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Der jüdische Wille · 1918-08-01 · Heft 3 (August 1918) · page 58

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
I (1918-1919)
Issue
Heft 3 (August 1918)
Date
1918-08-01
Page
– (sequence 58)
Language
German
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198 Rußafcßoff, Erftlijige der Entjudung ausmacht, war eben fo notwendig als heilfam, weil der von feinem Fefleln befreite fubjektive Geiß, das Individuum in feiner Ver^ einzelung und in feinem negativen Verhalten lange beharren-mußte, um diejenige Stärke zu gewinnen, die ihn nicht zu einer gezwungenen^ fondern zu einer freiwilligen Rückkehr bewegen konnte.. Diefe Rückkehr aber iß es, worauf es ankommt. Das aus dem Kelche der Pflanze befreite Samenkorn wird wiederum der Grund eines, neuen Gewächfes : das feiner Familie entwachfene Individuum wird felbfi wieder der Urheber einer neuen Familie/ was fidh wahrhaft befreit hat, und wahrhaft für fidh ßeht, das feiert diefe Befreiung; dadurch, daß es fich wieder bindet, und zur Subßanz zurückkehrt, von der es fich löße. Was aber nicht zurückkehrt, nachdem feine Individualität fattfam erßarkt iß, das geht in diefer Vereinzelung unter,- es iß dem Tode, der Äußerlichkeit der Vernichtung hingegeben : dem Hagefiolzen gleich, der feine Individualität freilich am längßen und tapferfien behauptet, dafür aber unbeweint und unbemitleidet untergeht, ohne ein Andenken, das an ihn erinnert. Und fo hätte ich denn fchon das zu fchildernde Prinzip angegeben, welches wahrlich mit dem Bilde am treffendßen bezeichnet werden kann, das. ich eben gewählt habe. Soll es mit dürren Worten ausgefprochen werden, fo iß es kurz diefes : der Bruch mit der Innigkeit des alten«, Seins iß zwar vor fich gegangen, aber die tiefere Rückkehr zu diefer Innigkeit hat nicht ßattgefunden. Die Begeißerung für Religion, die Gediegenheit der alten Verhältnifle iß gefchwunden, aber es* iß keine neue Begeißerung hereingebrochen, es hat fich kein neues Verhältnis erbaut. Es ■ iß bei jener negativen Aufklärung geblieben, die in der Verachtung und Verfchmähung des Vorgefundenen be* fiand, ohne daß man fich die Mühe gegeben hätte, jener leeren Abfiraction einen andern Inhalt zu geben. Was in jener Zeit des Heraustretens aus der alten Weife allerdings preiswürdig und lobens* wert war, der edle Trotz' auf fich und auf die Stärke feines, alles Andre von fich weifenden Verfiandes, das iß, da es fich als das letzte geltend machen will, die lächerlichfie Anmaßung, die man nicht aufkommen lallen darf, und das mit Recht ins Gerede gekommene Wort, Auffifärung, mit dem man fich noch, wenn man Anfechtungen zu erleiden fürchtet, herausputzt, muß als unzulänglicher Talisman abgewiefen werden, wo es nicht auch eine Vertiefung nachweifen kann. Und follte ich Ihnen nicht lieber den Schmerz erfparen, der für Sie aus der Befchreibung diefes Zufiandes erwachfen muß? Es tut mir leid, dies nicht zu können, denn es foll mir heute als Er* klärungsgrund dienen, für das immer noch zu langfame Fortfehreiten diefes Vereins. Betrachten wir ihn denn näher: er iß der der vollendeten Auflöfung. Sehen wir etwa auf die Einheit oder Innigkeit des Gemeindewefens, fo finden wir weder Schutz und Verteidigung gegen Angriffe von Außen her; noch Kräftigkeit und Vernünftigkeit in der Verwaltung von Innen. Sehen wir auf die

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