Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 4-5 (Oktober 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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260 Koßer, Programmatisches und Methodifches über der HtrzUBxmd' Auf gleicher Grundfage waren in Hamburg und Halberftadt inzwifchen HerzUClubs entftanden, mit denen zufamrnen Ende 191Z das Kartell des HerzlJBundes begründet wurde. Diefer umfaßt heute heben Clubs <außer den genannten Breslau, Hannover, Coli* und Pofen). Er wurde aufgebaut in engfter Anlehnung an die Prinzipien der beftehenden ftudentifchen Korporationen. Die Organifation, wie Bundesbrüderlichkeit, die Art der Aufnahme und die Einreihung der Mitglieder) waren nicht nur dem Namen, fondern auch ihrem inneren Wefen nach bewußte Nachbildungen des B.J, C. und des K. Z. V. Wir empfanden es wohl, daß der deutfche Zionismus an einer einfeitigen akademifchen Überfpannung litt, obwohl er auch den Akademikern lehr viel verdankt, wir wollten jedoch nicht das Kind mit dem Bade ausfchütten, fondern unter Anwendung^ der übernommenen Formen einerfeits in neuen Kreifen für den Zionismus werben, andererfeits innerhalb der Organifation erkannte Fehler befeitigen und gegebenenfalls neue Methoden anwenden. Das Programm verfuchte man auf dem Erften ordentlichen Bundestag im Dezember 1913 zu vertiefen. Die Hauptfache war: man wollte durch praktifche Arbeit die Dinge reifen laflen. Die damalige Behandlung des Programms, die Art und Weife der Betrachtung der Aufgaben des Herzl^Bundes empfinden wir heute vielfach als unzulängltch, wie die gefamte zioniftifche Arbeit in Deutfchland um diele Zeit, als Kampf und Konkurrenz fehlten. Daher fand uns der Kriegsbeginn noch auf demfelben Punkte wie bei der Gründung des HerzUBundes in Halberftadt. In der Formulierung des Programms und der Methoden waren wir nicht über die fchwachen Anfätze einer inneren Entwicklung hinweggekommen. Die erften Kriegsjahre mit ihren Irrungen und Wirrungen verboten erß recht jede Weiterung und Vertiefung der Ziele und Methoden. Erft als all dies überftanden und die erften Entladungen erfolgt waren, begannen jene Beftrebungen, die wir für die Entwicklung; des HerzWBundes als entfeheidend bezeichnen können: die Sonderaufgabe in der zioniftifchen Organifation, am jüdifchen Volk wurde erkannt. Es genügt nicht, Vorftandsmitglieder für eine Ortsgruppe oder einen Turnverein heranzubilden, fondern es gilt, Menfchen,, Zioniften zu erziehen, die auf Grund ihrer Erfahrungen und ihres Willens und vemöge ihres Berufes erfolgreich innerhalb und wenn notwendig auch außerhalb der zioniftifchen Organifation wirken können. Man fieht leicht ein, wo diefe Aufgaben liegen, nämlich auf dem ökonomifchen und fozialen Gebiet. Die Arbeit im Galuth wie der Aufbau in Paläftina verlangen nicht nur Männer, die den Boden bebauen, fondern auch folche, die die Erzeugnilfe des Bodens verwerten helfen und das Rückgrat für das wirtfehaftliche Lebe« bilden. Die Pofitionen im Galuth erfordern in ganz befonderen Maße Menfchen mit wirtfehaftlichen Fähigkeiten. (Wir überfehen dabei die inneren Stützen des neuen