Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 4-5 (Oktober 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Hofdßeim, Das K. J. V. 227 Pflichten entzieht, iß für uns wertlos, er mag noch fo erfüllt fein von unferem Ideal. Die ßändige Hilfsdienßtätigkeit im Dienße des Zionismus iß die Forderung, die wir an alle unfere Bundesbrüder (teilen. Sie iß eine Minimalforderung. Maximalforderungen für einen jeden K. }. V.^er können wir nicht ßatuieren. Wir find kein Klub, der nach einem Eliteprinzip fich feine Leute ausfucht, unfer Bemühen ift vielmehr, alle diejenigen zu vereinigen, die für die jüdifche Sache einzutreten gewillt find. Es iß hier nicht der Ort, näher darzulegen, warum wir die breitere Grundlage gewählt haben und klub* artige Gebilde als fchädlich für unfere Sache anfehen. Wohl können wir Maximalforderungen erheben und follen es fogar, aber mit dem klaren Bewußtfein, daß nur wenige fie erfüllen werden. Die Forderung der Qberfiedlung nach Paläfiina oder der reßlofen Erlernung der hebräifchen Sprache wird niemals in unferen Reihen verßummen. In Forderungen diefer Art liegt das höchße Ziel, das wir erreichen können und das unfere Beßen, wie wir hoffen, auch tat* fächlich erreichen werden. Es liegt in ihnen die aufwärtsßrebende Tendenz unferer Gemeinfchaft, der keiner fich entziehen kann. Aber damit iß bereits gefegt, daß folche Forderungen zur Vorausfetzung für die Zugehörigkeit zu unferem Kartell nicht gemacht werden können. Das wefentlichfie Erziehungsmittel des K. }. V. iß der Fuxenunterricht. Sein Zweck iß es, die jungen Bundesbrüder mit den Tatfachen des jüdifchen Lebens - bekannt zu machen und ihnen das ßellen. Da die fogenannte Fuxenzeit, d. h. die Zeit bis zur Aufnahme des Bundesbruders in den Burfchenkonvent, fich in der Regel auf zwei Semeßer erfireckt, hatten wir vor dem Kriege eine Teilung des Ausbildungsunterrichtes für erße und zweite Semeßer vorge* nommen. Die durch das Erßarken der nationalen Jugendbewegung erreichte Verfchiebung zu Gunßen eines belfer vorgebildeten Menfchenmat'erials wird uns wahrfcheinlich veranlalfen, diefe Zweiteilung auf=* zugeben. Es wird dann Kurfe für Anfänger geben, an denen diejenigen teilzunehmen haben, die kein oder doch nur wenig pofitives jüdifches Wiffen befitzen und vor allem noch keinen klaren Stand-, punkt zum Judenproblem gewonnen haben. Der Kurs für Vorgefchrittene würde die vereinigen, die über die inneren Konflikte der jüdifchen Entwicklung mehr oder weniger hinaus find, im Zionismus ihr Lebensideal erblicken und über die wünfchenswerte wiffensmäßige Vorbildung verfügen. Für beide Kurfe waren vor dem Kriege bereits Syßeme aus* gearbeitet, die vom Kartelltage den Erteilern des Unterrichts als Richtlinien empfohlen wurden. Es befiand zwar felbßverftändlich nicht die Abficht, die Unterrichtenden auf die Einhaltung eines be* III Gefamtproblem der Judenfi