfächlichkeitsfinn, den das praktifche jüdifche Leben von unferer Jugend fordert. Man gebe dem jungen Juden ein Stück Gartenland und lehre ihn, es zu bearbeiten! Man biete ihm die Freude an felbß** erarbeiteter Frucht! Man führe ihn zur Kleintierzucht und lafle ihn die Natur am eigenen kleinen, fich mehrenden Befitz beobachten! Kein Blau* Weiß fei ohne Landheim, kein Blau*Weißer ohne ein Stückchen eigenen Gartenlandes, ohne einen eigenen-Kaninchenfiall oder eine eigene Hühnerzucht. Im Landheim, das unweit der Stadt -liegen und am beßen einem jüdifchen Sportplatz, einer jüdifchen Villenfiedelung benachbart fein foll, verbringe er Ferien und freie Tage. Hat er erß einmal im kleinen irgendwie die Natur zu meifiern gelernt, dann wird er fie auf Wanderungen erkennend be^ obachten, dann erß wird fie ihm ein Eigentum werden. Was das Landheim im Sommer gibt, das foll in den Winter* monaten und in den knappen Freißunden der Woche das Stadt* heim ergänzen. Nichts fördert einen gefunden Tatfächlichkeitsfinn mehr, als das Handwerk. Hobelbänke, Papparbeitsfiände, Ex* perimentiertifche gehören in jedes Stadtheim, das wieder am beßen in Anlehnung an irgendwelche jüdifchen Vereinsräume zu fchaffen iß. <Die Schöpfung eines nationalen Gemeindehaufes in jeder Stadt muß unfere erfie Friedensaufgabe fein.) Durch die Erlernung eines Handwerks wird der junge Jude zu einer viel ßärkeren Verknüpfung mit den Dingen feiner Umwelt gelangen, indem er von felbß auf ihren Urfprung und ihre Entßehung geführt wird, So wird er ein viel tieferes Verfiändnis für die Schaffung eines jüdifchen Hand^ werks in Paläfiina erwerben, vielleicht felber für einen Beruf Neigung erhalten, der uns verloren gegangen, aber zu einer Er* neuerung des nationalen Lebens notwendig iß. Vor allem aber wird diese einfache Arbeit in Natur und Arbeits* fiätte, für die noch immer bei jeder Jugend unter verßändiger Anleitung Sinn zu finden war, aufräumen mit dem Elend mangelnder Jugend*' lichkeit, unter der heute wie zu Beginn jeder Blau-Weißbetrieb leidet. Wohlverfianden: diefe Arbeits-Erziehung foll keine conditio sine qua non werden, foll auch nicht mit einem Schlage das Wandern verdrängen, Sie wird diefem aber eine neue, natürliche Art geben. Und denen im Blau*Weiß, die am neuen Betriebe nicht teilnehmen wollen oder können, ihnen wird allein der Um* gang mit unferen jugendlichen Lehrlingen der Arbeit einen neuen Blick, eine neue Art der Wertung von Dingen und Menfchen zu teil werden lalTen. Denn felbß wenn auf diefe Weife eine Teilung