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Der jüdische Wille · 1918-10-01 · Heft 4-5 (Oktober 1918) · page 18

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 4-5 (Oktober 1918)
Date
1918-10-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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228 HoMeim, Das K. J. V. fiimmten Schemas feßzulegen. Dies würde praktifchr dodh niemals, erreicht werden können, vor allem jedoch wären bindende Inßruktionen dem Sinne des Unterrichtes widerfprechend, der nur bei indjk vidueller Geßaltung Erfolg haben kann. Eine fyfiematifche Er* örterung aller Fragen iß aber auch im Rahmen des Fuxenunterrichtes völlig unnötig. Die Erziehung iß mit der Fuxenzeit keineswegs abgefchlolfen, und unfer Erziehungsideal liegt nicht in der Linie des größtmöglichen Willens. Es ift als lieber anzunehmen, daß lieh die erften Friedens* kartelltage mit der Frage des Fuxenunterrichtes eingehend befaßen und vermutlich zu einer Neuregelung seines Inhalts und fomit zu einer neuen Syfiematifierung kommen werden. Die Erlebniffe der Kriegszeit, die ungeahnte extenfive und intenfive Entwicklung des Zionismus werden es uns, .wie in unferem Korporationsleben überhaupt fo fpeziell im Fuxenunterricht, nicht möglich madi,en, da wieder anzufangen, wo wir vor dem Kriege ftehen geblieben find. So fcheint uns z. B. die Befchäftigung mit der Theorie und der Gefchichte der antifemitifchen Bewegung erheblich an Bedeutung verloren zu haben gegenüber der Fülle pofitiv-jüdifchen Stoffes,. den uns die Entwicklung unferer nationalen Politik aufdrängt. Auf jeden Fall wird nach wie vor der Unterricht eine Theorie des Zionismus, eine Darßellung der Gefchichte der zioniftifchen Bewegung und eine Erörterung der politifchen und organifatorifchen Fragen des Zionismus enthalten müffen. Was unter zionißifcher Theorie zu verßehen iß, braucht wohl nicht näher erläutert, zu werden. Es iß, in einem Satze formuliert, die Frage: Warum ergibt fich aus der gegenwärtigen Lage des jüdifchen Volkes die Notwendigkeit des Zionismus, warum entfpricht die Paläßinaidee einer .gefchichtlichen Theologie? Eine Syfiematik in die Fülle von Problemen nnd Tatfachen hineinzubringen, das Wefentliche vom Unwefentlichen zu unterfcheiden, wird Sache des Kursleiters bezw. eines neuzufchaffenden Syßems fein. Sicher iß, daß die objektiven Urfachen aufzuzeigen find, die zur Neukönzeption der alten Zionsidee geführt haben, d. h. daß die Gefchichte feit Möfes Mendels* fohn in großen Zügen, immer unter dem Gefichtswinkel der Affimilation erörtert, die Erfcheinung der Maffentaufen hifiorifch erklärt, eine kurze Darßellung, der Neuorthodoxie und des Liberalismus gegeben und die gegenwärtige wirtfehaftliche und kulturelle Lage des Gefamtjudentums dargelegt werden muß. Dann werden an Hand von Mofes Heß, Pinsker, Herzl und Achad Haam die nationalen Theorien'zu befprechen fein. Ich muß mich auf Andeutungen befchränken. Wenn fomit der geißige Unterbau für die von den weitaus meißen bereits vorher getroffene infiinkthafte Entfcheidung gefchaffen iß, käme die Erörterung der realen zionißifchen Fragen an die Reihe. Vorerfi ein Überblick über die Entwicklung der zionißifchen Bewegung unter natürlicher Berückfichtigung der präzioniftifdien Zeit.

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