Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 4-5 (Oktober 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- – (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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Kro/antier, K. C.^Geift 271 des K. C betrachten, für den es offenbar nicht gerade klug war,- bei feiner bewußten Nachahmung der deutfchen -Studentenfchaft fich vorwiegend den Formen jenes feudalen Korpsßudententums anzu=- gleichen, das nach diefem Kriege eine Umßellung nicht ganz wird vermeiden können, Aber all dies ruft unfern erbitterten Wider- Ipruch erß durch den Umßand hervor, daß die gefamte veröffent^ lichte Feldkorrefpondenz eines jüdifchen Kartells fich in dielen ange^ deuteten Zügen reftlos erfchöpft. Vor mir liegen die K. C.-Blätter feit dem Januar 1918, und in ihren Feldbriefen iß von jüdifchen Dingen nur einmal da die Rede, wo ein durch Warfchau kommender K. C.^er einen »interelfanten Einblick in das Judenviertel« nahm. Seine »Eindrücke waren erfchütternd, ohne Lichtblick«. Und er fügt hinzu, was man über die gefamte jüdifche Betrachtungsweife des K. C. als Motto fetzen könnte: »Es war nur ein oberflächlicher Einblick in die Tiefe«. Wenn ich Tage, daß in den Feldbriefen, faß eines Jahres jüdifche Dinge nur an diefer Stelle erwähnt find, werden die K. C.^er widerfprechen und auf einen Brief verweilen, in dem von der feierlichen Begehung des Weihnachtsfeßes ausführlich. gehandelt wird. Da fieht auf S. 991 wörtlich:».....ich hatte für Bier, Tannenbaum und Schmuck geforgt, und fo war die Stirn* mung da. Vorgeßern und gefiern befuchten uns die Geißlichen,- und der katholifche Pfarrer hielt eine wirklich zu Herzen gehende Weihnachtsrede. Die Weihnachtslieder kann ich jetzt belfer als die alten Heidelberger Lieder.« Der Humor, der darin liegt, daß ein jüdifcher Verband, der fo etwas als Probe feines Geißes und feiner Erziehung unter Auf ficht eines Rabbiners für die Öffentlichkeit drucken läßt, fich uns gegenüber als die Vertretung des religiöfen Judentums auffpielt, kann unfere ungetrübte Heiterkeit leider nicht finden, da uns dazu die jüdifche Sache zu nahe geht. Tatfächlich fpricht aus diefen Briefen der Geiß des K. C. in ungefchrninkter Wahrhaftigkeit. Es ergibt fich aus ihnen, daß die K. C.^er durchweg fehr liebe, brave und vielleicht auch gebildete Menfchen find, mit denen man fich zweifellos in allen Fragen aufs. beße verßändigen kann, daß fie aber für jüdifche Dinge in ihrer Mehrheit nun einmal kein Interelfe, weil keine inneren Beziehungen zu ihnen, haben. Für diefe Mehrheit iß tatfächlich das Judentum in dem Schmerz über die Schwierigkeit in der Erlangung der Achfelftüd^e befchlolfen. Und fie mögen ihren geifiigen Führern dankbar fein, daß fie aus diefen Empfindungen ein Syßem gemacht haben und es in jedem Heft der K. C.-Blätter verteidigen, aber im Grunde find ihnen diefe theoretifchen Ausführungen ficherlich fehr gleich-, gültig. Während die Aufgabe der fogenannten Führer bei uns darin beßeht, zu Ausdruck und Wirkfamkeit zu bringen, was noch den letzten Fuxen bis in alle Fafern erfüllt, iß es Sache der führenden K. C.-er, eine im ganzen an jüdifchen Dingen uninterelfierte Menge geißig zu decken. Und das ßellt fich auf der durch das K. C.^Programm gege--