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Der jüdische Wille · 1918-10-01 · Heft 4-5 (Oktober 1918) · page 81

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 4-5 (Oktober 1918)
Date
1918-10-01
Page
– (sequence 81)
Language
German
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E'(friede Bam Bus, Möglichkeiten lanjdwirtfcfiaftl icher Betätigung 291 vielfeitigen Kenntnifle hinüberzugehen, möchte ich niemand raten. . Ich dachte mir, daß die Landpflegerin heute am Wochenbett fteht, morgen die Frauen Gemüfe anzubauen lehrt, im Herbft das Obß mit ihnen konferviert und fo unmerklich auf Geift und Gemüt unferer einheimifchen Paläftinenferinnen einen Einfluß gewinnt, der fich vor allem auf die häusliche Jugenderziehung erftreckt. Der gute Geift* einer Kolonie würde die Krankenpflegerin werden. An eine andere Gemeinfchaft wendet fich die Wanderfeßrerinr und zwar an die Jugend, an die Koloniftentöchter und ganz fpeziell an die jüdifche Arbeiterin in den verfchiedenen Arbeitergruppen und Jüchen. Der Arbeitsplan einer Wanderlehrerin wäre der, Fachkurfeabzuhalten, z.B.Kochkurfe, Geflügel, und Bienenzucht, Obft- und Gemüfebau. <Bei Gelegenheit muß fie Hygiene und Kinder* erziehung und andere Fragen fozialer. Art behandeln.) Jede Wandere lehrerin hat ihren beßimmten Bezirk, in dem fie jahrelang arbeitet. Sie fucht die Teilnehmer ihrer J<urfe dann in deren Wirkungsftätte auf und lieht, wie fie die erworbenen Kenntnifle in den Arbeits* ftüdien verwerten. Sie ftellt die Mängel in den durch fie angeregten und eingeleiteten Betrieben feft und forgt für deren Abhilfe. Sie. fchließt die Frauen zu Produktiv- und Konfumgenoflenfchaften zu* fammen. Es unterftehen der Wanderlehrerin etwa 10*—12 Kolonien oder Arbeiterküchen und ihre Wirklingsmöglichkeiten find fo große, x daß fie fich in diefem Rahmen hier nicht erfchöpfen laßen. Man kann auch mit einem gelernten Fach, wie nur Gartenbau und Tierzucht,, oder allein Haushalt grade als Wanderlehrerin tätig fein oder als Pädagogin Kindergärten neu beleben und gründen. Erft nach jahrelanger Arbeit im Lande follten wir, je nach Neigung herangehen, Arßeiterküchen zu übernehmen. An größeren und kleineren gefchloflenen Gruppen und Lehrfarmen übernehmen 6—8 Mädchen die Führung von Haus und Hof. Sie wechfeln fich ab in der Küche, bei der Kleintierzucht und im Stall und bauen Gemüfe an, um die Verpflegung abwechfelungsreicher zu. geftalten. Bisher arbeiteten derart nur frühere Kinerether Schülerinnen. Ich wüßte fofort für viele Frauen eine folche Betätigung. Das Ein* kommen ift gleich dem des männlichen Arbeiters. Allerorten werden fich Arbeitergruppen auftun und überall wird man die wirtfchaftliche Frau vermiflen. Die Arbeiter brauchen eine gute Küche und faubere Wohnräume, ihr Heim nach des Tages fchwerer Arbeit. Die Arbeit der Frau wird von niemand fo hoch eingefchätzt wie vqn den kommuniftifch lebenden Arbeitergenoflen, deren treue Kameraainnen oft unter den fchwierigßen Verhältniflen die Arbeiterinnen find, ohne grade nur Feldarbeit zu verrichten. Für all diefe Betriebe bedarf es der Vorbereitung. Es heißt in einem kleinem Betriebe den Über* blick zu gewinnen und haushalten zu lernen fich auf foziaie Gemeinfchaftsarbeit vorzubereiten und die hebräjfdhe Sprache in; dem .geiftigen Mittelpunkt zu ftellen. Für alle diejenigen aber, für die foziaie Volkserziehungsarbe;^:

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