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Der jüdische Wille · 1918-10-01 · Heft 4-5 (Oktober 1918) · page 19

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 4-5 (Oktober 1918)
Date
1918-10-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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HofJfoint, Das K. J. V. 229 Die Kenntnis der zioniftifchen Gefchichte wird fchon um deswillen, ftets von hödfifter Bedeutung fein, weil nur durch fie die heutige Lage der Bewegung in politifcher/ geiftiger und kolonifatorifcher Hinficht überhaupt begriffen werden kann. Grade jetzt, wo die politifchen Erfolge der Kriegszeit uns die Verwirklichung unferes Traumes in greifbarfte Nähe gerüdtt haben, wo andererfeits die Synthefe des politifchen Zionismus mit den Kulturideeh Adiad Haams reftlos vollzogen ift und in den Köpfen der jüngften Generation als Axiom feftfteht, erlangt die gründliche Kenntnis der zioniftifchen Vergangenheit befondere Bedeutung. Unfere Jugend muß eine Ahnung davon bekommen, welch ungeheure geiftige Kämpfe unfere Bewegung hinter fich hat, wie die heute unbe^ ftrittenften Fragen Gegenftand der leidenfchaftlichften Diskuffionen waren und warum fie es notwendig fein mußten. Die geiftige Einteilung der Herzlichen Zeit muß ihr begreiflich werden, damit fie ein perfönliches Verhältnis zu unferem Führer erlangt und : nicht nur das damalige Stadium der Bewegung als eine überwunderte Zeit betrachtet. Aber nicht nur um der perfönlichen Bereicherung willen, die der einzelne durch die Kenntnis der. zioniftifchen Gefchichte erfährt, muß diefe einen wefentlichen Lehrgegenftand bilden, fondern natür^ lieh auch wegen der praktifchen Notwendigkeit. Die Erziehung tinjerer Leute zu Zionißen, die nicht nur gewillt, fondern auch fähig find, unfere Sache überall zu vertreten, erfordert ein gewilfes, nicht allzu begrenztes Maß von zioniftifchem Witten. Außer der, Ge^ fchichte des Zionismus ift natürlich die Kenntnis der zioniftifchen Organifation, der zioniftifchen Inftitutionen, der Paläfiina- und Golus* arbeit erforderlich. Grade die praktifchen Paläßinafragen werden in Zukunft eine erhöhte Bedeutung erlangen und eine nähere Be* fchäftigung mit ihnen iß dringend erforderlich. Der Fuxenunterricht wird, da er auf die theoretifche Schulung das Hauptgewicht legen muß, aus Zeitmangel die praktifchen Fragen unterer nationalen Politik häufig nur kurforifch behandeln können. Dies fchadet nichts, da, wie erwähnt, mit der Fuxenzeit die Kojrpo* rationserziehung durchaus noch nicht abgefchloflen iß. Grade pölitifche und kolonifatorifche Probleme lalfen fich belfer in einem Kreife von Menfchen behandeln, die bereits über ein gewilfes Maß von wiffenfchaftlicher Vorbildung verfügen. Einige unferer Verbindungen haben zur Zeit ein Paläßinafeminar eingerichtet, innerhalb deflen die Landarbeiter^, die Genoffenfchafts^, die Araber-, die Verkehrsfrage etc. auf Grund eines eingehenden Referates zur Erörterung ge^ langen. Ein befonderer Zweck des Seminars befteht darin, daß die einzelnen fich hierdurch zu einer intimen Befchäftigung ' mit SpeziaU fragen genötigt fehen und befonders brauchbare Arbeiten dem vom Präfidium des K. \ V. eingerichteten PaläßinarelTort bezw, dem E. A. C. übergeben werden können. Wir wilfen, daß es weit mehr als bisher unfere Aufgabe fein muß, an den vielfältigen Problemen

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