Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 4-5 (Oktober 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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Arwfteiit, Hapoel Hazair 267 Wahrung der hiftorifchen Kontinuität, um der Neubelebung der hebräifchen Kultur willen, die fich niemals hinreichend werden vom Klaffenkampfftand* punkt aus begründen lallen, muß der Hapoel Hazair den marxiftifchen So* zialismus ablehnen. Nicht eine Folge der wirtfchaftlichen Lage des jüdifchen Volkes im Gallith ift der Zionismus, fondern die Flucht aus unferem nationalkulturellen Elend, die Weiterführung der hiftorifchen Kontinuität mit neuartigen Mitteln. Der Sozialismus ift ein Glied in diefem fynthetifchen Aufbau, weil von der intenfiven Auswirkung des volksfozialiftifchen Gedankens in allen Klaffen der Bevölkerung das Erwachen der Verantwortlichkeit jedes einzelnen für das Schickfal der Volksgemeinfchaft zu erwarten ift, weil die auf das Eigentum %zgründete Machtftellung das Emporquellen der kulturfchöpferifchen Kraft des wirklich Werte fchaffenden Volkes hindert, und weil erft der lebendige Menfch, der foziafe Menfch auch der heften Kolonifationsmethode ihren Inhalt gibt. Diefe in Paläftina kriftallifierten Gedanken des HapoeU Hazair haben bereits begonnen ihre Wirkung im Galuth auszuüben. Vor allem find es die «Zei're- Zion« in Rußland, die im Laufe der jüngften Zeit aus einer zioniftifchen Jugend* Organisation zu einer großen politifchen Partei geworden find, einer Partei, die fich auf alle arbeitenden Elemente des jüdifchen Volkes ftützt. Auf der Moskauer Konferenz im Juni 1917 waren 40000 organifierte Mitglieder vertreten, darunter 42u/0 Arbeiter. Welchen Gefichtspunkt die Teilnehmer an diefer Konferenz auch immer in den Vordergrund fchoben, ob fie mehr die wirtfchaftlichen oder mehr die national*ethifchen Momente betonten, alle waren fich darin einig, die unverzügliche Umfchichtung möglichft breiter Kreife des jüdifchen Volkes in landwirtfchaftliche Berufe in Wort und Tat zu fördern. Die Zeire^Zion Richen und finden dabei Rüdshalt bei allen jungen Juden aus der breiten Maffe des Volkes, die die nötige Spannkraft für die aktive Teilnahme an einem nach Paläftina orientierten Leben aufbringen. Sie betonen /tändig das Primat des Zionismus denen gegenüber, die den TagesbedürfnilTen und Zufälligkeiten der Lage der großen Maffe nachgebend, es verabfäumen. den Zionismus in der hiftorifchen Vergangenheit unteres Volkes zu verankern, die ihn nicht zur fubjektiven Lebensfrage jedes einzelnen machen, die fich nicht die Aufgabe ftellen, durch die Hebräifierung die Bahn für eine neuwerdende, fchöpferifche, jüdifche Ki;f arleiftung zu bereiten. Aber auch gegen jene muffen fie fich abgrenzen, die da glauben, die zioniftifche Entwidmung und Ausreifung der jungen Elemente aus den arbeitenden Schichten des Volkes, das Aufblühen des fchöpferifchen Volkswillens könne fich anders als in den Formen einer fozialiltifchen Volksgemeinfchaft vollziehen. Diefe-Verlebendigung der fchlummernden Kräfte der Nation fuchen der Hapoel Hazai'r und die Zeire^Zion durch die Schaffung einer von wahrhaft kameradfchaftlichem Geilt getragenen »Hechaluz«^Gemeinfchaft zu erreichen. Jeder einzelne der Chaluzim hat für fich die Entfcheidung dahin getroffen, fein Schiddal an Paläftina zu knüpfen, jeder einzelne weiß fich als Mitträger der Idee einer radikalen Ent^ faltung der hebräifchen Sprache. Und diefe Gefinnung, die fich ftets der Verantwortung jedes einzelnen für das Schidtfal des ganzen Volkes bewußt ilt, fteigert über alle Parteiprogramme weit hinaus die Gemeinfchaft zum Erlebnis eines im tiefften Grunde fozialiltifchen Geiftes. Seit kurzem gibt es auch in Deutfchland unter der zioniftifchen Jugend eine Strömung, es ernft zu machen mit der beruflichen Umfchichtung. Diefer durch die Natur der Dinge ganz belbnders gefährdete Vorpolten des jüdifchen Volkes erhält^ in feinem Kampf um das jüdifche Sein eine ftarke Stütze in einer extrem=paläftinazentrifchen Orientierung einer möglich!! großen Zahl junger Juden. Doch erft die vollkommene Erlernung der hebräifchen Sprache gibt ihnen ein Mittel an die Hand, um aus der Ifolierung, in der fie fich der zioniftifch^aktiven Jugend des Oftens gegenüber befinden, herauszukommen. Zwar ift auch dort alles noch im Werden, und das Wenige, was aus den Notwendigkeiten des nationalen Aufbaus in Paläftina geboren, fich bereits als Beginn einer Verwirklichung bezeichnen läßt, ift in den Ideen des Hapoel Hazair verkörpert Des^ halb gerade muß die zioniftifche Jugend Deutfchlands beftrebt fein/durch perfön^