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Der jüdische Wille · 1918-10-01 · Heft 4-5 (Oktober 1918) · page 13

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 4-5 (Oktober 1918)
Date
1918-10-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Hofdßeim, Das K. J. V. .223 -der ihr naheftehenden B. J. C. Vereine, nach fchweren Tendenz* kämpfen die Zionifierung des B. J. C. erreicht wurde. Die Kampf* jähre endeten mit dem Jahre 1910. Das Programm wurde keiner Revifion unterzogen, einmal weil gefühlsmäßige Widerfiände be* fonders der älteren Alten Herren fich hiergegen geltend gemacht hätten, vor allem jedoch, weil eine Änderung nicht für notwendig 'befunden wurde. Nicht: der Wortlaut des Programms erfchien er* heblich, Tondern die innere Einigkeit über die Tendenz des Bundes. Die Tatfache, daß durch die zionißifche Entwicklung des B. }. C. jede sachliche Differenz der beiden Verbände entfiel, konnte dennoch nicht verhindern, daß fich heftige Gegenfätze zwifchen B. J. C. und K. Z.V. herausftellten, die zeitweife geradezu feindlichen" Charakter trugen. Die Erklärung hierfür liegt natürlich in dem Konkurrenzkiampf, zu dem fich beide Verbände gezwungen fahen. Der Kampf um den Keilfux wurde mit Erbitterung ge* führt, die merkwürdigßen Argumente wurden gegeneinander geltend gemacht. Und das Sonderbare beftand darin, daß der Gegenfatz nicht nur künftlich konfluiert wurde, um den Nachwuchs für fich zu gewinnen, fondern, daß die Angehörigen beider Verbände von der fig bei aller Gleichartigkeit der Ziele trennenden Kluft ehrlich überzeugt waren. Die Unerträglichkeit diefes Zuftandes, der beide Teile veranlaßte, ihre Kräfte im Bruderkampf zn vergeuden, anßatt lie in einheitlicher Front gegen den gemeinfamen Gegner zu kon* zentrieren, wurde bald auf beiden Seiten empfunden, und der Ge* danke an ein gegenfeitiges Abkommen tauchte auf. In ein akutes Stadium kam die Angelegenheit in dem Augenblick, wo die ge* meinfame Arbeit in der jüdifchen Jugendbewegung Angehörige beider Verbände vereinte. Der Kampf um den Nachwuchs wurde bis in die Arbeit um unfere jüngße Jugend hineingetragen, und der Korporationspartikularismus bewirkte mitunter, daß Jugendvereine infolge des Gegenfatzes ihrer Leiter aufgelöß werden mußten. Be* griff man einerfeits, daß hier fofort radikale Abhilfe gefchaffetl werden mußte, wenn nicht die ganze Jugendarbeit in Deutfchland .fchweren Schaden erleiden follte, fo brachte es andererfeits das intime Zu* fammenarbeiten, befonders in der Führerfchaft des Berliner Blau* Weiß, mit fich, daß man fich von der Gemeinfamkeit in der Auf* fafiung zionifiifcher Fragen und der Erziehungsarbeit überzeugte und für den befiehenden Gegenfatz nicht mehrdie mindefie innere Rechtfertigung finden konnte. Auf Anregung der jüngeren Gene* rationeri begannen Verhandlungen zwifchen den beiderfeitigen Prä* fidien, und bereits nach wenigen Monaten befchloffen die auf den* felben Tag nach Berlin einberufenen Kartelltage beider Verband^ die Verfchmelzung. Als wir am 19. Juli 1914 das K. J. V. gründeten, ahnten wir nicht, daß wenige Tage fpäter ein Krieg ausbrechen, den weit* aus größten Teil unferer Bundesbrüder in alle Enden der Welt zerßreuen und unfere Arbeit, die wir in nunmehr einheitlicher

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