Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 4-5 (Oktober 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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230 Hofdfieim, Das K. f. V, des wirtfdhaftlidhen Aufbaus Paläßinas tätig fördernden Anteif. zu nehmen. IV Wenn ich den Fuxenunterricht als unfer wefentlichßes Er^ * ziehungsmittel bezeichnet habe, fo iß damit gefagt, daß vor allem durch ihn, durch die fyfiematifche Darlegung der jüdifchen Probleme und Tatfachen, unferen jungen Bundesbrüdern das Judentum als ein ungeteiltes Ganzes und der Zionismus als eine einheitliche Lebensanfthauung dargefiellt wird. Das geißige Erkennen der Zufammen^, hänge bewirkt, daß alle diejenigen, die infolge einer andiersgerichteten Erziehung und ungünfiiger Einflüfle von ihrem Judentum, nichts wußten oder nichts wiflen wollten, zu ihm zurück finden und die tiefe Verbundenheit mit ihrem Volke fpüren,- daß fie be^ greifen, daß ihr Menfchentum unlöslich mit ihrem Judentum verknüpft iß und die proportionale Entwicklung ihrer perfönlichen Fähigkeiten nur auf der Grundlage nationalen Empfindens und nationalen Bewußtfeins möglich iß. Die fundamentale Bedeutung der wiflenfchaftlichen Fuxenausbildung beßeht ferner darin, daß hier der Unterbau für die unbedingt erforderliche Politifierung ge* fchaffen wird: Nichts wäre jedoch verkehrter als die Annahme, die geißige Ausbildung bilde den allein entfcheidenden Inhalt eines Verbindungs^ semeßers. Das K. J. V. iß keine Schule, und eine Verbindung kann in einem Semeßer ebenfo unter einer Vernachläffigung des geißigen Elements, wie unter einer übergroßen Befchwerung leiden. Es foll hier nicht der natürliche und zutreffende Gelichtspunkt geltend gemacht werden, daß junge Menlchen, die eben der Schulbank entronnen find, das nie wiederkehrende Glück jugendlicher Freiheit und Unbekümmertheit genießen wollen und nichs abfurder wäre, als fie in einen Lernzwang einzufpannen und von des Gedankens Bläfle ankrähkeln zu laßen. Es fei vielmehr vorwiegend darauf hingewiefen, daß gerade unfe're jücfifcße Erziehung fich nicht im Rahmen eines Lehrplanes gefialten kann. Gerade weif wir eine geißige Ge~ meinlchaft find, weil eine Idee uns aneinander kittet, iß es nicht rtotwendig, die Forderung des reinen Lernens zu überfpannen. Wenn wir wandern, Sport treiben und gefellig verkehren, fo gefchieht dies nicht nur aus felbfiverfiändlichen Gründen, fondern auch weil wir in diefen Formen des Zufammenlebens ein ungemein wichtiges Er* ziehungsmittel erblicken. Dadurdh daß nicht beliebige andere Menfchen, fondern Zionifien fportlich oder gefellig zufammenkommen, iß die jüdifche Note von felbß gefchaffen. Durch den engen Zu* fammenfchluß von gleichgefinnten Menlchen, dadurch daß fie mit*' einander nicht nur arbeiten, fondern auch leben, entßeht tinfere K. J. V,-Atmofphäre. Was bei manchen der Fuxenunterricht, der' vorwiegend an den Intellekt appelliert, nicht bewirken kann, erreicht die Korporation durch ihr eigenes Milieu. Der Zionismus iß keine: