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Der jüdische Wille · 1918-10-01 · Heft 4-5 (Oktober 1918) · page 64

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 4-5 (Oktober 1918)
Date
1918-10-01
Page
– (sequence 64)
Language
German
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274 Krojanfier, K. C.*G.eift können, doch nach Kräften herabzufetzen, In diefen Zufammenhang gehört es auch, wenn Tie fich von einem K. C.^er, der zurzeit in Paläftina weilt, fdhreiben laflen, daß die jüngeren Kolonilten, >>die alle Nationaljuden fein wollen und meift aus Rußland kamen, Phantaften, Nihiliften find, die mit ihrem Ideal Schindluder treiben..... Hier unten kann jeder Zionift, der das Hirngefpinft Nationaljudentum in fich trägt, geheilt werden, denn ihre Vertreter hier denken nicht daran,- kümmern fich vor allen Dingen nicht um die jüdifche Religion, ohne die das Ganze doch ein totgeborenes Kind ift ... . Jeden^ falls ift es das dümmfte, einen Pfennig nach Paläftina zu geben, der nicht deutfchen Juden oder deutfchen Chriften zufließt,- das follten auch die Chriften in Deutfchland fich fagen.« Das ift es, was der K. C. feinen Mitglieder über den neuen paläftinenfifchen Jifchub zu fagen weiß. Es erübrigt fich, auch nur ein Wort darauf zu er-- widern. Aber auch vom K. C. -Standpunkte aus dürfte fich eine Politik, die fich fo fehr von ohnmächtigem Grimme leiten läßt, daß Tie die Dinge nur mehr verzehrt fehen kann, über kurz, oder lang als -unklug erweifen. Und fchließlich helfen ihm alle diefe mißglückten Herabfetzungsverfuche nicht über die Notwendigkeit einer eindeutigen Stellungnahme zu dem zukünftigen paläftinenfifchenGemeinwefen hinweg. Aber aus der gewundenen und widerfpruchsvollen Art, in der fie fich fchließlich erklären, fpricht die ganze Halbheit des K. C. mit einer nicht zu überbietenden Klarheit. Da fie nämlich das religiöfe Judentum zu vertreten vorgeben, können fie fich anftands^ halber gegen die geiftigeirWirkungen eines jüdifchen Zentrums nicht ganz ablehnend verhalten. Da aber ftärker noch als die Liebe zum Judentum die Angft ift, in Deutfchland nicht für Vollgermanen zu gelten, muß dies Zentrum natürlich auf ein rein geiftiges und un^ körperliches befchränkt bleiben. Zu diefem Zwecke nehmen fie eine an fich ganz unmögliche Trennung zwifchen politifchem und kultu* rellem Zionismus vor,- fie entdecken plötzlich eine große Sympathie ausgerechnet für Achadhaam, und begrüßen feinen (von ihnen mißver ftandenen) Kultlirzionismus, durch den von Paläftina aus »ein be^ lebender Strom jüdifchen Geiftes fich ergießen und befruchtend auf die Juden aller Länder wirken« foll, »als eine fchöne Erfüllung«. Allere dings bedarf es feitens des Zionismus »einer offiziellen unzweU deutigen Erklärung, die unter Verzicht auf jede politifche BetätU gung im Sinne der Schaffung eines eigenen autonomen Staates lediglich freie Anfiedlung von Juden in der türkifchen Provinz Pa^ läftina unter türkifcher Staatshoheit erftrebt«. Diefem Zukunftsbilde gegenüber hat der »politifche Zionismus« die ganze Schärfe ihrer Ungnade zu fühlen: »Ein jüdifches Staatswefen in Paläftina hat mit uns Deutlchen, die wir der Religion nach Juden find, wenn wir vom Religiöfen abfehen, innerlich fo wenig zu tun wie Ägypten oder der Staat der Abelfinier.« Wir wollen hier nicht davon fprechen, daß diefe plötzliche Vorliebe für Adhad Haam, der bekannt^ .lieh auch das Wort von der äußeren Freiheit und der inneren

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