Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 4-5 (Oktober 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- – (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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■Kofier, Pro&nmmrUifches und Methodifches über den HerzUBund 26 i «durchaus nicht die Schwierigkeiten, die (ich für den deutfchen Juden in Polen, Littauen ufw. ergeben. Im Gegenteil: Wir betrachten die Dinge recht nüchtern und find. uns der großen Hemmungen bewußt. Aber wir fehen in einer wenigftens zunächß betrachtenden, feß^ ßel(enden und informierenden Tätigkeit über die fozial^ökonomifchen Verhältnifle im Oßen einen Fortfehritt gegenüber der Ahnungslofigkeir, die bisher vorherrfchte,) Den zionißifchen Banken "hoffen wir .fowohl für ihre Organifation im Galuth wie für ihre Tätigkeit in Paläßina Mitarbeiter und Berater zur Verfügung zu Bellen. Auch für die Verwaltung des Nationalfonds hoffen wir einige Kräfte heranzubilden. Ein ganz befonders fruchtbares Arbeitsfeld glauben wir aber auf dem Gebiet der Verwaltung zu finden. Schon heute kann die zionißifche Organifation kaufmännifch gefchulter Besamter nicht entraten. Auch Paläßina mit feinem Netz von Genoffenfehaften und Syndikaten wird' folcher Menfchen in hohem Maße bedürfen. Wir glauben gerade, daß hierin die deutfchen Juden, — und unter diefen befonders die Kaufleute, — Wefentliches werden leißen können. Es iß hier nicht die Stelle, alle Sonderaufgaben des HerzMBundes aufzuführen. Viele Dinge, befonders das Problem der fozialen Arbeitsgemeinfchaft, find mit Abficht nicht erwähnt worden. Es folfte hier überhaupt nur gezeigt werden, daß wir in der Spezialifierung der Arbeiten deswegen eine Notwendigkeit fehen, weil wir mit unferen Kräften nicht unökonomifch umgehen wollen. Wir fehen in einer ökonomifchen Menfchen Verwertung eine der wefentlichßen Aufgaben jeder fozialen und nationalen Gemeinfchaft. Auf welchem Wege kommen wir zur Löfung unferer Aufgaben? Bedeuten fie nicht eine Verbeugung vor der ökonomifchen Welt? Keineswegs. Unfere Erziehungsmethoden gehen vom Menfchlichen aus,- fie erfüllen den jungen Menfchen mit fittlichen und nationalen Werten und geben ihm einen fozialen Fundus mit. Die Gefchichtskurfe klären in unferen jungen Leuten den Sinn für das Werden der Dinge. Andere Kurfe vermitteln ihnen die Kenntnis des Landes Paläßina und der Lage uhferes Volkes. Die Entwicklung des Zionismus demonßrieren Kurfe über den Kongreßzionismus. Volkswirtfchaftliche Kurfe und fortlaufende Referate über die Wirtfchaft Paläßinas und des Orients unterrichten fie fachlich über ihre Aufgaben. Daß hebräifch gelernt wird, daß die Literatürwerte des Volkes <von der Bibel bis zu Berditfchewsky, Buber und Achad Haam) vermittelt werden, daß die Feße gefeiert oder zum mindeßen zum Bewußtfein gebracht werden, diefe Dinge lind faß zu felbßverßändlich, um ausgefprochen zu werden. Wandern, Turnen und Sport werden feit Beßehen des Herzl-Bundes aufs eifrigfie gepflegt. Jenfeits diefer Beßrebungen hat fich die Bundesbrüderlichkeit prächtig bewährt: als eine Bindung in der Freiheit. Ohne daß die Solidarität und die Disziplin überfpannt würden, herrfcht in unferen IReihen ein feßes, ehrliches Zufammengehörigkeitsgefühl. Wir ver-