Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- I (1918-1919)
- Issue
- Heft 4-5 (Oktober 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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HofJheim, Das K.}. V. 225 finnten Fuxenmaterial rechnen können, haben wir die felbßver* fiändliche zionißifche Pflicht, urifere Bemühungen auf die möglichfie Erfaflung all derjenigen zu richten, die nicht das Glück hatten, he* reits in den Entwicklungsjahren zur natürlichen und gefunden Auf* faflung ihres Judentums zu gelangen. Das war ja der kardinale Grund der Fufion, daß wir eine einheitliche Frönt gegen die AlTi* milation zu erlangen fliehten, um frei von äußeren Hindernden den Kampf um die Seelen unferer Jugend aufnehmen zu können. Bs wäre nun abfurd, wollte man von blutjungen, in jüdifchen Dingen unberührten Menfchen verlangen, fie follten fich bereits nach einigen Wochen der Werbearbeit auf eine präzifierten Standpunkt fefi* legen. Es würde eine Verkennung der Schwere der zionißifchen -Entfcheidung bedeuten. Gewöhnlich find es die Wertvollfien, die die längße Zeit bis zur Entfcheidung brauchen. Was wir aber von jedem Neueintretenden fordern, das iß der Wille zu einer Entwicklung in zionifiifchem Sinne. Mit Offenheit wird jedem, der uns beitreten will, gefagt, was feiner bei uns wartet und daß wir leidenfehaftlichen Ernß von ihm verlangen. Ein jeder weiß, daß der Zionismus im Mittelpunkte unferes. Gemein* fchaftslebens fieht, daß er die Vorausfetzung der Bundesbrüderlichkeit bedeutet und daß fich niemand bei uns halten kann, der nach einer rgewiflen Zeit der Erziehung und Vorbereitung in diefer Grundfrage mit uns diffentiert. Ifi fomit der Zionismus als die leitende Idee unferes Gemeinfchaftslebens fefigefiellt, fo iß nunmehr die Frage nach unferem Er* ziehungsziel zu beantworten. Dies mag im erßen Augenblick etwas merkwürdig klingen, da man meinen könnte, daß mit dem Begriffe des Zionismus unfer Erziehungsziel eindeutig feßgelegt iß. Es iß aber daran feßzuhalten, daß Zionismus an fich lediglich das politifrfie Bekenntnis zum Bafeler Programm und die jährliche Schekelzahlung erfordert. Der Herzlfche Kongreßzionismus iß eine politifche Bewegung, und es liegt im Wefen jeder politifchen Organifation, daß fie eine erhebliche Aazahl Mitläufer aufweifi, die fich auf Beitragspflichten und Verfammlungsbefuch befchränken. Das K. J. V. iß jedoch weit davon entfernt, fich mit folchem Auch^Zionismus zu begnügen. Wie wir uns von den Ortsgruppen fchon durch das perfönlicher geartete Verhältnis der Mitglieder unterfcheiden und auf die menfehlifhe Qualifikation des einzelnen mehr Gewicht legen, als es naturgemäß ein rein politifcher Verein tun kann, fo trennt uns von ihnen vor allem die Tatfache, daß wir an unfere Bundesbrüder zionißifche Anforderungen ßellen. Wir legen keinen Wert darauf, ein Sammelpunkt aller zionißifchen Akademiker zu fein, fondern als Minimalforderung verlangen wir, daß Leute, die zu uns gehören wollen, (ich nicht nur mit dem im Bafeler Programm ausgefprochenen politifchen Endziel einverfianden erklären, fondern auch bereit find, nach Maßgabe ihrer perfönlidien Fähigkeiten für die Erreichung diefes Programms zu arbeiten. Auf