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Der jüdische Wille · 1918-10-01 · Heft 4-5 (Oktober 1918) · page 59

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 4-5 (Oktober 1918)
Date
1918-10-01
Page
– (sequence 59)
Language
German
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269 treten. Und da wird man es verftändlich finden, daß wir nun nach dem Vorausgegangenen es uns nicht an der Auseinanderfetzung mit dem K. C. genügen lallen, die jeder hier geäußerte Gedanke bereits durch fich felbft bedeutet, fondern wenn wir uns darüber hinaus in fehr unmittelbarer Form mit ihm befallen. Uns kommt es dabei nicht darauf an, die K. C.-er als Menfchen herabzufetzen, föndern nur darauf ihre jüdifche Tendenz immer wieder vor. das Forum unferer Anfchauung zu zwingen und fie endlich zu veranlagen, fich uns ftatt der perfönlichen Fehde fachlich zu (teilen. Und wenn fie wirklich fadilich erwidern und uns dadurch ermöglichen werden, auch ihnen wieder auf gleiche Weife zu begegnen, dann wird, mag auch Hieb auf Hieb folgen, das Wort von dem »häßlichen Schaufpiel«/ das der Öffentlichkeit durch den Kampf zweier jüdifchen Organifationen gegeneinander geboten wird, für jedermann leicht als die Phrafe erkenntfidi fein, deren man fich bedient, wenn man ftatt der fachlichen Erwiderung Demagogie treibt. Denn keine Art von Verftändigungsgemeinfchaft und keine Milde der Form kann über die Kluft hinwegtäufchen, die uns in jüdifchen Dingen nun einmal trennt. Und daß der daraus remitierende Kampf ausgetragen, ftatt vertufcht/ daß die Pofitionen markiert, ftatt verwifcht werden, mag als ein »häßliches Schaufpie!« denjenigen erfcheinen, die fich gewöhnt haben, fich felbft nur mit den Augen einer feindlichen Umwelt zu fehen und ihr Verhalten, nach deren Urteil zu richten. Andere werden aus diefem Kampf, der doch immer in der Sad^e feine Wurzel hat, den Schluß viel eher auf ein lebendiges Wollen und die Unerfchütterlichkeit einer Überzeugung ziehen. * * * Ein der natidnaljüdifchen Jugendbewegung gewidmetes Heft gibt den beften Rahmen auch für die Behandlung des K. C. ab. Er wirkt hier durch die Kraft des Gegenfatzes,- er ift der eintönige und unveränderliche Hintergrund, auf dem fich um fo farbenkräftiger und lebendiger die jüdifche Jugend darftellt, die fich heute in Wahr^ heit als folche bezeichnet und deren Merkmal die Bewegung ift. Der K. C, aber hat auf Jugend und Bewegung längß verzichtet. Bei ihm fpürt man wahrhaftig nichts von der Glut junger Menlchen und der bewegenden Kraft einer Idee. Wenn er in einer Polemik gegen uns die für eine Jugendorganifation fchon an fich bedenkliche Tatfache, »die Änfchauungen der großen Mehrheit der deutfchen Judenheit« zu vertreten, gar als Argument benutzt, dann liegt darin der ganze Gegenfatz zu uns, die wir gerade in dem Kampf gegen diefe fchwunglofe und entjudete Menfchheit Anfporn und Kraft finden. Neidlos laffen wir ihm diefe Mehrheit, denn wir wiffen, daß hinter ihr eine neue Jugend herauffteigt, die von anderem Geifte befeelt ift, und daß der K. C. mit dem Dahinfchwinden jener älteren Generation, als deren Vertretung er heute auftritt, auch felbft feine

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