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Der jüdische Wille · 1918-10-01 · Heft 4-5 (Oktober 1918) · page 14

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 4-5 (Oktober 1918)
Date
1918-10-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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224' Hofctteim, Das K J. V Kampffront mit vervielfachter Energie aufnehmen wollten, völlig lähmen würde. Was der Krieg jedoch nicht vermocht hat, das. war die Gefährdung unferes inneren Befiandes. Nicht nur die Organifation des Kartells iß intakt geblieben und hat den geißigen Zufammenhang der Bundesbrüder ermöglicht, fondern auch die Fufion, die, durch ein willenmäßiges Votum herbeigeführt, urfprünglich von fehr vielen nur mit dem Verfiande gewollt, aber nicht mit dem Herzen erfehnt war, ift während diefer Zeit reftlos durchgeführt und das Gefühl der Bundesbrüderfchaft auch auf die neuen Bundesbrüder ausgedehnt worden. Gerade diefe Zeit, die einem jeden die ungeheure Not und die verzweifelte Situation unferes Volkes erft fo ganz unmittelbar vor Augen geführt, andererfeits die Zukunftshoffnungen in uns in verßärktem Maße entfacht hat, war befonders geeignet, den Unwert feparatifiifcher Tendenzen jedem ins Bewußtfein zu bringen und das Gefühl engßer Solidarität hervorzurufen. Man kann heute fefißellen, das jeder von uns in dem * neuen Verband die natürliche Fortfetzung feines früheren Kartells lieht und (ich in ihm fo heimifch fühlt, wie ehedem. Über viele brennende Fragen wird der erße Friedenskartelltag zu befinden haben, aber all dies hängt mit der erßaunlichen Ent^ Wicklung zufammen, die der Zionismus in den Kriegsjahren ge^ nommen hat, mit der Tatfache, daß wir in den entfcheidenfien Angelegenheiten vor neue Situationen gefiellt find. All diefem hätten fich auch die früheren Kartelle gegenüber gefehen, wenn die Fufion noch, nicht vollzogen wäre. Die Fufion an fich iß Selbfiverfiändlichkeit geworden, weil in der Einfiellung zu den Grundfragen unferes Gemeinfchaftslebens Einmütigkeit herrfcht, Er^ ziehungsziel und Erziehungsmethoden heute fo fefifiehen, wie damals,- afs die Verbände noch ihr Eigenleben führten. II Das K. }. V. iß zionifiifch. Der zionißifche Grundzug unferes Kartelllebens äußert fich nicht darin, daß wir von jedem jungen Menfchen, der u»feren Reihen beitritt, eine fertige zionißifche Gefinnung verlangen, fondern in der Tatfache, daß unfere Verbindungen eine Erziehung im zionißifchen Sinne als ihre oberße Aufgabe betrachten und unfer Milieu den Geiß des Zionismus atmet.. Eine Engherzigkeit in der Frage der Aufnahme deshalb walten zu laßen, weil der Aufzunehmende die Probleme des Zionismus noch nicht genügend innerlich verarbeitet hat, liegt uns fern. Es iß kein Zufall, daß die Formulierung unferes Programms, in dem der Er* ♦Ziehungscharakter unferes Kartells deutlichfien Ausdruck findet, uns. keinerlei Bindungen auferlegt, denn wir willen, daß der Zionismus als die entfcheidendße Angelegenheit unferes Lebens von jedem ein* zelnen innerlich erkämpft fein will. Trotzdem wir durch die ftolzen ErgebnilTe, die die jüdifche Jugendbewegung in . den letzten Jahren gezeitigt hat. weit mehr als früher mit einem zionifiifch ge~

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