Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 4-5 (Oktober 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- – (sequence 88)
- Language
- German
- Belongs to
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298 Berichte; Oefterreicfr niftiSch gefinnt. Allein in einem ganz anderen Sinne als die früheren Genera* tionen erzogen, wird ihr befter Teil vor die unmittelbare Entscheidung ge* /teilt werden.; Ob die erwachsenen Zioniften, ob die Jugendführer in allen Lagern diefer Kraftprobe auf die jüdifche Jugend Öfterreichs gewachfen fein werden, kann nicht vorausgeSagt werden. Es kommt alles darauf an, ob jene und die Führer der Jugend verantwortlich und ftark genug fein werden, um eine Jugendemigration ein^ zuleiten. Sie waren bisher orthodox^zioniftiSch genug, und verleugneten ihren Glauben nicht. Das gereicht ihnen zur Ehre, aber auch zur Selbftverftändlichen: Pflicht, weiterzugehen. Die EntScheidungsfrift ift kurz, denn die Paläftinafrage wird für jeden Zioniften fogleich mit Friedensschluß Spruchreif. Bis dahin muß eine gefchlofTene, paläftinafiedelnde Partei in der Jugend Öfterreichs entftehen. Die Jugend muß nicht nur von fich, fie darf auch von den Führern fordern : Aufbruch! Die ganze bisherige Intenfität von Jugendarbeit und Jugendbewegung, muß in dem großen Zeitpunkte Größe gewinnen. Die Ideale der Körperftärke, der jüdifchen Vertiefung, der Charaktererziehung, der Sozialen Arbeit, der Opfer* bringung werden nun Leben gewinnen können. Voran fteht der Pioniergedanke, der bereits begonnen hat, fich in die Tat umzufetzen. Allerdings find die Mei* nungen und Strebungen noch geteilt. Die Überlegung fagt, daß die Schwierige keiten zahlreich, die Charakterftärke und Eignung feiten find, Alfo wird es nur ein kleines Häuflein fein. Diefe Erkenntnis ift Sehr wichtig. »Schear jafchub« ein Reit nur wird zurückkehren, fagt der Prophet JeSaia. Aber häufig find noch andere Meinungen zu hören. Einige rechnen mit ausreichendem Vermögen, um fogleich Selbftandige Bauern werden zu können. Dabei fürchten manche, die Entfcheidung könnte fich zu lange hinausfchieben und fie könnten gezwungen werden, unterdes fiter in ein Berufsleben einzutreten, das fie von der Überfiedlung abzieht Die meiften können die berufliche Vorberei* tung auf Palältina aufs Ungewiße hin nicht auf lieh nehmen. Alle jedoch, die fo pä^ltinazentrifch denken, find hoffnungsfreudig. Aber die Unwiflenheit von Führern und Geführten ift erfchreckend, worüber die heroifchften Vorfätze nicht hinwegführen können. Gewiß ift, daß die Situation der jüdifchen Jugend Ölterreichs, des Akade* mikers insbesondere, und derer, die es werden wollen, immer mehr zu einem engen Anfchluffe an die aufftrebende jüdifche Arbeiterschaft drängt. Ihre Pro* duktivierung gibt ein Beifpiel radikaler Sefbfthiffe, ihre Entziehung legitimifiert fich aus der anormalen Situation des zerfplitterten depofledierten Stadtjudenturrs. Nur mit ihr gemeinfam ift das nationale Erziehungs* und damit das gefamte Judenproblem kulturell und ökonomiSch lösbar. So wird eine innige Verbindung mit der jüdifchen Arbeiterjugend notwendig. Die jüdifchnationale Arbeiterjugend Steht in Oesterreich im poalezioniftiSchen Lager. Der »Jugendbund der Poale-Zion ift insbesondere über Galizien ver* breitet. Er ift zwar in Seiner GeSamtheit noch nicht hervorgetreten, aber Seine la* tente Kraft ift fehr hoch einzufchätzen. Der Ernft der Arbeiterführer diefer Ju* gend bürgt für eine verantwortliche Vorbereitung der Pionierfrage. Bisher hat der Bund Selbfterziehungsarbeit geleiftet. Er bemüht fich, den jugendlichen Ar* beiter klaflenbewußt zu erziehen, national zu vertiefen. Die Schwierigkeiten diefer Erziehungsarbeit find Sehr groß, da dieSe Arbeiterjugend Sehr früh ins Erwerbs* leben hineingeriflen wurde. Die Jugendführer des jüdifchen Arbeiters ftellen das Ideal der jüdifchen Arbeit als Forderung auf,- fie bereiten fich, wie eben jetzt der Paläftinaarbeiterfonds mitteilt, für eine Siedlungstätjgkeit vor. Die Bedeutung diefes Paläftinaarbeiterfonds für das gefamte jüdifche Problem reicht gegenwärtig an die Rolle des Nationalfonds heran. Die jüdifche Jugend braucht eine Nation nalftiftung die ihr die Überfiedlung und die jüdifche Arbeit im Lande ermöglicht.. Der Paläftinaarbeiterfonds könnte dies allgemein werden. So weift die Situation der jüdifchen Jugend Öfterreichs gebieterifch auf alle möglichen Akte der Selbft- .Befreiung, damit fie zu ihrer nationalen Aufgabe und EJrlöfung gelangen kann. Als deren vornehmlich fter Ausdruck muß aber der allgemeine, in einzelnen Starken fertige, in den. melßen nochtafteacte^nd Schw^ x