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Der jüdische Wille · 1918-10-01 · Heft 4-5 (Oktober 1918) · page 63

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 4-5 (Oktober 1918)
Date
1918-10-01
Page
– (sequence 63)
Language
German
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Kröjanfter, K. C>Geift 273 um Neubelebung feines erftarrten Geiltes für ernft nimmt Daß* zur Zeit folche Bemühungen im K. C, foweit er jüdifch interefliert ift <man muß das immer hinzufetzen, denn bei ernfthaften Ausein^ anderfetzungen hat man immer nur mit einem Teil der K. C.^er zu tun) — daß foldhe Bemühungen im Gange find, kann nidit ge^ leugnet werden. Der Bericht des K. C.-Tages hebt hervor, daß »eine Vertiefung der Arbeit . . . mit Rückficht auf das Gefamt^ Verhältnis des Judentums wie auch auf die Empfindungen der ein-* zefnen, die im Kriege mancherlei Wandlungen durchgemacht haben, gefordert« wurde. Mit Rückficht auf die Gefamtverhältnifie des Judentums , . . das heißt offenbar,, daß die Ausficht auf Verwirk* lkhung des bisher als Utopie verfpotteten Zionismus den K. C. zu einer etwas ernfthafteren und belfer begründeten Auseinanderfetzung zwingt, als er fie bisher beliebte. Und: mit Rückfidit auf die ge* wandelten Empfindungen der Einzelnen \ . . Das ift offenbar das Eingeftändnis, daß die bisherige Einftellung der entfdieidenden Stich* probe nicht ftandgehalten hat und daß felbft wetterfeße Illufioniften> zu einer Betrachtung der Dinge, wie fie find, genötigt wurden. Wie unmöglich aber die Löfung des von außen und innen drän* genden Problems auf der Grundlage des K. C.JProgramms ift, er* gibt ein Blick auf die Erörterungen, die in den K. C.*Blättern über diefen Gegenftand gepflogen werden. Da ift zunächft die Stellungnahme zum Zionismus*). Die Ausficht auf feine Verwirklichung bringt die K. C.*er in eine fchwie* rige Lage, die nicht leichter dadurch wird, daß fie uns unfere Schwierige keiten fpaltenweife vorrechnen. Schließlich werden fie einer Aus* einanderfetzung nicht enthoben, wenn fie immer wieder mit einer fewiffen Schadenfreude, die wir ihnen als einziges Glück in ihrem Inglüdt gern gönnen, darauf hin weifen, wie peinlich es für deutfehe Zioniften fein müfle, die Verwirklichung ihrer Ziele durch England erreichen zu follen. Obfchon noch garnicht erwiefen ift, daß Eng* land allein das letzte Wort betreffs Paläftinas zu fprechen haben wird, und obfchon auch'die deutfehe Regierungserklärung die zioni* ftifchen Beftrebungen ausdrücklich anerkennt, können die K. C.*er ihrer bewährten Methode, päpftlicher zu fein als der Papft und aus Mangel an Argumenten unfere vaterländifche Gewinnung zu ver^ dächtigen, auch diesmal nicht untreu werden. Mit einem gewifleß Behagen verweilen fie auch bei den ungünftigen wirtfdhaltlichen Aus* lichten, die Paläftina ihrer Vorausficht nach bietet. Da wir uns aber inbezug auf Paläftina niemals Illufionen hingegeben haben wie etwa der K. C. inbezug auf den Antifemitismus, können fie uns zwar über die wirtfehaftlichen Möglichkeiten des Landes nichts Neues lagen, verraten aber damit ihr Beftreben, eine für die Zukunft des¬ Judentums entfeheidende Sache, wenn fie fie fchon nicht hindern. *> Zugrunde gelegt ift de* Auffatz »Die jüdifche Internationale« vom Erwin Seligmann K. C.^Blätter vom Januar^Februar 1918.

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